Archiv für Denken schadet nicht

Räume und Träume

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So das Thema der Internationalen Pädagogischen Werktagung  (PWT) 2018 in Salzburg.

RAUM – der Karton einer Waschmaschine kann spielenden Kindern zur Drachenhöhle, zum Piratenschiff, zum Schloss, aber auch zum Zankapfel werden. Spielräume, Freiräume fördern die Phantasie und die Entfaltung der kindlichen Person. Sie wurden so zu Grundbegriffen moderner Pädagogik. Dabei impliziert der Begriff RAUM zugleich GRENZEN. Weiterlesen

Wieviel Sklaven hast DU?

Während ich mich noch durch die spannende Analyse modernen Sklaventums von E. Benjamin Skinner arbeite, schreibt Bernd Hagenkord, 54 Sklaven würden für ihn arbeiten.

Nun ist Hagenkord keineswegs Großgrund-, Plantagen- oder Bordellbesitzer. Der Jesuitenpater Hagenkord ist Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, Ordensbruder seines Papstes Franziskus. Wie kommt dieser Kirchenmann an 54 Sklaven? Weiterlesen

Wenn Momo erwachsen wird

Im Januar 1973 erschien Momo, Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte. Mit weltweit über sieben Millionen verkauften Exemplaren nach der Unendlichen Geschichte ist dieses Buch das erfolgreichste Werk Michael Endes. 1974 wurde Momo mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet.

Ein pädagogischer Kongress wie die Internationale Pädagogische Werktagung (PWT) in Salzburg braucht intensive Planung und lange Vorlaufzeit. Die Themenstellungen für 2018 und 2019 sind daher bereits bekannt und in Arbeit. Früh genug, einen Blick auf das Jahr 2023 zu werfen.

Nur mal angenommen, das Kuratotium der PWT entschiede sich zum 50. Jahrestag der Bucherscheinung, einen Blick hinter die Fassade des Phantasie-Romans von Michael Ende zu werfen. Weiterlesen

Neue Kinderrechte?

Schon die Schulpsychologin DDr. Andrea Richter hatte in ihrem Vortrag am Vortag die schulischen Lernanforderungen an die Kinder als Pflichten bezeichnet und sie in das Spannungsfeld zu den Kinderrechten gestellt. Begründete Ansprüche von Lehrkräften und Eltern einerseits und Kindern und Jugendlichen andererseits treffen immer wieder aufeinander und prägen den pädagogischen Alltag.  Dieser pädagogische Alltag erfährt seine Dynamik durch ständigen Wandel, Konfliktsituationen und Krisen, betonte der Pädagogikprofessor Dr. Dr. Fritz Oser, Fribourg (CH). Pädagogik sei als Pädagogik des Durchgangs höchst fragil. Die Unterrichtspraxis ähnele einer Emergency-room-class, einem erzieherischen Notfallzentrum, welches den Pädagogen maximales Managementkönnen und höchste Belastung abfordere.

In dieser fragilen Praxis schaffen die Kinderrechte der UN-Konvention einen unbedingten Schutz für das schwächste Glied der Gesellschaft – das Kind, betonte Oser. Weiterlesen

Von Partizipation und Pflichten

Es klingt gut, Kinder und Jugendliche teilhaben zu lassen an allen Entscheidungsprozessen, die ihre Lebenswelt betreffen. Ihnen Mitsprache einzuräumen und dieser ein hohes Gewicht in der Entscheidung zuzubilligen. In Schulen und Erziehungseinrichtungen sind die zur Teilhabe notwendigen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen systematisch zu fördern. Selbstbestimmungsfähigkeit, Mitbestimmungsfähigkeit und Solidarisierungsfähigkeit gelten als Grundwerte gesellschaftlicher Partizipation. Weiterlesen

Nicht perfekt – doch gut genug

Das Leben ist nicht relativ. Leben geschieht voll und ganz. Und es geschieht voll und ganz in Beziehungen. Ohne Beziehungen, ohne soziale Kontakte – also ohne Relationen – sind wir Menschen nicht lebensfähig. Die Qualität dieser Relationen prägt die Qualität unseres Lebens.

Pädagogisches Wirken ist ein Wirken in Beziehungen von Lehrern/Lehrerinnen, Erzieherinnen und Erziehern zu den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen.

Prof. Dr. Annedore Prengel, Potsdam, verwies in ihrem Vortrag darauf, dass alltäglich sowohl anerkennendes als auch verletzendes pädagogisches Handeln praktiziert wird. Weiterlesen

Wenn Menschen Kinder würden

„Was eigentlich zieht Dich immer wieder zu einer Fachtagung für Lehrer und Kindergärtnerinnen?“ Im Kontext der Internationalen Pädagogischen Werktagung (PWT) werde ich regelmäßig mit solcher Frage konfrontiert. Die Frage ist ja berechtigt. Als Sozialpädagoge habe ich meine Arbeitsschwerpunkte auf politisch-soziale Bildung und die Zielgruppe „erwachsene Bürger“ ausgerichtet. Kleinkinderziehung und Reformschulpädagogik sind keine Themenfelder meines Engagements. Weiterlesen

Auf einem Bein in die Zukunft?

Auf 2 Beinen ist leichter gehen

Auf 2 Beinen ist leichter gehen

Stolz schauen sie auf eine respektable Tradition zurück. Beim Aufbau sozialstaatlicher Strukturen im deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland haben sie sich Meriten erworben. Auch im Widerstand gegen die Nazidiktatur haben sie Flagge gezeigt und zahlreiche Opfer beklagen müssen. Der selig gesprochene Nikolaus Groß (1898 – 1945) steht als Zeuge dieses Widerstandes.

Die katholischen Sozialverbände Deutschlands haben in ihrer Blütezeit sozialpolitische Koryphäen hervorgebracht und gemeinsam mit Gewerkschaften und anderen Arbeitnehmerorganisationen einen an Menschenwürde und Sozialpartnerschaft orientierten Sozialstaat aufgebaut. Doch der Fall der Berliner Mauer und des eisernen Vorhangs in Europa nahmen dem westlichen Kapitalismus seinen Gegenspieler und beendeten die vorgebliche Sozialpartnerschaft.  Der neuen Macht des global agierenden Kapitalismus und dessen Kahlschlag in den Sozialsystemen haben die Sozialverbände so gut wie nichts entgegenzusetzen. Weiterlesen

Ein Gschmäckle von Wahlwerbung?

Wer wird gewinnen?
Wer wird gewinnen?

Wer wird gewinnen?

Eugen-Bolz-Preis für die Kanzlerin.

Eugen Bolz starb 1945 als Widerstandskämpfer gegen das Naziregime unter dem Fallbeil. Der Rottenburger Bischof Dr. Gebhard Fürst eröffnete am 22. Mai 2015 das Seligsprechungsverfahren für den früheren württembergischen Staatspräsidenten.

Die von der Stadt Rottenburg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart getragene Eugen-Bolz-Stiftung verleiht ihren mit 5.000 € dotierten Preis an Persönlichkeiten, “die in besonders hervorragender Weise Leben, Wirken und Denken von Dr. Eugen Bolz sichtbar und erfahrbar machen”. Auf diese Weise soll das Gedächtnis an Dr. Eugen Bolz bewahrt werden und totalitären Tendenzen in der Gesellschaft entgegengearbeitet werden. Der Eugen-Bolz-Preis 2017 wird vergeben an die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.  Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Rottenburgs OB Stephan Neher (CDU), schrieb, die Entscheidung, den an den „großen christlichen Widerstandskämpfer“ erinnernden Preis der Kanzlerin zu verleihen, sei sehr bewusst getroffen worden.

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2017 – ein Jahr ANNO HOMINI?

Ohnmachtsspirale webMannigfaltig sprechen (schlechte) Gründe dafür, 2016 politisch als „annus miserabilis“ einzuordnen. Erstarken populistischer Strömungen und Parteien, Abstimmungssiege von Establishment-Gegnern in den USA, Großbritannien oder Italien, faschistoide Regierungen in Warschau oder Ankara, geopolitische Machtspiele in Osteuropa, Nah- und Fernost, die Erosion des Traumes vom „Europäischen Haus“ – die Geschehen des Jahres 2016 boten wenig Hoffnung auf friedliche Bewältigung der die Völker bedrängenden Probleme.

Nun werden wieder Segens- und Friedenswünsche zum neuen Jahr ausgesprochen und in alle Welt versandt, als brächte ein neuer Kalender eine neue Einstellung mit sich. Weiterlesen