<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>denk!BAR  &#187; Auf Männerpfaden</title>
	<atom:link href="http://denkbar-mobil.de/category/allgemeines/auf-maennerpfaden/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://denkbar-mobil.de</link>
	<description>Impulse zum Umdenken </description>
	<lastBuildDate>Thu, 23 Jul 2026 15:48:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
		<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
		<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.8.2</generator>
	<item>
		<title>Altern in Moll – Reifen in Dur</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2026/07/altern-in-moll-reifen-in-dur/</link>
		<comments>http://denkbar-mobil.de/2026/07/altern-in-moll-reifen-in-dur/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 15:27:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[Reifen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://denkbar-mobil.de/?p=1429</guid>
		<description><![CDATA[Ich bin alt. Schon mein ganzes, langes Leben war ich alt Und wurde stets älter. Alt war ich schon am Tag meiner Taufe- 3 Tage alt. Alt war ich bei der Einschulung – 6 Jahre alt. Im Alter von 17 die Gesellenprüfung, beim Studienabschluss 22 Jahre alt. Immer wieder war ich alt. Hochzeiten und Lebenskrisen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin alt.</p>
<p>Schon mein ganzes, langes Leben war ich alt</p>
<p>Und wurde stets älter.</p>
<p>Alt war ich schon am Tag meiner Taufe-</p>
<p>3 Tage alt.</p>
<p>Alt war ich bei der Einschulung –</p>
<p>6 Jahre alt.</p>
<p>Im Alter von 17 die Gesellenprüfung,</p>
<p>beim Studienabschluss 22 Jahre alt.</p>
<p>Immer wieder war ich alt.</p>
<p>Hochzeiten und Lebenskrisen formten mein Altern.</p>
<p>In Reflexionen dieser Entwicklungen wird Altern zur Reifung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun bin ich ein Ältester im Lebens-Herbst.</p>
<p>Zeit der Ernte wird dazu gesagt.</p>
<p>Doch reife Bäume ernten nicht.</p>
<p>Sie streuen ihre Früchte als Aussaat..</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Abfinden mit den Verminderungen ist „Altern in Moll“.</p>
<p>„Reifen in Dur“ dagegen heißt:</p>
<p>Früchte zur Aussaat geben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="right"><i>Josef Hülkenberg</i></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://denkbar-mobil.de/2026/07/altern-in-moll-reifen-in-dur/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wenn Werte käufliche Auswege haben</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2026/07/wenn-werte-kaeufliche-auswege-haben/</link>
		<comments>http://denkbar-mobil.de/2026/07/wenn-werte-kaeufliche-auswege-haben/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 15:06:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionslogik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leihmutterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[wertstufendemokratie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://denkbar-mobil.de/?p=1423</guid>
		<description><![CDATA[Leihmutterschaft, Oligarchisierung und der gefährdete Würdeschutz Politik beginnt nicht erst mit Gesetzen, Verordnungen und Parteitagsbeschlüssen. Sie beginnt dort, wo eine Gesellschaft entscheidet, was sie dem Menschen zumuten darf und was sie ihm niemals antun darf. Deshalb ist die Debatte über Leihmutterschaft keine bloßeSpezialfrage des Familienrechts und auch kein privates Randthema prominenter Personen. Sie berührt den [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Leihmutterschaft, Oligarchisierung und der gefährdete Würdeschutz</p>
<p>Politik beginnt nicht erst mit Gesetzen, Verordnungen und Parteitagsbeschlüssen. Sie beginnt dort, wo eine Gesellschaft entscheidet, was sie dem Menschen zumuten darf und was sie ihm niemals antun darf. Deshalb ist die Debatte über Leihmutterschaft keine bloßeSpezialfrage des Familienrechts und auch kein privates Randthema prominenter Personen. Sie berührt den innersten Punkt des demokratischen Selbstverständnisses: Wird der Mensch als Zweck an sich anerkannt, oder wird er, sobald es nützlich erscheint, zum Mittel fremder Wünsche, Interessen und Strategien?</p>
<p>Die Leihmutterschaftsaffäre um Jens Spahn macht diese Frage sichtbar, weil sich in ihr drei Ebenen überlagern: das private Glück eines Paares, das rechtliche Verbot einer Praxis in Deutschland und der politische Vorwurf der Doppelmoral. Nach öffentlichen Berichten wurde Spahn mit seinem Ehemann durch eine Leihmutterschaft in den Vereinigten Staaten Vater; zugleich blieb die CDU bei ihrer ablehnenden Haltung zur Leihmutterschaft, während in Deutschland ärztliche Mitwirkung und Vermittlung verboten sind. Juristisch ist damit noch nicht alles gesagt. Denn eine Handlung kann legal sein und dennoch politisch erklärungsbedürftig bleiben, wenn sie eine Norm umgeht, die man öffentlich verteidigt.<span id="more-1423"></span></p>
<p>Gerade für politisch wenig informierte Leserinnen und Leser ist wichtig: Der Vorwurf lautet nicht einfach, ein Politiker dürfe kein privates Leben haben. Der Vorwurf lautet auch nicht, ein Kind sei weniger willkommen, weil seine Entstehung politisch umstritten ist. Die Frage ist vielmehr, ob eine politische Elite Regeln für die Allgemeinheit setzt, aber für sich selbst Wege findet, dieselben Regeln durch Geld, internationale Mobilität und soziale Netzwerke faktisch zu umgehen. An diesem Punkt wird aus einem persönlichen Fall ein Lehrstück über Oligarchisierung.</p>
<h2>1.     Leihmutterschaft als Prüfstein der Menschenwürde</h2>
<p>Das deutsche Verbot der Leihmutterschaft steht in einem engen Zusammenhang mit dem Schutz der Menschenwürde aus Artikel 1 des Grundgesetzes. Die zentrale Idee ist einfach: Kein Mensch darf zum bloßen Werkzeug für Zwecke anderer gemacht werden. Das Bundesverfassungsgericht hat diese Idee in der sogenannten Objektformel verdichtet. Sie besagt, dass staatliches Handeln den Menschen nicht zum Objekt degradieren darf. Diese Formel wirkt abstrakt, wird aber im Fall der Leihmutterschaft sehr konkret.</p>
<p>Die Leihmutter kann in die Gefahr geraten, auf ihre Gebärfähigkeit reduziert zu werden. Wo Geld, Vertragsmacht und medizinische Kontrolle zusammenkommen, droht der weibliche Körper als Dienstleistungsort behandelt zu werden. Das gilt besonders dann, wenn ein starkes Wohlstandsgefälle zwischen Wunscheltern und austragender Frau besteht. Wer wenig besitzt, verkauft leichter das, was andere mit Geld nachfragen. Die Freiwilligkeit bleibt dann formal bestehen, kann aber sozial brüchig werden.</p>
<p>Auch das Kind ist nicht nur Ergebnis eines Wunsches, sondern von Anfang an Träger eigener Würde. Wenn seine Entstehung, Übergabe und rechtliche Zuordnung vertraglich organisiert werden, entsteht der Eindruck, es werde wie ein bestellbares Gut behandelt. Das bedeutet nicht, dass Wunscheltern ihr Kind nicht lieben. Es bedeutet aber, dass eine Gesellschaft prüfen muss, ob die Form der Ermöglichung das Kind symbolisch in die Nähe einer Ware rückt.</p>
<p>Gleichzeitig darf Würdeschutz nicht zur bloßen Parole werden. Es gibt ernstzunehmende Gegenargumente: Wenn eine erwachsene Frau selbstbestimmt helfen will, einem anderen Paar ein Kind zu ermöglichen, kann ein pauschales Verbot paternalistisch wirken. Es kann so erscheinen, als traue der Staat Frauen die eigene Entscheidung nicht zu. Genau deshalb ist die Leihmutterschaft politisch so schwierig: Sie liegt im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Schutz, zwischen Kinderwunsch und Kindeswohl, zwischen persönlicher Freiheit und sozialer Ausbeutung.</p>
<h2>2.     Warum der Fall Spahn mehr ist als Privatsache</h2>
<p>In einer liberalen Gesellschaft ist das Private geschützt. Niemand sollte ein Kind zum Gegenstand politischer Beschämung machen. Doch bei Spitzenpolitikern verschwindet die politische Bedeutung nicht, wenn eine Handlung privat motiviert ist. Wer öffentlich an Regeln mitwirkt, sie begründet, verteidigt oder parteipolitisch nutzt, steht unter einem besonderen Maßstab der Konsistenz. Das gilt besonders bei moralisch aufgeladenen Themen.</p>
<p>Der entscheidende Punkt ist die Asymmetrie. Für durchschnittliche Bürgerinnen und Bürger bleibt das deutsche Verbot faktisch eine harte Grenze. Wer nicht über große finanzielle Mittel, internationale Kontakte und juristische Beratung verfügt, kann die Auslandsoption kaum nutzen. Wer diese Mittel hat, kann den nationalen Normrahmen verlassen, ohne notwendig strafbar zu handeln. So entsteht der Eindruck: Die Regel gilt für die Mehrheit, die Ausnahme für jene, die sich den Ausweg leisten können.</p>
<p>Aus dieser Asymmetrie wächst der Doppelmoralvorwurf. Doppelmoral bedeutet nicht bloß, dass jemand seine Meinung ändert. Eine Meinungsänderung kann ehrlich, lernfähig und politisch wertvoll sein. Doppelmoral entsteht, wenn jemand nach außen eine Norm vertritt, nach innen aber eine entgegengesetzte Praxis wählt, ohne den Widerspruch offen zu erklären. Das Problem ist also nicht Elternschaft, sondern politische Glaubwürdigkeit.</p>
<p>Hier zeigt sich eine tiefe Krise der Parteiendemokratie. Parteien beanspruchen, Werte zu vertreten. Sie formulieren Programme, beschließen Linien, disziplinieren Abweichungen und werben um Vertrauen. Wenn aber ihre führenden Repräsentanten die öffentliche Norm nur solange tragen, wie sie persönlich nicht belastet, verwandelt sich Wertpolitik in Rollenpolitik. Der Wert gilt dann nicht unbedingt, sondern situationsabhängig. Er wird zum Konjunktiv: Er sollte gelten, solange er nicht den eigenen Lebensplan stört.</p>
<h2>3.     Oligarchisierung: Wenn Parteien ihre Basis überholen</h2>
<p>Oligarchisierung bedeutet wörtlich: Herrschaft weniger. Der Soziologe Robert Michels (1876-1936) beschrieb bereits 1911, dass große Organisationen, auch demokratische Parteien, dazu neigen, eigene Führungsgruppen auszubilden. Diese Gruppen verfügen über mehr Informationen, mehr Kontakte, mehr Routine und mehr Zugang zu Entscheidungen als die einfachen Mitglieder. Aus Vertretung wird Verwaltung, aus Verwaltung wird Macht, aus Macht wird Selbsterhalt.</p>
<p>Das ist kein moralischer Defekt einzelner Personen allein, sondern eine Strukturgefahr. Parteien brauchen Organisation, Sprecher, Fachleute und strategische Führung. Doch je professioneller sie werden, desto leichter entfernen sich ihre Spitzen von der Erfahrungswelt der Mitglieder und Wähler. Die Parteibasis diskutiert Werte; die Führung kalkuliert Mehrheiten. Die Basis fragt nach Glaubwürdigkeit; die Führung fragt nach Schadensbegrenzung. Die Basis denkt in Überzeugungen; die Führung denkt in Machtzyklen.</p>
<p>Im Fall der Leihmutterschaft wird diese Verschiebung sichtbar. Eine Partei kann auf einem Parteitag ein klares Nein zur Leihmutterschaft formulieren. Sie kann dies mit Menschenwürde, Kindeswohl und Schutz vor Kommerzialisierung begründen. Doch wenn ein führender Politiker derselben politischen Sphäre einen Auslandsweg nutzt, der nur Wohlhabenden offensteht, entsteht der Eindruck, die offizielle Norm sei vor allem eine symbolische Adresse an die Wählerschaft. Nach außen wird moralische Festigkeit gezeigt; nach innen organisiert man praktische Ausnahmen.</p>
<p>Genau hier kippt Oligarchisierung in Doppelmoral. Die politische Elite kann Regeln als Identitätsmarker verwenden, ohne selbst vollständig in deren soziale Wirklichkeit eingebunden zu sein. Sie kann ein Verbot befürworten und zugleich die Folgen des Verbots durch private Ressourcen abfedern. Das ist für den demokratischen Zusammenhalt gefährlich, weil es Bürgern signalisiert: Moralische Normen sind für die Regierten bindender als für die Regierenden.</p>
<p>Demokratische Empörung entsteht selten nur aus Neid. Sie entsteht, wenn Menschen den Eindruck gewinnen, dass Gleichheit vor dem Recht durch Ungleichheit der Möglichkeiten ausgehöhlt wird. Wenn eine verbotene Praxis im Inland durch legale Auslandsnutzung für Reiche verfügbar bleibt, wird das Verbot sozial selektiv. Es schützt dann nicht mehr nur die Würde, sondern markiert auch eine Klassengrenze. Die einen müssen verzichten, die anderen reisen aus.</p>
<p>Damit wird die Leihmutterschaftsaffäre zu einem Symptom. Sie zeigt, wie Parteien durch Oligarchisierung Werte in Machtinstrumente verwandeln können. Die Partei spricht im Namen des Volkes, aber die Führung bewegt sich in Lebenslagen, die vom Alltag vieler Bürger weit entfernt sind. Moralische Sprache dient dann der Bindung der Anhänger, während praktische Lebensführung der Elite eigenen Wegen folgt. Das beschädigt nicht nur eine Person oder eine Partei, sondern das Vertrauen in demokratische Repräsentation.</p>
<h2>4.     Warum die bisherige Parteiendemokratie überfordert ist</h2>
<p>Die klassische Parteiendemokratie bündelt sehr verschiedene Themen in einer einzigen Wahlentscheidung. Wer eine Partei wählt, stimmt zugleich über Wirtschaftsfragen, Kulturfragen, Familienbilder, Sicherheitsinteressen, Sozialpolitik und Grundwerte ab. Diese Bündelung ist praktisch, aber sie erzeugt Unschärfe. Bürger wählen oft das kleinere Übel. Parteien wiederum können unklare Mehrheiten als Zustimmung zu ihrem gesamten Paket auslegen.</p>
<p>Bei Themen wie Leihmutterschaft wird diese Unschärfe besonders problematisch. Hier treffen medizinische Technik, Kinderwunsch, Geschlechtergerechtigkeit, Familienrecht, Marktlogik, religiöse Überzeugungen und Verfassungsprinzipien aufeinander. Eine Partei kann dazu eine knappe Formel beschließen: dafür oder dagegen. Doch die Wirklichkeit verlangt eine differenzierte Ordnung der Argumente. Was ist eine Frage der Menschenwürde? Was ist eine Frage des Kindeswohls? Was ist eine Frage des Marktes? Was ist eine Frage kultureller Anerkennung? Und was ist eine Frage rechtlicher Sicherheit?</p>
<p>Die Parteiendemokratie ist versucht, diese Ebenen zu vermischen. Dann wird aus einer ethischen Grundfrage ein Wahlkampfsignal, aus einem Rechtsproblem ein Kulturkampf, aus einer sozialen Schutzfrage eine Identitätsfrage. Dadurch verlieren Bürger den Überblick. Wer politisch gering informiert ist, hört nur noch Schlagworte: Freiheit, Würde, Familie, Fortschritt, Verbot. Eine demokratische Ordnung, die ernst genommen werden will, muss solche Begriffe entwirren.</p>
<h2>5.     Die reflexionslogische Wertstufendemokratie als Gegenmodell</h2>
<p>Die Idee einer reflexionslogischen Wertstufendemokratie setzt genau an diesem Punkt an. Sie betrachtet Gesellschaft nicht als ungeordnetes Nebeneinander von Interessen, sondern als gegliedertes System verschiedener Sinn- und Handlungsebenen. Vereinfacht gesagt: Nicht jede politische Frage gehört zuerst auf dieselbe Ebene. Manche Fragen betreffen die Wirtschaft, manche das Recht und die Macht, manche die Kultur und manche die Grundwerte.</p>
<p>Reflexionslogisch heißt: Eine Gesellschaft soll über sich selbst nachdenken können, und zwar geordnet. Sie soll nicht nur reagieren, empören oder taktieren, sondern prüfen, auf welcher Ebene ein Problem entsteht und welche Ebene es begrenzen muss. Die Wertstufendemokratie schlägt deshalb eine stärkere funktionale Gliederung demokratischer Willensbildung vor: Wirtschaft, Politik/Recht, Kultur und Grundwerte werden unterscheidbar behandelt, damit nicht das stärkste Interesse alle anderen Ebenen verschluckt.</p>
<p><b> </b></p>
<p><b>Auf die politische Regelung von Leihmutterschaft angewandt bedeutet das: </b></p>
<p><b>1. Ebene der Legitimation (Das Grundwerteparlament)</b></p>
<p>Die Grundwertebene fragt zuvörderst nach der Grenze: Wo wird der Mensch als Subjekt anerkannt, und wo beginnt seine Instrumentalisierung? Hier stünde die fundamentale ethische Frage im Zentrum: Verstößt Leihmutterschaft gegen die Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG)?.</p>
<ul>
<li>Aufgabe: Die Sachparteien in dieser Kammer müssten konkurrierende ethische Konzepte vorlegen. Eine Partei könnte die „Objektformel“ des Bundesverfassungsgerichts betonen und argumentieren, dass Leihmutterschaft Frauen und Kinder zu „handelbaren Waren“ degradiert. Eine andere Sachpartei könnte die reproduktive Selbstbestimmung als Ausdruck der Würde und Autonomie der Frau verteidigen.</li>
<li>Ziel: Die legislative Festlegung der ethischen „roten Linien“, die für alle nachfolgenden Gesetze bindend sind. Zulässigkeit und Einhaltung dieser „roten Linien“ werden bei Bedarf im Rahmen der Gewaltenteilung durch die Judikative überprüft.</li>
</ul>
<p><b>2. Ebene der Verständigung (Das Kulturparlament)</b></p>
<p>Die kulturelle Ebene fragt nach Familie, Bindung, Herkunft, Gleichstellung und gesellschaftlicher Anerkennung verschiedener Lebensformen. Sie muss verständlich machen, dass der Wunsch nach Elternschaft menschlich ernst zu nehmen ist, ohne ihn automatisch zum Anspruch auf jedes verfügbare Mittel zu machen. In dieser Kammer würde der gesellschaftliche Diskurs über den Wandel von Familienbildern geführt.</p>
<ul>
<li>Aufgabe: Die Aufarbeitung umfasst die Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse (z. B. aus der Psychologie oder Kulturanthropologie) über die Auswirkungen auf das Kindeswohl und die pränatale Bindung. Welche emotionalen, sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen hat die Leihmutterschaft auf die biologische Mutter?</li>
<li>Diskurs: Sachparteien würden hier darüber streiten, wie ein moderner Familienbegriff (z. B. Regenbogenfamilien) mit traditionellen Vorstellungen von biologischer Abstammung in Einklang zu bringen ist.</li>
</ul>
<p><b>3. Ebene des Rechts und der Macht (Das politische Parlament)</b></p>
<p>Die rechtlich-politische Ebene fragt nach Elternschaft, Staatsangehörigkeit, Anerkennung ausländischer Entscheidungen und Schutzpflichten des Staates. Sie darf Kinder, die bereits geboren sind, nicht rechtlich im Schwebezustand lassen.</p>
<p>Diese Kammer ist für die konkrete Gesetzgebung und die rechtliche Rahmensetzung zuständig.</p>
<ul>
<li>Aufgabe: Basierend auf den Vorgaben der Grundwerte- und Kulturkammern müssten hier Regelungen für das Abstammungsrecht und das Adoptionsvermittlungsgesetz erarbeitet werden.</li>
<li>Fokus: Vermeidung von „hinkenden Rechtsverhältnissen“ durch klare Regeln zur Anerkennung ausländischer Urteile und die Schaffung eines antizipierten Adoptionsverfahrens, um Rechtssicherheit für das Kind zu gewährleisten.</li>
</ul>
<p><b>4. Ebene der materiellen Vorsorge (Das Wirtschaftsparlament)</b></p>
<p>Die ökonomische Ebene fragt nach Geld, Verträgen, Märkten, Agenturen, Versicherungen und Ausbeutung. Es muss verhindert werden, dass Armut zur Ressource für Reproduktionswünsche Wohlhabender wird. Im Wirtschaftsparlament würden die ökonomischen Aspekte und die Regulierung des „Marktes“ für Reproduktionsmedizin behandelt.</p>
<ul>
<li>Aufgabe: Sachparteien müssten entscheiden, ob und wie finanzielle Transaktionen geregelt werden. Dies betrifft die Unterscheidung zwischen kommerzieller (Honorar) und altruistischer (Aufwandsentschädigung) Leihmutterschaft.</li>
<li>Schutz: Es müssten Mechanismen geschaffen werden, die eine strukturelle Ausbeutung wirtschaftlich schlechter gestellter Frauen im In- und Ausland verhindern.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2>6.     Wie Würde politisch stabilisiert werden kann</h2>
<p>Der Schutz der Menschenwürde wird politisch nicht stabil, wenn er nur als feierliche Formel im Grundgesetz steht. Er wird stabil, wenn Institutionen verhindern, dass Würde je nach Machtlage, Geldinteresse oder Parteitaktik verschoben wird. Eine wertstufendemokratische Ordnung könnte dazu beitragen, indem sie Grundwerte nicht erst am Ende politischer Kompromisse erwähnt, sondern ihnen eine eigene demokratische Prüfungsfunktion gibt.</p>
<p><b>Erstens</b> würde sie Transparenz erzwingen. Wer Leihmutterschaft befürwortet, müsste offen sagen, ob er eine kommerzielle, altruistische oder streng regulierte Form meint. Wer sie ablehnt, müsste erklären, ob er jede Form für würdemeidend hält oder nur bestimmte Marktformen. Dadurch würde die politische Debatte ehrlicher, weil Schlagworte durch begründete Unterscheidungen ersetzt würden.</p>
<p><b>Zweitens</b> würde sie die Macht der Parteispitzen begrenzen. Wenn Bürger nicht nur Allround-Parteien wählen, sondern sachbezogene Vertretungen für unterschiedliche Ebenen, verliert die Parteiführung die Möglichkeit, widersprüchliche Positionen in einem Gesamtpaket zu verstecken. Ein Politiker könnte nicht mehr zugleich auf der Grundwertebene ein striktes Verbot als moralische Linie vertreten und auf der privaten Ebene eine faktische Ausweichpraxis schweigend nutzen, ohne sich der öffentlichen Reflexion stellen zu müssen.</p>
<p><b>Drittens</b> würde sie die Würde gegen ökonomische Überwältigung schützen. In modernen Gesellschaften neigt der Markt dazu, fast alles in Angebote und Preise zu übersetzen. Eine Wertstufendemokratie würde nicht leugnen, dass Geld, Medizin und Organisation notwendig sind. Aber sie würde dem Markt eine Grenze setzen: Der ökonomische Nutzen darf nicht definieren, was ein Mensch ist. Wo Geburt, Körper und Kind in Vertragsketten geraten, muss die Grundwertebene stärker sein als die Zahlungsfähigkeit.</p>
<p><b>Viertens</b> würde sie Autonomie und Schutz nicht gegeneinander ausspielen. Eine reife Demokratie darf Frauen nicht pauschal bevormunden. Sie darf aber auch nicht so tun, als sei jede Einwilligung frei, nur weil ein Vertrag unterschrieben wurde. Reflexionslogisch stabiler Würdeschutz fragt daher nach Bedingungen echter Freiheit: Information, soziale Absicherung, psychologische Beratung, Rücktrittsmöglichkeiten, Schutz vor Druck und klare Rechte des Kindes.</p>
<h2>7.     Von der Empörung zur demokratischen Erneuerung</h2>
<p>Die Affäre Spahn sollte nicht in persönlicher Häme enden. Eine Demokratie gewinnt nichts, wenn sie private Lebensfreude zerstört. Sie gewinnt aber auch nichts, wenn sie politische Widersprüche aus Rücksicht auf Prominenz beschweigt. Entscheidend ist, die strukturelle Lehre zu ziehen: Parteien oligarchisieren, wenn ihre Spitzen Werte verwalten, statt sich ihnen selbst zu unterwerfen. Sie verlieren Glaubwürdigkeit, wenn sie für die Allgemeinheit Grenzen verteidigen, deren praktische Härte sie persönlich umgehen können. Verlust der Glaubwürdigkeit zieht auch Vertrauensverlust nach sich.</p>
<p>Gerade deshalb braucht der Würdeschutz mehr als moralische Appelle. Er braucht Institutionen, die Wertfragen sichtbar, prüfbar und verbindlich machen. Die reflexionslogische Wertstufendemokratie bietet hierfür einen Denkweg: Sie trennt nicht künstlich, was zusammengehört, sondern ordnet, was sonst durcheinandergerät. Sie macht deutlich, dass Wirtschaft der Versorgung dient, Recht der verbindlichen Ordnung, Kultur der Verständigung und Grundwerte der Legitimation aller anderen Ebenen.</p>
<p>Am Beispiel der Leihmutterschaft heißt das: Der Kinderwunsch verdient Respekt, aber er hebt die Würde anderer nicht auf. Die Selbstbestimmung der Frau verdient Respekt, aber sie darf nicht durch Armut, Marktlogik oder Vertragsdruck ausgehöhlt werden. Das Kind verdient Liebe, aber auch die Anerkennung, niemals Produkt eines Geschäfts zu sein. Und die Politik verdient Vertrauen nur dann, wenn ihre Repräsentanten die Normen, die sie dem Volk zumuten, auch für sich selbst ernst nehmen.</p>
<p>Darum liegt die eigentliche Bewährungsprobe der Demokratie nicht darin, ob sie jeden technischen Fortschritt erlaubt oder jedes moralische Risiko verbietet. Sie liegt darin, ob sie den Menschen auch dort als unantastbar erkennt, wo Wunsch, Geld und Macht besonders verführerisch zusammenwirken. Wenn Werte nur für jene gelten, die sich keinen Ausweg leisten können, zerfällt die Republik in Moral für die Mehrheit und Ausnahmefreiheit für die Wenigen. Ein würdiger Staat aber darf die Würde nicht delegieren, nicht verkaufen und nicht ins Ausland auslagern. Er muss sie so ordnen, dass sie den Schwachen schützt, den Mächtigen bindet und die Politik daran erinnert: Demokratie ist erst dann glaubwürdig, wenn ihre höchsten Werte auch für ihre höchsten Vertreter gelten.</p>
<p>Jh 21/07/2026</p>
<p>Zur Vertiefung:</p>
<ul>
<li><b>Heinrichs, Johannes</b>: <i>Das Projekt Grundwerteparlament</i>. <a href="https://www.johannesheinrichs.de/media/cms_574a6c04b1e34.pdf">[johannesheinrichs.de]</a></li>
<li><b>Heinrichs, Johannes</b>: <i>Reflexion als soziales System</i>. Bonn 1976.</li>
<li><b>Heinrichs, Johannes</b>: <i>Revolution der Demokratie. Eine konstruktive Bewusstseinsrevolution</i>. Edition Johannes Heinrichs, 2014.</li>
<li><b>Hülkenberg, Josef</b>: <i>Nur mal angenommen &#8230; Demokratie ginge anders. Auf der Spur einer Sehnsucht und den Bedingungen ihrer Realisierung</i>. Hamburg, 2015.</li>
<li><b>Hülkenberg, Josef</b>: <i>Selbstermächtigung der Bürger als Konstitutive demokratischer Stadt- und Regionalentwicklung</i> (Masterarbeit, Hochschule Wismar, WS 2024/25). <a href="https://www.netzwerk-demokratie-und-beteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/netzwerktreffen_2025/statement_huelkenberg_poster_II_thesis.pdf">[netzwerk-d...iligung.de]</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://denkbar-mobil.de/2026/07/wenn-werte-kaeufliche-auswege-haben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Ende der moralischen Instanz?</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2026/03/das-ende-der-moralischen-instanz/</link>
		<comments>http://denkbar-mobil.de/2026/03/das-ende-der-moralischen-instanz/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 11:05:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
		<category><![CDATA[Cocktails aus der denk!BAR]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Laienapostolat]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenken über...]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionslogik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[Afd]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Willensbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://denkbar-mobil.de/?p=1399</guid>
		<description><![CDATA[Wie die BaWü-Wahl die Macht der Kirchen entlarvtDer verborgene Wahlkrimi Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 wird als einer der knappsten Wahlkrimis in die Geschichte des Bundeslandes eingehen. Auf den ersten Blick siegten die Grünen unter Cem Özdemir mit 30,2 Prozent hauchdünn vor der CDU. Doch die wahre Geschichte steht im Kleingedruckten der Wahltagsbefragungen. Eine [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b>Wie die BaWü-Wahl die Macht der Kirchen entlarvt</b><b>Der verborgene Wahlkrimi </b>Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 wird als einer der knappsten Wahlkrimis in die Geschichte des Bundeslandes eingehen. Auf den ersten Blick siegten die Grünen unter Cem Özdemir mit 30,2 Prozent hauchdünn vor der CDU. Doch die wahre Geschichte steht im Kleingedruckten der Wahltagsbefragungen. Eine exklusive Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen, die auf einer massiven Stichprobe von 21.000 Befragten in 160 Wahllokalen basiert, enthüllt eine völlig andere politische Landkarte. Hätte man nur in die Kirchenbänke oder Moscheen geblickt, wäre der Wahlabend nicht mit dem Sieg Özdemirs, sondern mit einem Triumph der Union zu Ende gegangen. Die Daten zeigen: Religiöse Identität ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein mächtiger – wenn auch oft paradoxer – Hebel der politischen Macht.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="200"><i>Video-Zusammenfassung</i><i>KI-generiert</i><a href="https://youtu.be/C6i080aD-yM"><img class="alignleft size-full wp-image-1402" alt="Wahlverhalten der Christen" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Wahlverhalten-der-Christen.png" width="256" height="141" /></a><b><i> </i></b></td>
<td valign="top" width="259"><i>Themengrafik KI-generiert</i> <a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Wahlen-BW.png"><img class="alignleft size-full wp-image-1401" alt="Wahlen BW" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Wahlen-BW.png" width="2752" height="1536" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b><i>Quellen</i></b>:<b></b></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><i><a href="https://katholisch.de/artikel/67592-christen-waehlen-anders-analyse-der-baden-wuerttemberg-wahl">https://katholisch.de/artikel/67592-christen-waehlen-anders-analyse-der-baden-wuerttemberg-wahl</a>  <a href=" https://www.forschungsgruppe.de/Startseite/"> </a></i><i><a href=" https://www.forschungsgruppe.de/Startseite/">https://www.forschungsgruppe.de/Startseite/</a>    </i><a href="https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/umfrage-afd.shtml ">https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/umfrage-afd.shtml </a></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b><i>Zum vertieften Lesen:</i></b><b></b></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b>Erkenntnis 1: Ein anderer Ministerpräsident – Die Dominanz der CDU bei Christen </b>Wäre Baden-Württemberg ein Land, in dem nur Katholiken und Protestanten zur Wahl gehen, hieße der Ministerpräsident heute Manuel Hagel. Die Daten belegen einen massiven „konfessionellen Bonus“ für die CDU. Während die Partei im Gesamtergebnis bei 29,7 Prozent stagnierte, scharten sich die Kirchenmitglieder hinter der Union: 38 Prozent der Katholiken und 30 Prozent der Protestanten gaben Hagel ihre Stimme. In einer rein christlichen Wählerschaft hätte dies für eine komfortable Regierungsmehrheit gereicht. Die Analyse der Forschungsgruppe Wahlen lässt hier keinen Spielraum für Interpretationen:„Manuel Hagel wäre Ministerpräsident geworden, wenn nur die Stimmen von Katholiken und Protestanten gezählt hätten.“<span id="more-1399"></span></p>
<p><b>Erkenntnis 2: Die Warnung, die verhallte – Die Resilienz der AfD trotz kirchlichem Veto </b></p>
<p>Eines der politisch brisantesten Ergebnisse ist die erschütternde Erfolgsquote der AfD innerhalb der christlichen Milieus. Trotz der beispiellosen moralischen Brandmauer der Kirchenführungen – die katholischen Bischöfe hatten der AfD bereits 2024 „völkischen Nationalismus“ vorgeworfen – erwies sich die Partei als erstaunlich resilient gegenüber kirchlichen Wahlempfehlungen.Die Bischöfe bezeichneten die Partei explizit als „für Christen unwählbar“. Dennoch wählten 17 Prozent der Katholiken und sogar 19 Prozent der Protestanten die AfD. Damit liegt das Ergebnis unter Christen fast punktgenau im Bereich des allgemeinen Wahlergebnisses (18,8 Prozent), bei dem die Partei ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 2021 verdoppeln konnte. Der „moralische Schutzschild“ der Kirchen ist durchbrochen: Die AfD wächst in religiösen und säkularen Gruppen nahezu im Gleichschritt. Religiöse Bindung fungiert nicht mehr als Immunisierung gegen rechtspopulistische Angebote.</p>
<p><b>Erkenntnis 3: Identität vs. Ideologie – Warum Muslime nicht Özdemir wählten</b></p>
<p>Eine der analytisch interessantesten Verschiebungen betrifft die muslimischen Wähler. Obwohl die Grünen mit Cem Özdemir einen Spitzenkandidaten stellten, der sich selbst als „säkularen Muslim“ identifiziert, blieb die erhoffte Sogwirkung aus: Nur 16 Prozent der Muslime wählten Grün. Stattdessen dominierten soziale Gerechtigkeitsthemen die Wahlentscheidung dieser Gruppe.</p>
<p>Die SPD (20 Prozent) und vor allem die Linke (17 Prozent) feierten bei den Muslimen Erfolge, die weit über ihrem Gesamtdurchschnitt lagen. Besonders frappierend: Die Linke erzielte bei Muslimen fast das Vierfache ihres Gesamtergebnisses (4,4 Prozent). Es scheint, als hätte Özdemirs betont säkulare Identität für gläubige oder traditionelle Muslime kaum Bindungskraft entfaltet, während das „soziale Gewissen“ der Linksparteien als wirkungsvolles Gegengewicht fungierte.</p>
<p><b>Erkenntnis 4: Der „Gottesdienst-Faktor“ – Ein Milieu innerhalb des Milieus</b></p>
<p>Die Untersuchung bestätigt, dass die CDU eine „Kernfestung“ besitzt, die weiterhin nach alten Regeln funktioniert: das Milieu der praktizierenden Gläubigen. Wer wöchentlich den Gottesdienst besucht, wählt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Union. Unter den aktiven Katholiken erreichte die CDU einen Spitzenwert von 46 Prozent, bei den Protestanten waren es 35 Prozent.</p>
<p>Hier zeigt sich ein „Milieu innerhalb des Milieus“. Je stärker die rituelle Bindung an die Institution Kirche ist, desto tiefer ist die Verwurzelung in der Union. Das „C“ im Parteinamen ist in den aktiven Kirchenbänken nach wie vor die stärkste Währung. Für Manuel Hagel war dies die wichtigste Machtbasis, die ihn beinahe ins Staatsministerium getragen hätte.</p>
<p><b>Erkenntnis 5: Gender-Gap und die fundamentale Macht der Konfessionslosen</b></p>
<p>Die Analyse fördert zudem eine tiefe demografische Spaltung zutage. Innerhalb der katholischen Kirche zeigt sich ein eklatanter Geschlechterunterschied: Während 20 Prozent der katholischen Männer AfD wählten, waren es bei den katholischen Frauen nur 15 Prozent.</p>
<p>Die wahre Machtverschiebung findet jedoch jenseits der Religion statt. Die Konfessionslosen (ca. 40 Prozent der Bevölkerung) sind heute die Königsmacher. Sie wählten zu 37 Prozent die Grünen und hoben damit Özdemir im Amt. Wie radikal die konfessionslose Wählerschaft das politische Gefüge verschiebt, zeigt ein Gedankenexperiment aus der Datenanalyse: Hätten nur Konfessionslose gewählt, wäre die Linke mit 7 Prozent sicher im Landtag vertreten gewesen – während die SPD mit nur 4 Prozent an der Sperrklausel gescheitert und aus dem Parlament geflogen wäre.</p>
<p><b>Fazit: Eine gespaltene Wählerschaft und die Zukunft der „christlichen“ Wahl</b></p>
<p>Die Landtagswahl 2026 markiert einen Wendepunkt. Religion spielt in Baden-Württemberg zwar weiterhin eine entscheidende Rolle, doch ihre Funktion hat sich gewandelt. Die CDU bleibt die Partei des gottesdienstlichen Kernmilieus, verliert aber den Zugriff auf jene Christen, die der Kirche nur noch auf dem Papier angehören. Das bittere Fazit für die Kirchenleitungen: Ihre moralische Autorität wirkt nicht mehr bis in die Wahlkabine, wie die Resilienz der AfD-Wähler zeigt.</p>
<p>In einer Gesellschaft, in der die Konfessionslosen die SPD aus dem Parlament drängen könnten und ein muslimischer Spitzenkandidat eher die säkulare Mitte als seine eigene Religionsgemeinschaft mobilisiert, stellt sich die Systemfrage: Hat das „C“ in der Politik noch eine integrative Kraft, oder wird es zum Erkennungsmerkmal einer schrumpfenden Nische? Wohl nicht nur in Stuttgart wird die Macht heute nicht mehr unter den Kirchtürmen, sondern in den wachsenden Freiräumen dazwischen entschieden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://denkbar-mobil.de/2026/03/das-ende-der-moralischen-instanz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zur Identitätskrise junger Männer</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2026/03/zur-identitaetskrise-junger-maenner/</link>
		<comments>http://denkbar-mobil.de/2026/03/zur-identitaetskrise-junger-maenner/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 19:16:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
		<category><![CDATA[Cocktails aus der denk!BAR]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenken über...]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionslogik]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://denkbar-mobil.de/?p=1357</guid>
		<description><![CDATA[&#160; &#160; &#160; &#160; &#160;         Ursachen, Folgen und systemische Handlungsfelder 1. Einleitung: Die Erosion der männlichen Teilhabe als gesellschaftliches Risiko Die gegenwärtige Krise junger Männer darf nicht länger als Summe individueller Biografien oder persönlicher Defizite missverstanden werden. Aus der Perspektive der Bildungssoziologie zeichnet sich ein strukturelles Risiko ab, das wie ein [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://youtu.be/NDScPmBIpwI"><img class="alignleft  wp-image-1359" alt="Krise junger Männer 2" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Krise-junger-Männer-2.png" width="289" height="218" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>       </b></p>
<p style="text-align: left;" align="left"><b>Ursachen, Folgen und systemische Handlungsfelder</b></p>
<p><b>1. Einleitung: Die Erosion der männlichen Teilhabe als gesellschaftliches Risiko</b></p>
<p>Die gegenwärtige Krise junger Männer darf nicht länger als Summe individueller Biografien oder persönlicher Defizite missverstanden werden. Aus der Perspektive der Bildungssoziologie zeichnet sich ein strukturelles Risiko ab, das wie ein „Riss im Fundament“ unserer gesellschaftlichen Teilhabe wirkt. Wenn ein signifikanter Teil einer Generation den Anschluss an Bildungsbiografien verliert, sich vom Arbeitsmarkt entfremdet und in reaktionäre digitale Subkulturen flüchtet, ist der soziale Zusammenhalt als Ganzes gefährdet. Eine strategische Analyse dieses Phänomens muss jenseits ideologischer Gräben erfolgen: Es geht nicht um die Revitalisierung patriarchaler Hierarchien, sondern um die Sicherung der Zukunftsfähigkeit unserer Institutionen. Die mangelnde Integration junger Männer führt zu messbaren Verwerfungen, die von ökonomischer Prekarität bis hin zu politischer Instabilität reichen. Um diese Entwicklung umzukehren, ist eine kühle Analyse der harten Fakten des Bildungssystems die notwendige Voraussetzung.</p>
<p><b>2. Bestandsaufnahme: Die Bildungsschere im primären und sekundären Sektor</b></p>
<p>Schulabschlüsse fungieren in der modernen Wissensgesellschaft als primäre Zugangsberechtigung für gesellschaftliche Teilhabe. Wer hier scheitert, bleibt oft dauerhaft marginalisiert. Die aktuelle Datenlage verdeutlicht, dass Jungen im Bildungssystem systematisch ins Hintertreffen geraten.<span id="more-1357"></span></p>
<table width="100%" border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td>Indikator</td>
<td>Mädchen / Frauen</td>
<td>Jungen / Männer</td>
<td>Strategische Relevanz</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Top-Abitur (Quote)</b></td>
<td>55 %</td>
<td>43 %</td>
<td>Massive Disparität bei Elite-Zugängen</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Relative Erfolgswahrscheinlichkeit</b></td>
<td><b>+ 80 %</b></td>
<td>Basiswert</td>
<td>Mädchen erreichen fast doppelt so oft Spitzennoten</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Bildungsbenachteiligte / Kranke</b></td>
<td>~ 1/3</td>
<td><b>2/3</b></td>
<td>Jungen dominieren die Problemgruppen</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Schulabbruchrisiko</b></td>
<td>Niedriger</td>
<td><b>Signifikant höher</b></td>
<td>Prekäre Startbedingungen in den Arbeitsmarkt</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Die Ursachen für diese „Bildungsschere“ sind systemisch. Jungen scheiden schneller aus dem System aus und verlassen die Schule häufiger ohne Abschluss. Während die moderne Schule stark auf sprachliche und akademisierte Kompetenzen setzt, werden traditionelle Stärken wie mechanisches Know-how oder physische Handlungsfähigkeit seltener adressiert. Diese schulische Unterleistung ist kein isoliertes Problem, sondern die direkte Vorstufe zu einer dauerhaften ökonomischen Marginalisierung.</p>
<p><b>3. Transition in die Arbeitswelt: Kompetenz-Mismatch und die „Härte-Falle“</b></p>
<p>In einer Dienstleistungs- und Wissensökonomie sind „Soft Skills“ – insbesondere kommunikative und soziale Kompetenzen – zu strategischen Schlüsselqualifikationen geworden. Hier offenbart sich eine wachsende Diskrepanz zwischen Anforderungsprofilen und männlichen Sozialisationsmustern.</p>
<p>Viele junge Männer zeigen ein ausgeprägtes Ablehnungsverhalten gegenüber Berufsfeldern, die soziale Interaktion erfordern. Stattdessen ziehen sie sich in körperlich anspruchsvolle Bereiche zurück, die durch Automatisierung zunehmend unter Druck geraten. Ein kritisches Hindernis ist dabei ein tradierter Disziplinbegriff, den Protagonisten wie Karim oder Matteo (Berlin-Neukölln) verkörpern: Die Fehlannahme, dass physische Stärke und äußere Härte fehlende formale Qualifikationen kompensieren könnten. Dieses Credo – „Harter Kern, weicher Boden“ – führt direkt in eine Karrieresackgasse. Die Fixierung auf Fitness und Disziplin als „Abkürzung“ zum Erfolg ignoriert die ökonomische Realität, in der kommunikative Kompetenz die wahre Währung ist. Diese berufliche Perspektivlosigkeit schafft das Vakuum, das junge Männer vermehrt in radikalen Identitätsräumen füllen.</p>
<p><b>4. Psychosoziale Desintegration und die Flucht in die „Manosphere“</b></p>
<p>Die Krise hat eine tiefgreifende psychologische Dimension. Der Verlust an Anerkennung führt zu einer Verunsicherung, die sich oft in einer spezifisch männlichen Form der Depression äußert. Wie Experten wie Wolf Gaebel betonen, manifestiert sich diese Depression bei Männern oft nicht durch Rückzug, sondern durch Irritabilität, Aggression und externe Schuldzuweisungen.</p>
<p><b>Kritische Indikatoren der Desintegration:</b></p>
<ul>
<li><b>Suizidraten:</b> Bei den 10- bis 25-Jährigen ist Suizid eine der häufigsten Todesursachen; knapp drei Viertel (75 %) der Fälle betreffen junge Männer.</li>
<li><b>Politische Radikalisierung:</b> Es besteht eine deutliche Tendenz zu rechtsautoritären Milieus. Bei Landtagswahlen wählten 30 % der jungen Männer die AfD (vs. 14 % der Frauen).</li>
<li><b>Digitale Radikalisierung:</b> In der sogenannten „Manosphere“ (TikTok, YouTube) füllen Figuren wie <b>Andrew Tate</b> das Vakuum fehlender Vaterfiguren. Mit Begriffen wie der <b>„Red Pill“</b> oder dem Ausbruch aus der <b>„Matrix“</b> wird eine misogyne Ideologie verbreitet. Hier wird die pseudowissenschaftliche <b>80/20-Regel</b> propagiert (80 % der Frauen begehren nur die obersten 20 % der Männer), was den Druck zur „Härte“ und zur Ablehnung emotionaler Offenheit weiter verstärkt.</li>
</ul>
<p>Diese Entwicklung ist kein biologisches Schicksal, sondern die Reaktion auf den Verlust historisch gewachsener Strukturen, deren Wandelbarkeit oft unterschätzt wird.</p>
<p><b>5. Historischer Kontext: Das Patriarchat als veränderbares Konstrukt</b></p>
<p>Männliche Dominanz wird oft als Naturgesetz missverstanden, ist jedoch ein soziales Konstrukt, das durch spezifische Transformationen entstand. Die Archäologie datiert die Festigung patriarchaler Strukturen auf die Zeit zwischen 10.000 und 3.000 v. Chr.</p>
<p>Katalysator war der <b>Klimawandel</b> und das Verschwinden des Großwilds. Dies zwang die Menschen von egalitären Jagdgemeinschaften zur sesshaften Landwirtschaft. In dieser Zeit entstanden „mannheitsverehrende“ Religionen und phallische Monumente wie in <b>Göbekli Tepe</b>. Der Übergang von matrilinearen zu patrilokalen Strukturen (Frauen müssen zu den Familien der Männer ziehen) und ein massiver <b>„genetischer Flaschenhals“</b> – in dem sich nur sehr wenige, mächtige Männer fortpflanzten – zementierten die männliche Herrschaft. Erst mit der Staatenbildung und der Entwicklung des <b>grammatikalischen Geschlechts</b> (um 2500 v. Chr.) wurde dieses System strukturell abgesichert. Da diese Strukturen das Ergebnis sozioökonomischer Bedingungen sind, können sie für die Anforderungen der Moderne auch gezielt neugestaltet werden.</p>
<p><b>6. Strategische Handlungsempfehlungen für Institutionen und Politik</b></p>
<p>Um die Integration der „Verlierer des Systems“ sicherzustellen, bedarf es proaktiver Interventionen. Ein passives Abwarten würde die gesellschaftlichen Kosten potenzieren.</p>
<ol start="1">
<li><b>Bildungspolitische Reformen:</b> Implementierung gezielter Jungenförderung zur Schließung der Abitur-Lücke. Schulen müssen die „männliche Depression“ (Aggression als Hilferuf) erkennen.</li>
<li><b>Arbeitsmarkt-Integration:</b> Aufbrechen stereotyper Berufsbilder. Die Förderung kommunikativer Kompetenzen muss als Kernbestandteil männlicher Ausbildung etabliert werden, um den Mismatch zur Dienstleistungsökonomie zu beheben.</li>
<li><b>Gesellschaftliche Identitätsarbeit:</b> Förderung von Projekten zur Vater-Sohn-Mediation und spezialisierter Männerberatung (analog zur Arbeit von Kazim Erdogan oder Björn Süfke). Prävention gegen die „Manosphere“ muss die „Red Pill“-Rhetorik dekonstruieren.</li>
</ol>
<p><b>Warnung:</b> Die geplante Halbierung des Budgets für die Förderung junger Männer (wie im Haushaltskontext 2026 angedeutet) ist strategisch kurzsichtig. Die Kosten durch Steuerverluste, Sozialausgaben und Kriminalität bei Bildungsverlierern übersteigen die Investitionen in Prävention um ein Vielfaches.</p>
<p><b>7. Fazit: Vom Krisenmodus zur neuen Stabilität</b></p>
<p>Die Krise junger Männer ist ein Alarmsignal für das gesamte System. Wo Bildungschancen fehlen und Rollenbilder erodieren, entstehen Räume für Radikalisierung. Es muss jedoch klargestellt werden: Die Unterstützung junger Männer ist kein Nullsummenspiel zulasten der Frauenförderung. Im Gegenteil: Eine stabile Gesellschaft benötigt beide Geschlechter in produktiven, zukunftsorientierten Rollen. Die Vision muss eine Gesellschaft sein, in der Bildungserfolg und moderne, resiliente Männlichkeit keine Widersprüche mehr bilden. Nur durch die Anerkennung dieses systemischen Problems kann der „Riss im Fundament“ dauerhaft geschlossen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://denkbar-mobil.de/2026/03/zur-identitaetskrise-junger-maenner/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Himmlische Weisheit?</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2021/08/himmlische-weisheit/</link>
		<comments>http://denkbar-mobil.de/2021/08/himmlische-weisheit/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 22 Aug 2021 11:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Laienapostolat]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://denkbar-mobil.de/?p=1065</guid>
		<description><![CDATA[„Luja sag i!“, grantelt der verstorbene Gepäckträger Aloisius als „Münchner im Himmel“. Dieser Himmel langweilt ihn, auf Ewigkeit verdammt zur Lobhudelei mit der Harfe auf einer einsamen Wolke. In der Satire Ludwig Thomas ist Gott nachsichtig und schickt den Grantler als Boten göttlicher Weisheit zurück ins Leben und zur bayrischen Staatsregierung. Leider kommt Aloisius auf [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2021/08/DSC06360.jpg"><img class="size-medium wp-image-1067 alignleft" style="margin-left: 15px; margin-right: 15px;" alt="SONY DSC" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2021/08/DSC06360-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a>„Luja sag i!“, grantelt der verstorbene Gepäckträger Aloisius als „Münchner im Himmel“. Dieser Himmel langweilt ihn, auf Ewigkeit verdammt zur Lobhudelei mit der Harfe auf einer einsamen Wolke. In der Satire Ludwig Thomas ist Gott nachsichtig und schickt den Grantler als Boten göttlicher Weisheit zurück ins Leben und zur bayrischen Staatsregierung. Leider kommt Aloisius auf seinem Weg am Hofbräuhaus vorbei, kehrt ein und bleibt auf ewig dort hocken. So bleibt der bayrischen Staatsregierung der Zugang zu göttlicher Weisheit bis heute verschlossen.</p>
<p>Doch was wäre, böte der Himmel mehr als langweilige Lobhudelei? Nur mal angenommen, die Choreografie der kürzlich erlebten Männer-Initiation gäbe einen Vorgeschmack auf die andere Seite des Lebens. Die Seelen Verstorbener würden von himmlischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elder_(Aborigines)">Elders</a> (Engel oder Seelen der Ahnen) empfangen und behutsam zu Reflexion des eigenen Lebens geführt. Auch beim Blick in die eigenen Abgründe von der Fürsorge der Elders gestützt. Diese hülfen ihnen zu erkennen, wo und wie sie aus Unkenntnis oder Unwillen falsche Entscheidungen trafen; wo sie aus Wut, Zorn, Angst oder Egoismus Mitmenschen verletzten und somit hinter die eigenen Möglichkeiten wahren Menschseins zurückblieben.</p>
<p>Von dort führten die Elders sie auf den heilsamen Weg, auf den Weg der Einsicht, dass selbst die größte Verfehlung nicht von der Liebe Gottes trennt.</p>
<p>Sich auf diese Liebe vertrauensvoll einzulassen, bringt die Höllenfeuer in uns zum Erlöschen.</p>
<p>Sollte mein jüngster Tag in eine derartige Choreografie münden, sehe ich ihm schon heute gelassen und mit freudiger Neugier entgegen.</p>
<p>Trotzdem hat es damit längst noch keine Eile.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://denkbar-mobil.de/2021/08/himmlische-weisheit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nun also Luzifer</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2021/08/nun-also-luzifer/</link>
		<comments>http://denkbar-mobil.de/2021/08/nun-also-luzifer/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Aug 2021 15:48:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Laienapostolat]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://denkbar-mobil.de/?p=1058</guid>
		<description><![CDATA[Wie bei den indigenen Kulturen sollten auch wir Ausschau halten nach Eindrücken, die uns zu einem neuen Namen als Ausdruck der Initiation führen können. Mir wurde das in den Wald durchbrechende Sonnenlicht, das Lichterspiel in den Zweigen und am Waldboden zum Leitbild. Dieses Licht wärmte und fand seinen Widerschein in mir. „Da ist ein Riss, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie bei den indigenen Kulturen sollten auch wir Ausschau halten nach Eindrücken, die uns zu einem neuen Namen als Ausdruck der Initiation führen können. Mir wurde das in den Wald durchbrechende Sonnenlicht, das Lichterspiel in den Zweigen und am Waldboden zum Leitbild. Dieses Licht wärmte und fand seinen Widerschein in mir.</p>
<p>„Da ist ein Riss, ein Riss in allem. So kommt das Licht herein.“, singt <a href="https://www.songtexte.com/songtext/leonard-cohen/anthem-7bdb72e4.html">Leonhard Cohen in seinem Song ANTHEM</a>. Meine Zerrissenheit, meine Brüche und Verunsicherungen finden Sinn: So kommt das Licht herein! So bin auch ich ein Träger Seines Lichtes!</p>
<p>Darum wurde mein Initiationsname LUZIFER.</p>
<p>Gestärkt, gesalbt und gesegnet traten wir über die Schwelle des Heiligen Raumes der Rituale in den Heiligen Raum der realen Welt.</p>
<p>Mit dem gegebenen Versprechen, in Zukunft als initiierte Männer zu leben, stellen wir uns der dreistufigen Daueraufgabe des Humanen:</p>
<ul>
<li>gesamtmenschliche Reifung und Entfaltung
<ul>
<li>aller und jedes Menschen
<ul>
<li>in der ständigen Vermenschlichung der Welt.</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Zu dieser Aufgabe sind alle Menschen aller Kulturen und Religionen berufen, Christen und Christinnen können und dürfen sich ihr nicht entziehen (<a href="https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html">GES 59</a>). Mit immer mehr <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elder_(Aborigines)">Elders</a>, also initiierten Frauen und Männern, können wir dieser Aufgabe gerecht werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://denkbar-mobil.de/2021/08/nun-also-luzifer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mit 70 auf Männerpfaden</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2021/08/mit-70-auf-maennerpfaden/</link>
		<comments>http://denkbar-mobil.de/2021/08/mit-70-auf-maennerpfaden/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Aug 2021 11:17:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Laienapostolat]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[St.-Josefs-Pilgerweg]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://denkbar-mobil.de/?p=1050</guid>
		<description><![CDATA[Geplant war es so nicht. Dass 2021 mir zum Jahr meiner endgültigen Initiation werden würde, stand nicht in der Neujahrsbotschaft. Wohl war der Impuls zu einem neuen Pilgerweg im Vorjahr beim Klausurwochenende unserer Männergruppe entstanden. Santiago de Compostella als angedachter Zielort fiel unter den Corona-Bedingungen unserer Zeit aus. Als Papst Franziskus das Jahr 2021 unter [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Geplant war es so nicht. Dass 2021 mir zum Jahr meiner endgültigen Initiation werden würde, stand nicht in der Neujahrsbotschaft. Wohl war der Impuls zu einem neuen Pilgerweg im Vorjahr beim Klausurwochenende unserer Männergruppe entstanden. Santiago de Compostella als angedachter Zielort fiel unter den Corona-Bedingungen unserer Zeit aus.</p>
<p>Als Papst Franziskus das Jahr 2021 unter den Schutz des heiligen Josef stellte und kurz darauf das Konzil als das höchste Lehramt der Kirche bestätigte, kam Rom als Ziel meiner <a href="http://denkbar-mobil.de/?p=1017">Pilgertour</a> in den Blick. Vier Wochen nach meinem 70. Geburtstag wurde der Josefstag (19.3.2021) zum Tag des Pilgersegens und des Aufbruchs.</p>
<p><a href="http://denkbar-mobil.de/?p=968">Zwar endete meine Pilgerschaft im Grenzgebiet zu Österreich</a>, doch die Hard-Core-Wanderschaft im kältesten Frühjahr der letzten Jahrzehnte hinterließ tiefe Spuren. Spuren im Körper, vor allem aber in meinem Denken und spirituellem Empfinden.</p>
<p>Diesen Spuren nachzugehen bot die diesjährige Klausur des Männerkreises. Gemeinsam begingen wir die rituelle Heldenreise am Beispiel des „<a href="https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/der_eisenhans">Eisenhans</a>“. Wir gingen unseren Verwundungen nach, zeigten und salbten sie einander.</p>
<p>Und nun stehe ich mit meinem <a href="http://denkbar.huelkenberg.de/">denkbar-mobil</a> auf dem Parkplatz eines bayerischen Busunternehmens, um mich mit vielen, mir noch fremden Männern auf die finale Initiation vom Learner zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elder_(Aborigines)">Elder</a> einzulassen.</p>
<p>Eine ungeplante erste Prüfungsaufgabe stellte der kurzfristig anberaumte Bahnstreik der Lokführergesellschaft. Veranstalter und Teilnehmer reagierten umgehend, spontane Fahrgemeinschaften sicherten die pünktliche Ankunft aller Initianten. Unserem gemeinsamen Weg auf den Männerpfaden steht nichts mehr im Wege.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://denkbar-mobil.de/2021/08/mit-70-auf-maennerpfaden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wann ist der Mann ein Mann?</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2021/07/wann-ist-der-mann-ein-mann/</link>
		<comments>http://denkbar-mobil.de/2021/07/wann-ist-der-mann-ein-mann/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2021 12:37:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Laienapostolat]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://denkbar-mobil.de/?p=1060</guid>
		<description><![CDATA[„Sei ein Mann! – Werde endlich ein Mann!“. Derartige Sprüche sind eine ständige Begleitmusik kleiner Jungen, älterer Jungen und sogar erwachsener Jungen auf ihrem Weg ins Leben. Doch „Wann ist der Mann ein Mann?“ fragt nicht nur Herbert Grönemeyer. Macht der erste Beischlaf den Mann oder die Zeit bei der Armee? Kann ein „Weich-Ei“ dennoch [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2021/07/Mann-sein.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1063" alt="Mann sein" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2021/07/Mann-sein-198x300.jpg" width="198" height="300" /></a>„Sei ein Mann! – Werde endlich ein Mann!“. Derartige Sprüche sind eine ständige Begleitmusik kleiner Jungen, älterer Jungen und sogar erwachsener Jungen auf ihrem Weg ins Leben.</p>
<p>Doch „Wann ist der Mann ein Mann?“ fragt nicht nur Herbert Grönemeyer. Macht der erste Beischlaf den Mann oder die Zeit bei der Armee? Kann ein „Weich-Ei“ dennoch ein Mann sein oder gilt nur der kraftstrotzende Macho?</p>
<p>Josef von Scharrel (*1961), Benediktiner im Kloster Nütschau, gründete dort das Haus Rafael als spezifisches Bildungshaus für Männer. Er leitet Waldexerzitien und Visionssuchen für das „starke Geschlecht“ im Steigerwald sowie in Schweden. Referent und Exerzitienmeister begleitet er Männergruppen auf ihrem Weg. Seine Erfahrungen legte er 2020 vor als Buch mit dem Titel „Mann werden – Mann sein“. Van Scharrel beleuchtet die Bedeutung der Väter für die Entwicklung der Jungen zum Mann aber auch die Mängel und Fehlentwicklungen patriarchaler Gesellschaft. Die Leser erfahren von den Archetypen des Mannseins und den Entwicklungsphasen der Heldenreise. Sie sind eingeladen alte Mann-Bilder aufzulösen und erfahren von den Möglichkeiten der spirituellen Initiation.</p>
<p>Übungen für zu Hause helfen dem Leser, dem Angelesenen am eigenen Leib nachzuspüren.</p>
<p>„Mann werden – Mann sein“ ist eine vorzügliche Einleitung und Vorbereitung auf eine Initiation in das moderne Mannsein. Ein Mannsein, welches befähigt in guter Kooperation mit initiierten Frauen diese Welt zu wahrer Menschlichkeit zu führen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<address><b>Josef van Scharrel</b></address>
<address><b>Mann werden – Mann sein</b></address>
<address><b>Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach, 2020</b></address>
<p><b><a href="https://www.lehmanns.de/shop/geisteswissenschaften/50735932-9783736503014-mann-werden-mann-sein">https://www.lehmanns.de/shop/geisteswissenschaften/50735932-9783736503014-mann-werden-mann-sein</a> </b></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://denkbar-mobil.de/2021/07/wann-ist-der-mann-ein-mann/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
