|
||
| Das Maß verloren? | ||
| Söders Fusionspläne im Konflikt mit der Philosophie der kleinen Einheiten | ||
| 1. Einleitung: Zwei unvereinbare Visionen für Deutschlands ZukunftDer aktuelle Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, deutsche Bundesländer zu fusionieren, ist mehr als nur ein finanzpolitischer Schachzug; er ist die Speerspitze einer Denkschule, die Effizienz über Identität stellt und damit eine philosophische Grundfrage unserer Zeit aufwirft: Ist „größer“ wirklich immer „besser“? Söders primäre Motivation ist die radikale Reform des Länderfinanzausgleichs, doch seine Vision einer zentralisierten Ordnung steht im diametralen Widerspruch zu einer radikal entgegengesetzten Philosophie: der des Denkers Leopold Kohr. Wo Söder auf Zusammenschluss und Skaleneffekte setzt, sah Kohr die Lösung für die Pathologien der Moderne in Teilung und Kleinteiligkeit. Dieser Artikel analysiert die beiden unvereinbaren politischen Ontologien und beleuchtet sie am konkreten Fallbeispiel der saarländischen Denkschrift zur Teilautonomie, die Kohrs Ideen als Verteidigungsstrategie aufgreift. Weiterlesen | ||
Tag Archiv für Zukunft
Bocholts Zukunft im Biedermeier?
Im bundesweiten Wettbewerb “Zukunftsstadt 2030“ errang Bocholt einen der hochdotierten Siegerplätze. Auch gibt es ein im Wettbewerb gefördertes Zukunftsbüro.
Die zum Wettbewerb erstellten Bürgergutachten bieten allerdings wenig Perspektiven, wie sich Zivilgesellschaft und Kommunalpolitik den prognostizierten Wahrscheinlichkeiten der kommenden 30 – 50 Jahre stellen wollen.
Die Jahreszahlen 2050 und 2072 könnten den Horizont solcher Zukunftsorientierung markieren.
- Für 2050 liegen fundierte Modellberechnungen über die Folgen der längst stattfindenden Klimaerhitzung vor. (siehe: Nick Reimer/ Toralf Staudt: Deutschland 2050, Kiepenheuer&Witsch, Köln 2021)
- Im Jubiläumsjahr zur Stadterhebung Bocholts vor 800 Jahren, ließe sich die Frage nach der Lebensqualität in der Stadt zur Zeit der 850-Jahrfeier (2072) aufwerfen.
Doch die debattierten Zukunftspläne erreichen solche Horizonte bei weitem nicht. Weiterlesen

