Archiv der Kategorie: Persönlich

1000 x nix – dann ZOOM

Danke an www.facebook/Rainer_Tüschenbönner für seine pointierte und inspirierende Verknüpfung von ZOOM und. Wie man einen guten Wein kaut, um dessen Geschmacksfülle auszukosten, kaue ich Rainers Gedanken nach.

- ZOOM als existenzielles Moment, welches die Sicht auf die Welt als plötzliche Fokussierung auf den „Kern der Sache“.

- ZOOM als existenzielles Moment, welches die Sicht auf die Welt gründlich verändert.

„Und es hat ZOOM gemach“ textete und sang Klaus Lage in seinem Hit. Zuvor war jedoch 1000 mal nix passiert.

1000 Momente, in denen nichts funkt. Momente voller Impulse, Riten und frohen Botschaften, die uns bekannt sind, doch uns im Kern nicht erreichen.

Und irgendwann dieser eine Moment des ZOOM, die Erfahrung, die uns bis ins Mark flasht. Eine Erfahrung, die die Welt ins Wanken bringt, uns von den Beinen haut, in der die Vorhänge unseres Denkens zerreißen und Tempel einstürzen.

„Gott liebt dich und vertraut dir. Seine Liebe wird dich nie verlassen“ ist plötzlich nicht mehr theologischer Leitsatz oder religiöse Weisheit. ZOOM – und dieser Satz wird existenzielle, lebensfördernde Erfahrung.

Auch wenn 1000 mal nichts passiert, so ein ZOOM flasht und erhellt. Möge Jede und Jeder immer wieder mit ZOOM-Momenten gesegnet sein

Ein Fundament als Impulse

Aufbruch um heute die NRW-Wahl Landesgrenze nach RP zu überschreiten. Danke an Liz und Hubertus für Gastfreundschaft, Quartier und gute Gespräche.

Die historische Saalkirche in Oberholtdorf bietet einen Hinweis:

Solange wir uns ohne fundamentalistische Ambitionen immer wieder reflektierend am Fundament orientieren, bietet Kirche erhellende und lebensfreundliche Perspektiven. Dazu lohnt es, traditionell und historisch Liebgewonnenes loszulassen. Mögen sie unsere Erinnerungskultur prägen, Gegenwart und Zukunft brauchen eigenständige Impulse.

Als “durch die Geschichte pilgernde Volk Gottes” (II. Vatikanischen Konzil) sollte historische Ballast nicht im Reisegepäck sein.

Grenzen bischöflicher Macht

Geschichte im Heute

Geschichte im Heute

Vom nördlichsten Kölner Stadtteil Worringen geht es nun quer durch die Domstadt gen Süden. Mein Freund und Gastgeber, Pastor Volker Hofmann-Hanke von der evangelischen Hoffnungs-Gemeinde begleitete mich gemeinsam mit Pflegetochter Filia zum Worringer Bruch.

Dort fand 1288 die entscheidende Schlacht im Limburger Erbfolgestreit statt. Siegfried von Westerburg, Kölner Erzbischof und Landesherr des Kurfürstentums Köln verlor Schlacht, Macht und Freiheit. Die Vorherrschaft des Erzbischofs in Rheinland und Niederrhein war gebrochen. Neue Machtzentren entstanden in Düsseldorf und Mülheim. Die Stele im Ortskern Worringens erinnert an diese Entwicklung. Der daneben eingelassene „Engel der Kulturen“ bezeugt die Hoffnung auf eine in gemeinsamer Verantwortung gestaltete Zukunft.

Brutalität als Erlösung?

„Deinen Tod verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit.“ Täglich und in ungezählten Kirchen weltweit sprechen Christen dieses Gebet. In der nun beginnenden Karwoche wird besonders intensiv Leiden und Kreuzestod des Jesus von Nazareth als Erlösungsstat für die Menschheit in Erinnerung gerufen.

Immer intensiver befallen mich Zweifel, ob wir mit der Vorstellung vom erlösenden Opfertod Jesu Seiner Botschaft gerecht werden. Weiterlesen

“Bruder Esel” bleibt störrisch

Nachtquartier am Rheinufer bei Dormagen

Nachtquartier am Rheinufer bei Dormagen

Immer wieder gibt mir der eigene Körper Signale, ich befände mich im Grenzbereich des Zulässigen. Vor allem spüre ich, wenn der Blutdruck in den Keller geht. Zum Glück lernte ich in den vergangenen Jahren, diese Signale zu interpretieren und ernst zu nehmen. Pausen, rasten, trinken, langsam gehen stimmen “Bruder Esel” dann wieder milde. Die kalkulierte Tagesstrecke verkürzt es allerdings gewaltig.

Nach der ersten Woche weiß ich aber auch, dass nach der Schonphase frische Kraft den Ausgleich bringt. So erreichte ich plangerecht Köln-Worringen und bin Gast der Pastorenfamilie der evangelischen Hoffnungsgemeinde.

Gott und die Welt, theologisches nachdenken und freundschaftlicher Klön verknüpfen sich.

Begegnung mit Jesus

Sonnenuntergang bei Dormagen

Sonnenuntergang bei Dormagen

Heute sprach mich (ein) Jesus an. Am Rheinufer bei Dormagen hatte er mich sitzen sehen. Mein Rucksack. Habe ihm gezeigt, dass ich wohl auf längerer Tour sei. Etwa auf dem Camino nach Santiago de Compostela?

Dorthin wolle er demnächst aufbrechen, den Pilgerausweis habe er bereits bestellt. Er sei kein Christ, doch sein Name Isa ist die arabische Form des Namens Jesu. Pilgern in christlicher Tradition gäbe ihm vielleicht neue Impulse bei der Suche nach dem eigenen zukünftigen Weg.
Vor 20 Jahren sei er mit 21 voller Hoffnung aus der Türkei nach Deutschland angereist. Weiterlesen

Ein Philosoph in Duisburg

Mittagsrast in Duisburg-Wedau. Meine Gedanken wandern zu Johannes Heinrichs. Der Sozialphilosoph lebt in seiner Heimatstadt Duisburg, über viele Jahre nannten wir uns Freunde.

 

Die Reflexionslogik dieses Philosophen hat die Kraft, unser soziales Miteinander und die sich daraus ergebenden Strukturen im Geist der Freiheit und Liebe des Evangeliums zu revolutionieren. Weiterlesen

Den eigenen Visionen trauen

- der Resignation entgegengehen.

Auf der Spur des Ziehvaters – Pilgern mit dem hl. Josef

Nur wenig ist von ihm bekannt. Keine mündlichen Aussagen, keine Texte und dokumentierte Überlegungen finden sich in den alten Schriften.

Zimmermann soll er gewesen sein, archäologische Funde seines Wirkens fehlen.

Als Jude lebte er im orientalischen Lebensraum des Nahen Ostens. Noch heute ist es dort skandalös, wird eine Braut schwanger – vor allem, wenn der Bräutigam nicht der Vater ist. Noch heute muss eine junge Orientalin befürchten, in solcher Situation vom Bräutigam und der eigenen Familie verstoßen, möglicherweise sogar ermordet zu werden.

Umso erstaunlicher das Handeln des gehörnten Zimmermanns. Er bleibt seiner Braut treu, nimmt sie und das Ungeborene unter seinen Schutz und bildet mit ihnen eine Familie. Die alten Schriften berichten, Träume hätten seinen Zorn aufgelöst und ihm Einsicht in einen göttlichen Heilsplan gegeben. Nach der Geburt des Kindes habe er im Vertrauen auf einen weiteren Traum die junge Familie durch die Flucht nach Ägypten vor den Kindsmördern des Herodes gerettet.

Er wurde zum Ziehvater des Mannes, auf den und dessen befreiende Botschaft sich seit 2000 Jahren die Christenheit bezieht. Die Rede ist von Josef. Er zählt zu den Hauptfiguren der Weihnachtsgeschichte. Weiterlesen