Archiv der Kategorie: zum Design der Gesellschaft

Nein zur großen Stadt

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Leben hinterm Deich - nicht hinterm Mond

“Die Stadt nimmt mir die Luft”, sagt die junge Kellnerin im Hafenkieker, Greetsiel. “Stadtmenschen sind so unruhig und hektisch, alles muss schnell gehen”.
Ihre Kollegin Elke kontert: “Bin ich etwa hektisch?” Aus welcher Stadt sie denn komme – “aus Norden, also eine richtige Stadt ist das ja auch noch nicht.” Und welches sind die Städte, die die Luft nehmen? Wieder fallen die Namen der Großstädte: “Dort ist alles so riesig, überdimensioniert”.
Was macht denn Greetsiel so lebenswert?
“Hier haben wir, was Zigtausende immer wieder zu uns zieht. Klare Luft lockt zu jeder Jahreszeit Asthmatiker. Stammkunden holen sich mehrfach im Jahr im großen Kanistern unserer kalkfreies Wasser. Wir haben Weite und grünes Land.”

Friesische Pfannkuchen locken ins Cafe Meeresbrise, dazu noch ein passendes regionales Bier?
Fehlanzeige! Nur die bundesweiten Standardmarken.
Schade! (schmeckt trotzdem)

Weil Leer nicht leer ist

“Ich habe zum Beginn diese Stadt gehasst, alles war so anders als daheim in Frankfurt. Aber es lässt sich in jeder Stadt gut leben, wenn das soziale Umfeld stimmt. Persönlich schätzte ich heute an Leer, dass Jugendliche, Erwachsene und Alte gut miteinander umgehen, mit hoher gegenseitiger Wertschätzung.” Tabea, 12. Klasse Gymnasium, kam aus Frankfurt/Main und lebt seit sieben Jahren in Leer.

“Die Gegend um den Hafen ist sehr naturbelassen. Ich erfreue mich stets an den Kindern, die auf den Rasenflächen und den ufernnahen Spielplätzen spielen.”, findet Alexandra.

Auf der Suche nach dem Nicht-Sichtbaren

Wenn die Häuser, zwischen denen wir stehen in uns die Ahnung von Klaustrophobie auslösen, stehen wir in Leer, Tübingen oder Lübeck wahrscheinlich in einer engen Altstadtgasse und nicht wie in Manhattan, Frankfurt, Berlin oder Tokio in einer Straßenschlucht.
Im Panorama der Groß- und Megastädte zumeist unsichtbar geworden, prägen sie in überschaubaren Orten noch das Sichtfeld: Windmühlen, Gotteshäuser oder museale Fabrikschlote. Weiterlesen

Einstehen, Impulse setzen!

Als vernunftbegründete Lehre von des Menschen “Sollen und Dürfen” greift Ethik einerseits auf zeitübergreifende philosophische Einsichten zurück, muss sich andererseits aber stets aktuell den Herausforderungen der Zeit stellen.
Wissenschaftliche Fortschritte ermöglichen tiefere Einsichten, eröffnen neue Verfahrensweisen und aktualisieren die ewige Frage nach „Sollen und Dürfen”.
Ernstes und tiefes Ringen um die Antworten dürfen sich nicht im Rückgriff auf Tradiertes erschöpfen.

Stets gilt es die Grundfrage zu bedenken, welch zwischenmenschliches Verhalten und welche daraus resultierenden Ordnungen sind förderlich, dass jedem Menschen ein Leben in Würde möglich ist?
Dabei ist diese Frage nicht nur von Experten in Kolloquien und Akademien zu disputieren. Immer wieder sind die Menschen in ihrem Lebensraum mit der Grundfrage und ihren aktuellen Varianten zu konfrontieren.
Es ist bekannt, dass nur ein geringer Kreis der Bürger eine philosophische Ausbildung absolvierte. Daher sind Frageart und Beratungsstil dem Lebensalltag der Bürger anzupassen.
Soziale Impulse, gemeinsames Einstehen für Werthaftes, praktische Aktionen im Lebensraum mit offenem Blick für die sozialen Wirkungen überzeugen mehr als noch so fundierte geisteswissenschaftlicher Archäologie.

Laien bildet Ethikforen!

Es mag der Mentalität von Untertanen entsprechen, auf päpstliche Enzykliken, kuriale Dekrete oder episkopale Weisungen zur eigenen ethischen Orientierung und gesellschaftlichen Positionierung zu warten.
Im Rahmen eigenständigen Apostolates jedoch ist es angemessen, selbständig im Glauben begründete Antworten auf die ethischen Herausforderungen im konkreten Lebensraum zu erarbeiten. Weiterlesen

Ethik braucht Entwicklung

In Phasen gesellschaftlicher Umbrüche, vor allem in wirtschaftlichen und politischen Krisenzeiten wie den aktuellen, fragen Menschen nach Orientierung des eigenen, aber auch des gesellschaftlichen “Dürfen und Sollen”.
Wer sich als Christ/in oder Katholik/in bekennt, erlebt häufig die Frage nach seiner Bewertung der Krise und ihrer Ursachen. Weiterlesen

Kodex reicht nicht – Entwicklung braucht Ethik

Krisen sind Chancen, wird seit Laotse immer wieder behauptet. Werden aber die regelmäßigen, zum Wirtschaftssystem gehörenden Krisen wirklich genutzt, die Art unseres Wirtschaftens gründlich zu prüfen?
Wie sehr machen wir uns die Mühe, über die aktuellen Krisenauslöser hinaus auch die tieferen Ursachen zu erkennen und anzugehen? Weiterlesen

Souveränität fördern

Jede Vision einer neuen demokratischen “Politik- Architektur” wird scheitern, nimmt sie nicht den Zustand des “Baugrundes” wahr.

Mürbe, zermürbt der Boden der Demokratie in Ostdeutschland, wo nach den ersten Ansätzen der Weimarer Republik Tausendjähriges Reich, Arbeiter-und Bauernstaat sowie Treuhand- gesteuerte Wiedervereinigung nahtlos ineinander griffen und jedes Vertrauen in politische Institutionen zerstörten. Weiterlesen