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| Deutsche Christdemokraten suchen ihren Kompass in der programmatischen Wurzel ihrer Partei. Donals Trump dagegen erklärt seine eigene Moral zum Kompass seines Handelns. Doch wie Pfadfinder und Soldaten schon früh lernen, gehört zur Orientierung auch die Landkarte. Was, wenn die zerrissen ist, wie ein alter Falk-Plan auf einer Mülldeponie? Wie schaffen, wie rekonstruieren wir aus dessen Resten unsere notwendige Orientierung?
Hier kommt der Sozialphilosoph Johannes Heinrichs (*1942) ins Spiel. Während sich die Philosophie nach Hegel in isolierte Spezialdisziplinen auflöste, ermöglicht Heinrichs’ Reflexionslogik eine systematische Integration, die sowohl universelle Strukturen erkennt als auch offen für neue Erfahrungen bleibt.Wie wichtig seine integrale Philosophie für die gesellschaftliche Entwicklung ist, lässt sich an mehreren Kernpunkten festmachen: 1. Überwindung der Demokratiekrise Heinrichs diagnostiziert, dass heutige Parteiendokratien strukturell unfähig sind, notwendige Reformen umzusetzen, da sie verschiedene Sachfragen (Wirtschaft, Bildung, Ethik) in unzulässige „Paket-Lösungen“ pressen. Sein Modell der Wertstufendemokratie sieht vier spezialisierte parlamentarische Kammern vor, was die politische Handlungsfähigkeit durch eine sachgemäße Gliederung wiederherstellen soll. Weiterlesen |
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Archiv für Denken schadet nicht
Des Fragens würdiger Priesterkult
Die Skandale um sexuelle Missbräuche und deren organisierte Vertuschung haben vor allem die katholische Kirche in eine abgrundtiefe Vertrauenskrise gestürzt. Dieser Sturz in den Abgrund mag vielen traditionell Christgläubigen als Desaster erscheinen. Er kann aber auch zum Rück-Sturz in die dem Christentum eigenen Urgründe werden.
Die derzeitige Vertrauenskrise der katholischen Kirche ist im Wesentlichen eine Ablehnung traditionellen Priestertums und Priesterherrschaft. Längst überfällige Debatten brechen auf. Synodal soll die Kirche in die Zukunft geführt werden – allerdings sind sich die verschiedenen Bischöfe und Laienvertreter sehr uneins über die Begriffs- und Tragweite von „Synodal“. Frauen erheben Ansprüche auf Leitungs- und Weiheämter, Männer unterstützen diese Begehren und geweihte Amtsträger bekunden Verständnis und leichte Öffnungsbereitschaft.
Der Klerus sei die Wirbelsäule der Kirche, betont der Augsburger Bischof Bertram Meier. Männer und Frauen des gottgeweihten Lebens sieht er als „Herz der Kirche“.
Für Bischof Meier ist das Konzept sakramental verorteten Priestertums notwendiger Grundzug der katholischen Kirche. Würde die sakramentale Weihe zur Disposition, stünde die Katholizität als Ganzes auf dem Spiel. Das ginge weit über eine geistlich erneuerte Kirche hinaus, führe in eine ganz andere neue Kirche. Wie sein Münchner Amtsbruder Reinhard Kardinal Marx sieht auch er: “Eine priesterlose Kirche ist nicht mehr katholisch.”
Dagegen verweisen inzwischen verschiedene Theologen und Theologinnen darauf, dass sich weder im Verhalten Jesu noch im Neuen Testament Hinweise finden lassen, Jesus wolle die Geschicke seiner Glaubensgemeinschaft in die Hände speziell ausgebildeter spiritueller Kultdiener mit „amtlicher Heiligkeit durch Weihe“ legen. Weiterlesen
Unterschlagene Propheten
Verantwortungsträger in Klerus und Laienschaft suchen synodal nach Wegen aus der Misere.
Da lohnt ein Blick auf engagierte und klarsichtige Christen, deren Einsichten in ihrer Zeit als irritierend und störend abgetan wurden. Priester als auch Laien zählen zu diesen Propheten, deren Erkenntnisse noch heute (oder gerade heute) Wege aus den Sackgassen eröffnen.
Texte dieser Vordenker habe ich als interaktive MindMaps aufbereitet.
MindMaps erlauben, die Argumentation des Autors grafisch wie eine Landkarte zu entfalten. Anders als im klassischen Fließtext wird es dem Leser möglich, in der Gedankenwelt des Autors zu stöbern.
Nach und nach stelle ich die MindMaps (bzw. die Links dazu) hier auf dieser Seite ein.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen und gute Einsichten beim Stöbern.
Den Start macht ein Vortrag von Dr. Walter Friedberger zu den Sozialen Intentionen des Jesus von Nazareth aus dem Jahr 1976. Dr. Friedberger leitete von 1970 bis 1991 die überdiözesane Priesterfortbildung der bayrischen Bistümer.
Wie reich bist Du?
In Bocholt startet heute die WOCHE DER ARMUT:
Schwerpunktthema der diesjährigen Aktion ist Kinderarmut. Kinder leiden unter den ärmlichen familiären Bedingungen, häufig nehmen sie Schaden an ihrer personalen Entwicklung.
Kinder in Armut und ihre Eltern brauchen die Solidarität der Gesellschaft, die Solidarität jener, die nicht arm sind. Mit welchen Einkommen aber ist man eigentlich arm, wohlhabend oder gar reich?
Die hinterlegte MindMap zeigt die politischen Definitionen und deren Konsequenzen. Es wirft Fragen auf zu den Lebens- und Einkommensverhältnissen der unterschiedlichen Gruppen.
Das MindMap lädt ein zum Nachdenken über die eigene Einkommenssituation.
Bocholts Zukunft im Biedermeier?
Im bundesweiten Wettbewerb “Zukunftsstadt 2030“ errang Bocholt einen der hochdotierten Siegerplätze. Auch gibt es ein im Wettbewerb gefördertes Zukunftsbüro.
Die zum Wettbewerb erstellten Bürgergutachten bieten allerdings wenig Perspektiven, wie sich Zivilgesellschaft und Kommunalpolitik den prognostizierten Wahrscheinlichkeiten der kommenden 30 – 50 Jahre stellen wollen.
Die Jahreszahlen 2050 und 2072 könnten den Horizont solcher Zukunftsorientierung markieren.
- Für 2050 liegen fundierte Modellberechnungen über die Folgen der längst stattfindenden Klimaerhitzung vor. (siehe: Nick Reimer/ Toralf Staudt: Deutschland 2050, Kiepenheuer&Witsch, Köln 2021)
- Im Jubiläumsjahr zur Stadterhebung Bocholts vor 800 Jahren, ließe sich die Frage nach der Lebensqualität in der Stadt zur Zeit der 850-Jahrfeier (2072) aufwerfen.
Doch die debattierten Zukunftspläne erreichen solche Horizonte bei weitem nicht. Weiterlesen
Himmlische Weisheit?
„Luja sag i!“, grantelt der verstorbene Gepäckträger Aloisius als „Münchner im Himmel“. Dieser Himmel langweilt ihn, auf Ewigkeit verdammt zur Lobhudelei mit der Harfe auf einer einsamen Wolke. In der Satire Ludwig Thomas ist Gott nachsichtig und schickt den Grantler als Boten göttlicher Weisheit zurück ins Leben und zur bayrischen Staatsregierung. Leider kommt Aloisius auf seinem Weg am Hofbräuhaus vorbei, kehrt ein und bleibt auf ewig dort hocken. So bleibt der bayrischen Staatsregierung der Zugang zu göttlicher Weisheit bis heute verschlossen.
Doch was wäre, böte der Himmel mehr als langweilige Lobhudelei? Nur mal angenommen, die Choreografie der kürzlich erlebten Männer-Initiation gäbe einen Vorgeschmack auf die andere Seite des Lebens. Die Seelen Verstorbener würden von himmlischen Elders (Engel oder Seelen der Ahnen) empfangen und behutsam zu Reflexion des eigenen Lebens geführt. Auch beim Blick in die eigenen Abgründe von der Fürsorge der Elders gestützt. Diese hülfen ihnen zu erkennen, wo und wie sie aus Unkenntnis oder Unwillen falsche Entscheidungen trafen; wo sie aus Wut, Zorn, Angst oder Egoismus Mitmenschen verletzten und somit hinter die eigenen Möglichkeiten wahren Menschseins zurückblieben.
Von dort führten die Elders sie auf den heilsamen Weg, auf den Weg der Einsicht, dass selbst die größte Verfehlung nicht von der Liebe Gottes trennt.
Sich auf diese Liebe vertrauensvoll einzulassen, bringt die Höllenfeuer in uns zum Erlöschen.
Sollte mein jüngster Tag in eine derartige Choreografie münden, sehe ich ihm schon heute gelassen und mit freudiger Neugier entgegen.
Trotzdem hat es damit längst noch keine Eile.
Nun also Luzifer
Wie bei den indigenen Kulturen sollten auch wir Ausschau halten nach Eindrücken, die uns zu einem neuen Namen als Ausdruck der Initiation führen können. Mir wurde das in den Wald durchbrechende Sonnenlicht, das Lichterspiel in den Zweigen und am Waldboden zum Leitbild. Dieses Licht wärmte und fand seinen Widerschein in mir.
„Da ist ein Riss, ein Riss in allem. So kommt das Licht herein.“, singt Leonhard Cohen in seinem Song ANTHEM. Meine Zerrissenheit, meine Brüche und Verunsicherungen finden Sinn: So kommt das Licht herein! So bin auch ich ein Träger Seines Lichtes!
Darum wurde mein Initiationsname LUZIFER.
Gestärkt, gesalbt und gesegnet traten wir über die Schwelle des Heiligen Raumes der Rituale in den Heiligen Raum der realen Welt.
Mit dem gegebenen Versprechen, in Zukunft als initiierte Männer zu leben, stellen wir uns der dreistufigen Daueraufgabe des Humanen:
- gesamtmenschliche Reifung und Entfaltung
- aller und jedes Menschen
- in der ständigen Vermenschlichung der Welt.
- aller und jedes Menschen
Zu dieser Aufgabe sind alle Menschen aller Kulturen und Religionen berufen, Christen und Christinnen können und dürfen sich ihr nicht entziehen (GES 59). Mit immer mehr Elders, also initiierten Frauen und Männern, können wir dieser Aufgabe gerecht werden.











