Homo Sapiens erfährt seine Grenzen

Die Corona-Pandemie stellt unser gesellschaftliches Wertesystem wieder auf die Füße. Der Homo Sapiens schwang sich auf zum Herrn und Herrscher über Natur und Biosphäre. Wissenschaftler sprechen seit einigen Jahren mal stolz, mal warnend vom Anthropozän. Gemeint ist damit, dass das Verhalten der Gattung Mensch für Zukunft und Existenz des Planeten Erde entscheidend geworden ist.

Nun kommt ein kronenartiges Virus daher und erzwingt drastisch unsere Einsicht, dass wir doch nur Teil von Natur und Biosphäre sind. So stehen wir am Scheideweg: Stellen wir uns weiterhin ein auf einen Kampf um die Beherrschung der Natur oder schließen wir Frieden, fügen uns in die angestammte Rolle der Kreatur. Weiterlesen

Abstand aus Anstand

Es scheint irrsinnig und hat doch seinen guten Sinn. Menschen gehen auf Abstand zueinander, um sich einander nicht zu gefährden. Der Virus Covit-19, allgemein Corona-Virus genannt, würde sonst weltweit zur tödlichen Gefahr. Noch ist dieser Virus nicht zu bremsen durch pharmazeutische Maßnahmen oder Impfungen. Allein Nicht-Pharmazeutische-Interventionen (NPI) helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Die politischen Krisenmanager ziehen die Reissleinen und verordnen den Bürgern strikte Quarantäne. Sie nennen es so social distancing. Doch nicht soziale Distanz ist nötig und gemeint, sondern physische Distanz der Menschen zueinander. Abstand halten, um dem Virus keine Übergriffe zu bieten.

Eine immense Herausforderung für uns Menschen, die wir auf soziale Kontakte und Nähe angelegt und angewiesen sind. Weiterlesen

Corona – gelb-rote Karte für unseren Lebensstil

Alle Räder stehen still, die Event-Kultur implodiert, Sozialkontakte sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Staaten schliessen ihre Grenzen. Der Coronavirus-Monitor zeigt an, dass sich der neuartige Virus vor allem verbreitet in Ballungsgebieten, die vom hektischen Lebensstil westlicher Zivilisation geprägt sind. Dort wo „schneller, höher, weiter“ und „alles jederzeit sofort“ den Alltag prägen, wirkt der Virus schneller und intensiver auf die Menschen ein. Die Krisenmanager treten auf die Bremse. Um die Geschwindigkeit der Pandemie zu hemmen, drosseln sie die Geschwindigkeit des gesellschaftlichen Lebens. Von Kurzer Hand Grundrechte werden beschnitten oder gar aufgehoben. Mit plötzlich starker Hand wollen sonst zaudernde Politiker beweisen, dass sie den Ausnahmezustand souverän beherrschen. Willfährig fügen sich die Völker der Politik der starken Hand, lassen die ohnehin längst angeschlagene Demokratie weiter ins Abseits rutschen und üben sich beim Einkauf im Recht der Stärkeren. Weiterlesen

Oder müssen wir auf einen Anderen warten? Matthäus 11,3

Franziskus enttäuscht – dieser Papst ist kein Reformer. Hoffnungen auf ersehnte Umwälzungen im Kirchenrecht und epochale Strukturänderungen enttäuscht dieser Papst auch im siebten Jahr seiner Amtsführung.

Damit erweist er sich als würdiger Nachfolger des Zimmermannes aus Nazareth. Hat nicht auch Jesus die Hoffnungen seiner Zeitgenossen und Freunde gründlich enttäuscht. Wer sich vom Messias die Befreiung von den Römern, das Ende der politischen und wirtschaftlichen Unterdrückung erhoffte, sah sich verraten und enttäuscht. Solche Enttäuschung brachte Judas Iskariot in den tödlichen Konflikt.

Es wird Zeit zur Ent-Täuschung. Jesus ließ sich aus guten Gründen nicht zum politischen Helden, zum Wortführer des Widerstandes machen. Weiterlesen

Chancen der Krisen

Können Krisen uns zu notwendigen Lösungen führen? Welche Botschaft geben uns BREXIT, Trumpelei oder die aktuelle Weltlage? Eine Betrachtung zum Kalenderwechsel.

Kalender

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Happy birthday, Grundgesetz

Das mediale Geburtstags-Feuerwerk zum 70. Jahrestag des deutschen Grundgesetzes findet heute seinen Höhepunkt. Langsam verziehen sich die Rauchschwaden dieser Lobes-Illumination, die wie Nebelkerzen die Sicht auf die reale Verfassung unserer Gesellschaft trüben.

Soziale Spannungen, Machtkonzentration und Geldherrschaft über das Gemeinwesen, Erosion der Demokratien in völkerrechtliche Herrschaftsformen – doch liegt es an der Verfassung, wenn ein Land in schlechte Verfassung abgleitet? Weiterlesen

Geht doch!

Voller Freude berichtete der örtliche Parteichef, in der Ratsfraktion hätten sie über 30 Punkte eines Aktionsplans in eine Rangfolge bringen können – zügig, ohne Streit und mit gemeinsam akzeptiertem Ergebnis. Sie hätten dabei jenes Verfahren angewandt, von dem er durch mich erstmals  gehört habe – dem Systemischen Konsensieren. Einige Tage später berichteten mir andere Fraktionsmitglieder, wie erfreulich diese Sitzung abgelaufen sei.

Den „Grenzhoppers“, einer grenzübergreifende Arbeitsgemeinschaft von Kommunalpolitikern, durfte ich am 8. Mai 2019 eine Einführung in die neue Entscheidungskultur geben. Weiterlesen

Auf den zweiten Blick

„Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet!“ oder „Der Berg kreißte und gebar eine Maus!“ Unsere Sprache bietet deutliche Redewendungen, um Projekte und Aktionen zu charakterisieren, die aufwändig starten, doch den gepushten Erwartungen nicht gerecht werden. Da steht dann so mancher Politiker als „Ankündigungsminister“ in den Medien, Reformkonzepte verstauben in nichtfinanzierten Vorhabenlisten und das Engagement mancher Prozessbeteiligten schlägt um in Frustration und Resignation. Weiterlesen

Kommentare und deren Folgen

Über Kommentare zu meinen Beiträgen hier im BLOG freue ich mich jedesmal. Selbst wenn mich gelegentlich auch kritische oder gar negative Meldungen erreichen, gehören auch sie doch zur erwünschten Resonanz.

Computergenerierte Kommentare sind zum Glück gut erkennbar und landen direkt im Papierkorb. Die meisten persönlichen Kommentare erreichen mich per E-Mail, weniger über die Kommentarfunktion am Ende der BLOG-Texte.

Das ist dann bedauerlich, wenn diese Feedbacks den erwünschten Diskurs unter den (aus Blogger-Sicht immer zu wenig) Lesern befruchten könnten.

Umso mehr freue ich mich über zwei E-Mails zu meinem letzten Beitrag, denn die dort gegebenen Anregungen haben Konsequenzen für diesen BLOG.

Franz Groll schrieb aus Gechingen: Weiterlesen

Aufforderung zum Tanz

Gastbeitrag von Heiko Lietz, Schwerin

Wer diesen Satz hört, denkt vermutlich gleich an Carl Maria von Weber. Aber um ihn soll es hier nicht gehen. Es ist eine Aufforderung ganz anderer Art. Es soll hier um den Umgang mit gesellschaftlichen Verhältnissen gehen. Wer sagt an, wohin die Reise geht und welche Maßstäbe werden dabei angelegt? Weiterlesen