Archiv der Kategorie: zum Design der Gesellschaft

Working poor – Arm durch Arbeit?

KSI und Europäisches Zentrum für Arbeitnehmerfragen, EZA und hatten eingeladen zur Europäischen Tagung nach Bad Honnef, gefördert von der EU. Vom 2.-4.Mai 2012 galt es, eine Situationsbeschreibung zur Armut von Arbeitnehmern und Analysen von Hintergründen vorzulegen sowie der Diskussion von Strategien und Konzepten der Armutsbekämpfung Raum zu geben.
Mein Resümee zu Beginn: Ihren Wert gewann diese Tagung weniger durch die wiederholt vorgetragenen und aktualisierten soziologischen Befunde als vielmehr durch die schärfer akzentuierten Fragestellungen. Weiterlesen

Manifest: Deutschland nach dem Kollaps

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Die Gesellschaft wird geplündert.

Nach dem Zusammenbruch kommunistischer Staaten und sozialistischer Wirtschaften sahen und erklärten sich die Vertreter marktfundamentalistischer Ökonomie zu Siegern im ideologischen Wettbewerb.
Seitdem unterwerfen sie offen die Politik dem Markt, hebeln immer wieder die Demokratie aus und zerstören mit erzwungenen “Reformen” kulturelle und soziale Errungenschaften.
Länder mit unterschiedlichen sozialen und ökologischen Standards werden auf den entgrenzten Märkten mittels des Profits als einzig gültigen Massstab gegeneinander ausgespielt. Weltweit agierenden Spekulanten wurde Raum gegeben, sie können ungehindert walten und schalten. Einstmals noch seriöses Bankwesen wurde zur “Finanzindustrie” und “Investment-Casino”, in dem Realwirtschaft geplündert, Währungen verzockt und Staaten ruiniert werden. Weiterlesen

Demokratie weiter denken und entwickeln!

Nach den Tagen der “13. Sommerakademie für politische Querdenker” waren wir uns einig. Unser Land ist in kränkelnder Verfassung. Die Paradigmen unseres Grundgesetzes basieren auf dem über 200jährigen Politikmodell des Herrn Montesquieu und den Erfahrungen der Grundgesetz-Autoren mit der Nazi-Herrschaft.

Es war ein epochaler Schritt zur Begrenzung feudaler Herrschaft:
- Beteiligung der Bürger über Parlamente
- Gewaltenteilung
- “Macht auf Zeit” durch Wahl

Der nächste Schritt ist nun überfällig:
Demokratische Souveränität des Volkes!

Der Souverän zeigt seine Reife:
- Politische Willensbildung und Entscheidung vom Volk ausgehend
- Konsequente Subsidiarität in einer Wertstufen-Demokratie
- Weitere Beteiligungsrechte der Bürger

Mit neuen Paradigmen den Art. 146 GG endlich in Angriff nehmen!

  • Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

 

Neue Dialogkultur?

Alfred Neven DuMont, Verleger und Patriarch veröffentlichter Kölner Meinung fordert eine neue Dialogkultur. Da keimt Hoffnung auf! Hoffnung, dass die Fragen, Ideen, Vorschläge kulturell kreativer Bürger publizistisch begleitet werden und öffentliches Gehör finden. In akademischen Zirkeln wird trefflich über “niederschwellige Kommunikationsformate” parliert und disputiert. Doch statt sich dem Gespräch auf der Straße, in der Kaffebud oder sonst im öffentlichen Raum zu stellen, beschränken sich die Entscheidungsträger auf moderierte Selbstdarstellungen in Podiumsdiskussionen und öffentlichen Foren. Dort diskutieren die stets gleichen Verdächtigen vor interessiertem Publikum, diesem kontrolliert ein Mikrofon zu kurzer Rückfrage überlassend. Sachverstand und Ideenreichtum der Bürger entfalten sich hier nicht .

Wie Kommunen die Kultur öffentlicher Dialoge fördern können, ohne die Haushaltslage zu strapazieren, wird im Konzept “Campus der LebensKünste” beschrieben. In der Tradition mittelalterlicher Drei-Felder-Wirtschaft können öffentliche Brachflächen geregelt zum Raum öffentlicher Bedenktzeiten werden. Am Kölner Eifelwall hat sich bereits ein von vielen Bürgern akzeptierter Platz des Dialoges entwickelt; im öffentlichen Raum, in der nun für den Neubau des Stadtarchivs vorgesehenen Industriebrache.

Hier reden Bürger nicht mehr nur über die Hintergründe zum Archiveinsturz, sondern wie das neue Archiv nicht nur die Erinnerung bewahren kann, sondern auch Perspektiven und Konzepte für die Zukunft öffnen könnte. Hier entwickeln Bürger Ideen, wie nicht nur der Grüngürtel gemäß Masterplan neu geschlossen werden kann, sondern der öffentliche Dialog im Rahmen eines Kulturprojektes seinen Platz findet.

Besseren Dialog zwischen Politikern und Bürgern, zwischen Verwaltung und Bürger fordert Neven DuMont. Diese Sicht ist zu erweitern um die Dialoge zwischen den Bürgern selbst.

Die vollmundigen Behauptungen eines “Köln kann”, “Köln kann besser”, “Köln kann auch anders” oder auch eines “Mut zu Kultur” haben aktuell ihren Elchtest zu bestehen. Die Testgelände heißen Offenbachplatz und Eifelwall. Wie werden diese Elchtests publizistisch begleitet? Auch darin zeigt sich neue Dialogkultur.

 

Und wer, bitte schön, ist “DIE STADT”?

DIE STADT bestehe auf Räumung, DIE STADT sei nicht an einem sozialen oder kulturellen Projekt interessiert. Der Kölner Baudezernent lehnte als DIE STADT die befristete Zwischennutzung einer Industriebrache ab. Die politischen Beratungen im Rat der Stadt um das fragliche Gelände drehen sich noch um die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Die GRÜNEN brachten in die Beratungen den Antrag ein „preisgünstigen Raum für bildende Künstler in der Planung vorzusehen“. Denn, so ihre Begründung, „es sind momentan Künstler auf dem Gelände, die eine Zwischennutzung wahrnehmen“. Diese Zwischennutzung unter Führung des Landschaftskünstlers Rolf KeTaN Tepel führte in den vergangenen Jahren zur Rekultivierung verwahrloster Freifläche, der zur Begegnungsstätte kulturell kreativer Bürger wurde. Das von der Stadtverwaltung vorgelegte Nutzungskonzept integriert dieses Teilstück in die ausgewiesene öffentliche Grünfläche. Eine die Interessen aller Beteiligten zuträgliche Lösung ist in der noch offenen Beratung der kommunalen Gremien ohne großen Aufwand möglich.

Kennt der Kölner Baudezernent den Beratungsstand innerhalb der Stadt nicht oder schert er sich nicht darum?

Gründe für seine strikte Abfuhr führte er nicht an, er berief sich auf DIE STADT .
Wer aber ist DIE STADT?
Welche Rolle spielen Bürger, Verwaltung oder Rat in der Stadt? Ist DIE STADT ein Gegenüber zum Bürger, eine herrschende Obrigkeit? Weiterlesen

Wie Chancen vertan werden

„Bewahrung der Schöpfung“, „Achtung vor der Natur“, „Schonung der Ressourcen“ – seit Jahren beliebte Themen für Fest- und Fensterreden, Sonntags- und Moralpredigten. Doch wenn es zur Nagelprobe kommt?
„Der Kölner Grüngürtel soll wieder geschlossen worden“, „Zivilgesellschaftliches Engagement stärken“, „Partizipation der Bürger ermöglichen“ – wegweisende politische Erklärungen und Beschlüsse. Doch wenn es zur Nagelprobe kommt?
Am Nagel bestehen nur stabile Konzepte aus festem Material. Sprechblasen und Testballons platzen und beweisen sich als Luftnummern. Eine Nagelprobe dieser misslingenden Arbeit findet in diesen Tagen am Kölner Eifelwall 5 statt.

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Leben in großer Stadt

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Karneval im Veedel - Hochfest nachbarschaftlicher Lebensfreude

Und die Menschen in der großen Stadt?
Die Kölner Musiker Bläck Fööss besingen als Qualität der Veedel: “Denn hier hält man zesamme, ejaal wat och passeet”
Oper, Theater, fashion live? Nachrangig – gelegentlich und gern genutzt.
Der Aphoristiker Gabriel Laub beschrieb auf Grund seiner Erfahrungen aus Prag und Hamburg satirisch als Ideal: “Mitten in der City in einer Dorfstraße wohnen!”
Überschaubares Umfeld und bei Bedarf Zugriff auf die größere Welt.

Small is beauyfull – auch im Großen!

Globale Welt?

McDonaldisierung? Vielfach scheint es, als seit kulturelle Schablone und Standard Ziel westlicher “Zivilisation”. Getrieben von moneytheistischer Crematistik (Aristoteles) verdrängt industrielle Einfalt die kulturelle Vielfalt. Unterschiede kosten, verringern den Geldflüsse in die Kassen der wenigen Ultrareichen. Die Spuren dieser weltumspannenden schablonisierenden Geldmaschine prägen unser Leben und unsere Lebensräume. Weiterlesen