Archiv für 31. März 2021

Wer segnet da?

Bei all den solidarischen Regenbogen-Fahnen an den Kirchen bleiben mir doch Fragen an die alte Römische Inquisition:

– Dürfen homosexuelle Priester Segen spenden?

– Wie gültige sind deren Amtshandlungen?

– Gelten sie als „Brüder im Nebel” oder dürfen sie endlich in den Farben des Regenbogens wandeln?

– Personalisieren nicht auch sie in der Liturgie den auferstandenen Christus?

 

 

 

Brutalität als Erlösung?

„Deinen Tod verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit.“ Täglich und in ungezählten Kirchen weltweit sprechen Christen dieses Gebet. In der nun beginnenden Karwoche wird besonders intensiv Leiden und Kreuzestod des Jesus von Nazareth als Erlösungsstat für die Menschheit in Erinnerung gerufen.

Immer intensiver befallen mich Zweifel, ob wir mit der Vorstellung vom erlösenden Opfertod Jesu Seiner Botschaft gerecht werden. Weiterlesen

“Bruder Esel” bleibt störrisch

Nachtquartier am Rheinufer bei Dormagen

Nachtquartier am Rheinufer bei Dormagen

Immer wieder gibt mir der eigene Körper Signale, ich befände mich im Grenzbereich des Zulässigen. Vor allem spüre ich, wenn der Blutdruck in den Keller geht. Zum Glück lernte ich in den vergangenen Jahren, diese Signale zu interpretieren und ernst zu nehmen. Pausen, rasten, trinken, langsam gehen stimmen “Bruder Esel” dann wieder milde. Die kalkulierte Tagesstrecke verkürzt es allerdings gewaltig.

Nach der ersten Woche weiß ich aber auch, dass nach der Schonphase frische Kraft den Ausgleich bringt. So erreichte ich plangerecht Köln-Worringen und bin Gast der Pastorenfamilie der evangelischen Hoffnungsgemeinde.

Gott und die Welt, theologisches nachdenken und freundschaftlicher Klön verknüpfen sich.

Begegnung mit Jesus

Sonnenuntergang bei Dormagen

Sonnenuntergang bei Dormagen

Heute sprach mich (ein) Jesus an. Am Rheinufer bei Dormagen hatte er mich sitzen sehen. Mein Rucksack. Habe ihm gezeigt, dass ich wohl auf längerer Tour sei. Etwa auf dem Camino nach Santiago de Compostela?

Dorthin wolle er demnächst aufbrechen, den Pilgerausweis habe er bereits bestellt. Er sei kein Christ, doch sein Name Isa ist die arabische Form des Namens Jesu. Pilgern in christlicher Tradition gäbe ihm vielleicht neue Impulse bei der Suche nach dem eigenen zukünftigen Weg.
Vor 20 Jahren sei er mit 21 voller Hoffnung aus der Türkei nach Deutschland angereist. Weiterlesen

Ein Philosoph in Duisburg

Mittagsrast in Duisburg-Wedau. Meine Gedanken wandern zu Johannes Heinrichs. Der Sozialphilosoph lebt in seiner Heimatstadt Duisburg, über viele Jahre nannten wir uns Freunde.

 

Die Reflexionslogik dieses Philosophen hat die Kraft, unser soziales Miteinander und die sich daraus ergebenden Strukturen im Geist der Freiheit und Liebe des Evangeliums zu revolutionieren. Weiterlesen

Ein Pilgersegen

Coronabedingter Abstand wurde durch die soziale Nähe ausgeglichen. Danke den Freunden und Verwandten, die mir gemeinsam in der Woche Bocholter Josefskirc den Pilgersegen spendeten. Es war eine nicht nur mich beeindruckende Zeremonie.
Zuvor in der heiligen Messe zum Hochfest des heiligen Josef. Wurde der Bräutigam Mariens als „treu, demütig, schweigend gehorsam“ gelobt. Mir erschließt sich nicht, wie  diese Merkmale den Ziehvater Jesu zum Patron der gesamten Kirche und des Zweiten vatikanischen Konzils führen konnten. Ein Zimmermann der etwas von Statik und Strukturen versteht, wird seine Kompetenz nicht verschweigen sondern sie in sein Patronat einbringen. Weiterlesen

Ein vergessener Prophet?

Josef Anton Stüttler (1931-2009)

Josef Anton Stüttler (1931-2009)

Von Vertretern christlicher Gesellschaftslehre wird gern gesagt, die UN-Charta der Menschenrechte von 1948 sei vom christlich-abendländischen Denken geprägt. Was aber, wenn von asiatischen oder islamischen Kulturen geprägte Staaten gerade deshalb diesen Menschenrechten ihre Akzeptanz verweigern?

Wird es dann nicht Zeit für eine kulturübergreifende, anthropologische Begründung von Menschenrechten? Den Entwurf solcher wissenschaftlich-anthropologischen Begründung von Grundwerten legte der am 14.3.1931 in Tschagguns/ Vorarlberg geborene Philosoph Josef Anton Stüttler in den 1970er Jahren vor. Weiterlesen