| Wie die BaWü-Wahl die Macht der Kirchen entlarvtDer verborgene Wahlkrimi Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 wird als einer der knappsten Wahlkrimis in die Geschichte des Bundeslandes eingehen. Auf den ersten Blick siegten die Grünen unter Cem Özdemir mit 30,2 Prozent hauchdünn vor der CDU. Doch die wahre Geschichte steht im Kleingedruckten der Wahltagsbefragungen. Eine exklusive Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen, die auf einer massiven Stichprobe von 21.000 Befragten in 160 Wahllokalen basiert, enthüllt eine völlig andere politische Landkarte. Hätte man nur in die Kirchenbänke oder Moscheen geblickt, wäre der Wahlabend nicht mit dem Sieg Özdemirs, sondern mit einem Triumph der Union zu Ende gegangen. Die Daten zeigen: Religiöse Identität ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein mächtiger – wenn auch oft paradoxer – Hebel der politischen Macht. | |
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| Quellen: | |
| https://katholisch.de/artikel/67592-christen-waehlen-anders-analyse-der-baden-wuerttemberg-wahl https://www.forschungsgruppe.de/Startseite/ https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/umfrage-afd.shtml | |
| Zum vertieften Lesen: | |
| Erkenntnis 1: Ein anderer Ministerpräsident – Die Dominanz der CDU bei Christen Wäre Baden-Württemberg ein Land, in dem nur Katholiken und Protestanten zur Wahl gehen, hieße der Ministerpräsident heute Manuel Hagel. Die Daten belegen einen massiven „konfessionellen Bonus“ für die CDU. Während die Partei im Gesamtergebnis bei 29,7 Prozent stagnierte, scharten sich die Kirchenmitglieder hinter der Union: 38 Prozent der Katholiken und 30 Prozent der Protestanten gaben Hagel ihre Stimme. In einer rein christlichen Wählerschaft hätte dies für eine komfortable Regierungsmehrheit gereicht. Die Analyse der Forschungsgruppe Wahlen lässt hier keinen Spielraum für Interpretationen:„Manuel Hagel wäre Ministerpräsident geworden, wenn nur die Stimmen von Katholiken und Protestanten gezählt hätten.“ Weiterlesen | |
Archiv der Kategorie: Uncategorized
Die 375-Milliarden-Euro-Rechnung
| Warum Bocholt sein „Beton-Gedächtnis“ löschen mussWir bauen heute die Ruinen von morgen, während wir so tun, als würden wir das Klima retten. Das Ziel „Bocholt 2040“ – die Vision einer klimaneutralen Stadt – ist in aller Munde, doch zwischen den Hochglanzbroschüren und der harten Realität der Baustellen klafft ein Abgrund aus Beton. Der renommierte Stern-Report hat es bereits vor Jahren skizziert: Das wirtschaftliche Risiko des ungebremsten Klimawandels beläuft sich auf bis zu 20 % des globalen Bruttoinlandsprodukts. In Deutschland übersetzt das Umweltbundesamt (UBA) dieses Versäumnis in eine konkrete Zahl: 375 Milliarden Euro an jährlichen Umweltfolgekosten bis zum Ende des Jahrhunderts. | |
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| Quellen:Bocholt belegt Spitzenplatz bei Solarenergie-Ausbau, BBV 07.03.2026 / C3 (jkr) Verlässlichkeit und Verantwortung für Bocholt - Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Wahlperiode 2025-2030 Hülkenberg, Josef; Maier, David; HS Wismar 2024, Klimafolgekosten (bzw. ÖkoBilanz) als Controlling-Instrument für Planer, politische Entscheidungsträger und Bürger Hülkenberg, Josef; HS Wismar 2024, Potentiale dezentraler Stromerzeugung im urbanen Bestand – Betrachtet am Sozialraum 4 Bocholt Nordost/Giethorst |
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| Zum vertieften Lesen: | |
| 1. Das Versprechen der Klimaneutralität vs. die Realität des Betons | |
| Warum aber unterschreiben wir auf kommunaler Ebene weiterhin Rechnungen, deren wahres Ausmaß wir nicht kennen? Die zentrale Herausforderung ist nicht nur der Radweg oder die E-Mobilität – es ist die massive „Pfadabhängigkeit“ unserer Bauentscheidungen. Wir steuern auf einen „Carbon Lock-in“ zu, weil wir die versteckten Kosten unseres Lebensraums konsequent ignorieren. Um die pro-Kopf-Last von 11 Tonnen CO₂ auf unter 1 Tonne zu senken, müssen wir aufhören, den Bausektor als bloße Kulisse zu betrachten.2. Der „Blinde Fleck“ der Stadtplanung: 50 % der Emissionen liegen im BauWenn wir über den Gebäudesektor sprechen, blicken wir meist auf den Schornstein oder die Dämmung. Das ist ein fataler Irrtum. Der wahre Hebel liegt in der sogenannten „Grauen Energie“. Daten belegen eindringlich, dass der Bau- und Gebäudesektor weltweit für über 50 % der Emissionen verantwortlich ist, sofern man die prozessbedingte Herstellung und den Abriss mit einberechnet.Während der Betrieb von Wohngebäuden oft im Fokus der „Wärmewende“ steht, wird die „Beton-Sünde“ – also die massiven Scope-3-Emissionen aus Zement- und Stahlproduktion – systematisch unterschätzt. Wir optimieren die Effizienz von Heizungen, während wir für den Rohbau Ressourcen verschwenden, die das CO₂-Budget der nächsten Generation bereits heute sprengen.„Wenn knapp die Hälfte aller CO₂-Emissionen dem Faktor Bauen zuzurechnen ist, wächst eine immense Verantwortung jenen Instanzen zu, die für die Vergabe und Gestaltung von Baurechten zuständig sind.“ | |
Vom Auto-Diktat zum menschlichen Maß
| Warum das Pedelec die Stadtplanung radikal entschleunigen mussDie moderne Stadtplanung des 20. Jahrhunderts hat ein Erbe hinterlassen, das heute wie Blei an den Füßen unserer urbanen Entwicklung liegt. Seit über 150 Jahren quellen unsere Städte wie Griesbrei ins Umland getrieben von einer industriellen Potenz, die das Automobil ins Zentrum rückte. Das Ergebnis: Verkehrsnot, Flächenversiegelung und eine schleichende Entfremdung vom öffentlichen Raum. | |
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| Quelle:Projektstudie: Radeln für alle – barrierefrei und klimafreundlich?J osef Hülkenberg, HS Wismar | |
Doch wir stehen an einem Wendepunkt. Das Fahrrad – und insbesondere seine Evolution zum Pedelec – provoziert eine Rückbesinnung auf das, was Aristoteles bereits in der Antike als Kern des Gemeinwesens definierte: Wir gründen Städte nicht bloß für den Handel oder den Verkehr, sondern um ein „gutes Leben“ zu führen. Das Fahrrad ist der Goldstandard dieser Transformation. Es ist das Werkzeug, um die Stadt vom Diktat der Maschine zu befreien und sie wieder dem menschlichen Maß anzupassen.
Ein technischer Fortschritt allein löst keine Platzprobleme – im Gegenteil. Wir erleben derzeit das planerische Dilemma der Elektrifizierung. Während ein klassisches „Bio-Bike“ bei ca. 16 km/h kaum Raum beansprucht, markiert dieses Tempo beim Pedelec die Untergrenze. Die Physik ist hier unerbittlich: Ein höheres Tempo erfordert größere Anhaltewege und damit einen massiv steigenden Raumanspruch. Betrachten wir die nackten Zahlen des Flächenbedarfs:
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Abbau oder Neubau des Sozialstaates?
| Als Versorgungsstaat, der Bedürftigkeit seiner Bürger alimentiert und primär Defizite verwaltet, kommen auch moderne Industriegesellschaften an ihre Grenzen. Die klassischen Sozialsysteme werden im politischen Spagat zwischen Alterung der Bevölkerung und wegbrechender Beitragsbasis zerrissen. Notwendig erscheinende Sparpolitik verschärft die Lage, führt die Mehrheit der Bürger in die Verarmungsspirale und den Staat in die steuerpolitische Sackgasse.Politischer Mut um die staatliche Handlungsfähigkeit durch eine proaktive Ausweitung der Wertschöpfungsbasis zu stabilisieren, ist weder bei Parteien noch in breiten Kreisen der Wählerschaft zu erkennen. Eine darauf ausgerichtete Strategie stellte einen tiefgreifenden Systemwandel dar.
Dass ein derartiger Systemwechsel sich allerdings nationalökonomisch rechnen würde, legte das POLITISCHE FORUM UNTERE SAAR – HOCHWALD dar. Sprecher dieses Forums ist der Nationalökonom Hans Ludwig, ehemaliger Direktor des Sozialinstituts der süddeutschen KAB in Waldmünchen. In einer Denkschrift vom Oktober 2016 entwarf das Forum eine „solidarische Arbeitsgesellschaft in marktwirtschaftlicher Ordnung“. Die vorgeschlagene strategische Lösung liegt im Übergang zu einer „Vorsorge- und Tätigkeitsgesellschaft“. Mit ökonomischen Berechnungen bestätigte das Forum die „Vision für eine gerechter Gesellschaft – Solidarität – Chance für die Zukunft“, mit der bereits 2003 der Bund der katholischen Jugend (BdkJ) für ein bedingtes Grundeinkommen in einer Tätigkeitsgesellschaft warb.Statt auf fragwürdige „Sondervermögen“ zu setzen, schlagen die Ökonomen des Forums die soziale, marktwirtschaftliche Regulierung bestehender Geldflüsse vor. Eine Regulierung, die die Schuldenspirale aufbricht.Die aktuellen politischen und regierungsamtlichen Bestrebungen zum Abbau des Sozialstaates geben Anlass, die Perspektiven unterschlagener Propheten erneut ins gesellschaftliche Bewusstsein zu heben. |
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| Quelle:POLITISCHES FORUM UNTERE SAAR – HOCHWALDDenkschrift zur Frage Ist das Saarland noch zu retten? Eine solidarische Arbeitsgesellschaft in marktwirtschaftlicher Ordnung vom 4.Oktober 2026 | |
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Die Finanzierungslogik der Tätigkeitsgesellschaft: Ein mathematischer Wegweiser In der klassischen Nationalökonomie wird oft das Dogma des „Sparens in der Krise“ gelehrt. Doch Ökonomen, der sich intensiv mit transformativen Modellen befassen, konstatieren: Herkömmliche Austerität greift zu kurz, da sie die produktive Basis schwächt. Das Modell der Tätigkeitsgesellschaft schlägt einen anderen, mathematisch fundierten Weg ein. Es begreift den Sozialstaat nicht als Kostenstelle, sondern als Investitionsmotor. 1. Der Paradigmenwechsel: Vom Sparzwang zur Investition Das Fundament dieses Modells ist die Auflösung des sogenannten Schuldenparadoxons. Politisch prägend ist die Sorge vor Staatsverschuldung; hier jedoch wird Verschuldung als präzise dosierter „Initialfunke“ eingesetzt. Weiterlesen |
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Haben wir die Demokratie missverstanden?
5 Thesen, die alles in Frage stellenJosef Hülkenberg analysiert das Spannungsfeld zwischen der theoretischen Souveränität des Volkes und der gelebten Realität einer modernen „Demokratur“, in der Bürger ihre Macht oft an eine kleine politische Klasse abtreten. Der Autor nutzt das Bild der Sehnsucht nach dem Meer, um zu verdeutlichen, dass echte demokratische Souveränität weit über passiven Konsum hinausgeht und eine aktive, eigenverantwortliche Gestaltung der Gesellschaft erfordert. Strukturgebend ist dabei die kritische Hinterfragung des Bürgerbegriffs, wobei lokale Beispiele wie das Schweizer Ortsbürgerrecht als Modelle für tiefere Verbundenheit und Mitbestimmung dienen. Ein zentrales Anliegen seines Buches aus 2015 ist die Forderung nach einem neuen Denken, das Erkenntnisse aus der Quantenphysik und Systemtheorie nutzt, um starre Machtstrukturen durch lebendige, polylogische Prozesse zu ersetzen.Letztlich plädiert Hülkenberg für eine Verantwortung im Anthropozän, in der mündige Bürger die Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten nicht dem Markt überlassen, sondern als menschliche Gemeinschaft selbst übernehmen. |
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| Quellen: Hülkenberg, Josef, Nur mal angenommen … Demokratie ginge anders Auf der Spur einer Sehnsucht und den Bedingungen ihrer Realisierung, Hamburg 2015 | |
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Sehnsucht nach SouveränitätFühlen Sie sich auch frustriert von der Politik? Spüren Sie diese nagende Ahnung, dass unsere Demokratie nicht hält, was sie verspricht, dass die entscheidenden Weichenstellungen ohne uns stattfinden? Dieses Gefühl ist kein Zufall. Es ist das Symptom einer tiefen Sehnsucht nach Souveränität in einer Zeit, in der uns diese Souveränität systematisch entgleitet. Die Wurzel des Problems liegt in einem fundamentalen Missverständnis dessen, was Demokratie wirklich bedeutet.Es ist an der Zeit, die maroden Fundamente unseres politischen Denkens einzureißen. Die folgenden fünf Thesen, destilliert aus radikaler Gesellschaftskritik, sind nicht nur Denkanstöße – sie sind das notwendige Werkzeug dafür. Sie fordern uns heraus, unsere bequemsten Überzeugungen über Bord zu werfen und die Rolle des Bürgers völlig neu zu denken. Weiterlesen |
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Auf der Suche nach dem Kompass?
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| Deutsche Christdemokraten suchen ihren Kompass in der programmatischen Wurzel ihrer Partei. Donals Trump dagegen erklärt seine eigene Moral zum Kompass seines Handelns. Doch wie Pfadfinder und Soldaten schon früh lernen, gehört zur Orientierung auch die Landkarte. Was, wenn die zerrissen ist, wie ein alter Falk-Plan auf einer Mülldeponie? Wie schaffen, wie rekonstruieren wir aus dessen Resten unsere notwendige Orientierung?Hier kommt der Sozialphilosoph Johannes Heinrichs (*1942) ins Spiel. Während sich die Philosophie nach Hegel in isolierte Spezialdisziplinen auflöste, ermöglicht Heinrichs’ Reflexionslogik eine systematische Integration, die sowohl universelle Strukturen erkennt als auch offen für neue Erfahrungen bleibt.Wie wichtig seine integrale Philosophie für die gesellschaftliche Entwicklung ist, lässt sich an mehreren Kernpunkten festmachen:
1. Überwindung der Demokratiekrise Heinrichs diagnostiziert, dass heutige Parteiendokratien strukturell unfähig sind, notwendige Reformen umzusetzen, da sie verschiedene Sachfragen (Wirtschaft, Bildung, Ethik) in unzulässige „Paket-Lösungen“ pressen. Sein Modell der Wertstufendemokratie sieht vier spezialisierte parlamentarische Kammern vor, was die politische Handlungsfähigkeit durch eine sachgemäße Gliederung wiederherstellen soll. Weiterlesen |
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Größenwahn oder Augenmaß
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| Das Maß verloren? | ||
| Söders Fusionspläne im Konflikt mit der Philosophie der kleinen Einheiten | ||
| 1. Einleitung: Zwei unvereinbare Visionen für Deutschlands ZukunftDer aktuelle Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, deutsche Bundesländer zu fusionieren, ist mehr als nur ein finanzpolitischer Schachzug; er ist die Speerspitze einer Denkschule, die Effizienz über Identität stellt und damit eine philosophische Grundfrage unserer Zeit aufwirft: Ist „größer“ wirklich immer „besser“? Söders primäre Motivation ist die radikale Reform des Länderfinanzausgleichs, doch seine Vision einer zentralisierten Ordnung steht im diametralen Widerspruch zu einer radikal entgegengesetzten Philosophie: der des Denkers Leopold Kohr. Wo Söder auf Zusammenschluss und Skaleneffekte setzt, sah Kohr die Lösung für die Pathologien der Moderne in Teilung und Kleinteiligkeit. Dieser Artikel analysiert die beiden unvereinbaren politischen Ontologien und beleuchtet sie am konkreten Fallbeispiel der saarländischen Denkschrift zur Teilautonomie, die Kohrs Ideen als Verteidigungsstrategie aufgreift. Weiterlesen | ||
Selbstermächtigung der Bürger in der Stadtentwicklung
Kernerkenntnisse zur Selbstermächtigung der Bürger in der StadtentwicklungDieses Briefing fasst die zentralen Thesen meiner Masterarbeit aus dem Jahr 2025 „Selbstermächtigung der Bürger als Konstitutive demokratischer Stadt- und Regionalentwicklung“ / „Citizen Empowerment as a Constitutive Element of Democratic Urban and Regional Development“ zur Neuausrichtung der Bürgerbeteiligung in der Stadt- und Regionalentwicklung zusammen. Der Kern meiner Argumentation ist die Forderung, die Mitwirkung der Bürger nicht länger als ein politisch „zu gewährendes Recht“, sondern als ein fundamental „zu gewährleistendes Recht“ zu etablieren. Einen Lösungsansatz sehe ich in der „Reflexionslogik“, ein strukturierendes Prinzip, das komplexe gesellschaftliche Entscheidungsprozesse hierarchisch ordnet und sicherstellt, dass ethische Grundwerte den Rahmen für Kultur, Politik und schließlich die Wirtschaft vorgeben. Dies bietet eine tragfähige Statik, um der Selbstermächtigung der Bürger Gestaltungsmacht zu verleihen und sie gegen antidemokratische Kräfte zu verteidigen. |
Unterschlagene Propheten
Verantwortungsträger in Klerus und Laienschaft suchen synodal nach Wegen aus der Misere.
Da lohnt ein Blick auf engagierte und klarsichtige Christen, deren Einsichten in ihrer Zeit als irritierend und störend abgetan wurden. Priester als auch Laien zählen zu diesen Propheten, deren Erkenntnisse noch heute (oder gerade heute) Wege aus den Sackgassen eröffnen.
Texte dieser Vordenker habe ich als interaktive MindMaps aufbereitet.
MindMaps erlauben, die Argumentation des Autors grafisch wie eine Landkarte zu entfalten. Anders als im klassischen Fließtext wird es dem Leser möglich, in der Gedankenwelt des Autors zu stöbern.
Nach und nach stelle ich die MindMaps (bzw. die Links dazu) hier auf dieser Seite ein.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen und gute Einsichten beim Stöbern.
Den Start macht ein Vortrag von Dr. Walter Friedberger zu den Sozialen Intentionen des Jesus von Nazareth aus dem Jahr 1976. Dr. Friedberger leitete von 1970 bis 1991 die überdiözesane Priesterfortbildung der bayrischen Bistümer.
Himmlische Weisheit?
„Luja sag i!“, grantelt der verstorbene Gepäckträger Aloisius als „Münchner im Himmel“. Dieser Himmel langweilt ihn, auf Ewigkeit verdammt zur Lobhudelei mit der Harfe auf einer einsamen Wolke. In der Satire Ludwig Thomas ist Gott nachsichtig und schickt den Grantler als Boten göttlicher Weisheit zurück ins Leben und zur bayrischen Staatsregierung. Leider kommt Aloisius auf seinem Weg am Hofbräuhaus vorbei, kehrt ein und bleibt auf ewig dort hocken. So bleibt der bayrischen Staatsregierung der Zugang zu göttlicher Weisheit bis heute verschlossen.
Doch was wäre, böte der Himmel mehr als langweilige Lobhudelei? Nur mal angenommen, die Choreografie der kürzlich erlebten Männer-Initiation gäbe einen Vorgeschmack auf die andere Seite des Lebens. Die Seelen Verstorbener würden von himmlischen Elders (Engel oder Seelen der Ahnen) empfangen und behutsam zu Reflexion des eigenen Lebens geführt. Auch beim Blick in die eigenen Abgründe von der Fürsorge der Elders gestützt. Diese hülfen ihnen zu erkennen, wo und wie sie aus Unkenntnis oder Unwillen falsche Entscheidungen trafen; wo sie aus Wut, Zorn, Angst oder Egoismus Mitmenschen verletzten und somit hinter die eigenen Möglichkeiten wahren Menschseins zurückblieben.
Von dort führten die Elders sie auf den heilsamen Weg, auf den Weg der Einsicht, dass selbst die größte Verfehlung nicht von der Liebe Gottes trennt.
Sich auf diese Liebe vertrauensvoll einzulassen, bringt die Höllenfeuer in uns zum Erlöschen.
Sollte mein jüngster Tag in eine derartige Choreografie münden, sehe ich ihm schon heute gelassen und mit freudiger Neugier entgegen.
Trotzdem hat es damit längst noch keine Eile.
















