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	<title>denk!BAR  &#187; Querdenker</title>
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	<description>Impulse zum Umdenken </description>
	<lastBuildDate>Thu, 23 Jul 2026 15:48:37 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Altern in Moll – Reifen in Dur</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 15:27:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[Reifen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin alt. Schon mein ganzes, langes Leben war ich alt Und wurde stets älter. Alt war ich schon am Tag meiner Taufe- 3 Tage alt. Alt war ich bei der Einschulung – 6 Jahre alt. Im Alter von 17 die Gesellenprüfung, beim Studienabschluss 22 Jahre alt. Immer wieder war ich alt. Hochzeiten und Lebenskrisen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin alt.</p>
<p>Schon mein ganzes, langes Leben war ich alt</p>
<p>Und wurde stets älter.</p>
<p>Alt war ich schon am Tag meiner Taufe-</p>
<p>3 Tage alt.</p>
<p>Alt war ich bei der Einschulung –</p>
<p>6 Jahre alt.</p>
<p>Im Alter von 17 die Gesellenprüfung,</p>
<p>beim Studienabschluss 22 Jahre alt.</p>
<p>Immer wieder war ich alt.</p>
<p>Hochzeiten und Lebenskrisen formten mein Altern.</p>
<p>In Reflexionen dieser Entwicklungen wird Altern zur Reifung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun bin ich ein Ältester im Lebens-Herbst.</p>
<p>Zeit der Ernte wird dazu gesagt.</p>
<p>Doch reife Bäume ernten nicht.</p>
<p>Sie streuen ihre Früchte als Aussaat..</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Abfinden mit den Verminderungen ist „Altern in Moll“.</p>
<p>„Reifen in Dur“ dagegen heißt:</p>
<p>Früchte zur Aussaat geben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="right"><i>Josef Hülkenberg</i></p>
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		<title>Wege demokratischer Neuerung</title>
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		<pubDate>Fri, 22 May 2026 17:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionslogik]]></category>
		<category><![CDATA[Unterschlagene Propheten]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Sich an Populisten abzuarbeiten hat leider einen unerwünschten Effekt: sie erhalten durch diese Aufmerksamkeit ihre Bühne und bestimmen die Themen der Debatten. Es wird Zeit, die Aufmerksamkeit von den Gegnern der Demokratie zur Frage nach einer konstruktiven Weiterentwicklung der Demokratie umzulenken und für diese Weiterentwicklung einzutreten. a.       Einführung Bevor von neuen Formen der Demokratie die [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b>Sich an Populisten abzuarbeiten hat leider einen unerwünschten Effekt: sie erhalten durch diese Aufmerksamkeit ihre Bühne und bestimmen die Themen der Debatten. Es wird Zeit, die Aufmerksamkeit von den Gegnern der Demokratie zur Frage nach einer konstruktiven Weiterentwicklung der Demokratie umzulenken und für diese Weiterentwicklung einzutreten. </b></p>
<h2>a.       Einführung</h2>
<p>Bevor von neuen Formen der Demokratie die Rede ist, lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten. Politische Debatten beginnen heute meist mitten im Streit: über Parteien, Krisen, Gesetze, Fehlentscheidungen oder einzelne Personen. Das ist verständlich, denn politisches Geschehen zeigt sich im Alltag oft genau so. Doch wer nur auf diese sichtbare Oberfläche schaut, übersieht leicht die tiefere Frage: Wie können Menschen frei sein und dennoch gemeinsam handlungsfähig bleiben? Dieser Frage gehe ich als Sozialpädagoge seit nunmehr über fünfzig Jahren nach.</p>
<p>In dieser Zeit begegnete ich vielen Menschen, die die Sehnsucht nach personaler Selbstbestimmung in guten demokratischen Verhältnissen teilen. Auf einer Vielzahl  von Tagungen, Seminaren und in den eigenen Projekten lernte ich kreative Denker und engagierte Aktivisten kennen, durfte Initiativen wie den „Regionalen Aufbruch“ oder die „Initiative Verfassungskonvent“ mitgestalten. Und doch schafften wir es gemeinsam nicht, das Geschenk neuzeitlicher Demokratie vor autokratischen und populistischen Angriffen zu schützen. Herausforderungen der sozialen Gerechtigkeit, der Klimaverantwortung oder des internationalen Ausgleichs werden seit Jahrzehnten in den Mühlen des intransparent gewordenen politischen Systems zermahlen. Es ist Zeit, die Sehnsucht nach Demokratie erneut auf ihre Möglichkeiten und Bedingungen zu überprüfen.<span id="more-1433"></span></p>
<p>Demokratie wird oft entweder zu hoch oder zu niedrig beschrieben. Zu hoch, wenn sie nur als feierliches Verfassungsprinzip erscheint, das mit dem wirklichen Leben wenig zu tun hat. Zu niedrig, wenn man sie auf Wahlen, Umfragen oder parteipolitische Taktik verkürzt. Beides greift zu kurz. Demokratie ist nicht nur eine Staatsform und auch nicht nur ein Verfahren. Sie ist eine Weise des gesellschaftlichen Zusammenlebens.</p>
<p>Sie lebt davon, ob Menschen sich als ernstzunehmende Mitwirkende erfahren, ob sie die Regeln des Gemeinwesens verstehen und ob sie darauf vertrauen können, dass ihre Stimme mehr ist als ein symbolischer Akt.</p>
<p>Ausgerechnet hier liegt inzwischen ein spürbares Problem. Viele Bürgerinnen und Bürger erleben Demokratie nicht als lebendige gemeinsame Angelegenheit, sondern als ein System, das zwar Beteiligung verspricht, durch den Kampf der Interessen in der Praxis aber Distanz erzeugt. In der Sphäre dieser Auseinandersetzungen darf man wählen, kommentieren, protestieren oder Petitionen unterschreiben – doch bleibt das Gefühl, dass die entscheidenden Weichen anderswo gestellt werden. Das schwächt nicht nur das Vertrauen in die Politik, sondern auch das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit.</p>
<p>Solche Krisen haben selten nur eine Ursache. Sie entstehen dort, wo mehrere Ebenen zugleich aus dem Gleichgewicht geraten: wenn wirtschaftliche Zwänge politische Entscheidungen verengen, wenn öffentliche Debatten an Tiefe verlieren, wenn Bildung ihre orientierende Kraft einbüßt und wenn Grundfragen von Würde, Sinn und Verantwortung nur noch als Privatangelegenheit gelten. Deshalb genügt es nicht, an einer einzelnen Stellschraube zu drehen. Wer Demokratie erneuern will, muss ihre innere Ordnung verstehen.</p>
<p>So sollten wir Demokratie als gegliederte Lebensordnung zu betrachten. Eine Gesellschaft besteht nicht aus einem einzigen Bereich, der alles bestimmt. Sie umfasst Versorgung und Wirtschaft, Recht und Politik, Bildung und Kultur sowie jene tieferen Orientierungen, aus denen Menschen Maßstäbe für Gerechtigkeit, Würde und Sinn gewinnen. Das Bild eines vierstöckigen Hauses macht diese innere Architektur anschaulich. Es hilft zu erkennen, dass die verschiedenen Ebenen aufeinander angewiesen sind, aber nicht miteinander verwechselt werden dürfen.</p>
<p>Von dort aus entfaltet sich der weitere Gedankengang. Zunächst geht es um die Sehnsucht nach Mitwirkung, aus der demokratische Ordnungen geschichtlich erwachsen. Danach wird gefragt, welche Rolle Religion für den Bestand einer Demokratie spielen kann und wie sich diese Frage mit Hartmut Rosas (*1965) Resonanztheorie und Jürgen Habermas’ (1929-2026) deliberativer Demokratie verbinden lässt. Im Mittelpunkt steht dann die Wertstufendemokratie von Johannes Heinrichs (*1942), die das Gemeinwesen als ein vierstöckiges Haus beschreibt. Anschließend wird gezeigt, wie dieses Modell durch Permakultur und modulare Revolution eine Sprache der praktischen Gestaltung gewinnt.</p>
<p>Im weiteren Verlauf werden diese Ansätze im Bild des Hauses zusammengeführt. Dabei zeigt sich, dass Resonanz, deliberative Verständigung unter Einbeziehung der Bürger, permakulturelles Denken und modulare Veränderung keine konkurrierenden Programme sein müssen. Sie lassen sich als verschiedene, komplementäre Antworten auf dieselbe Frage lesen: Wie kann eine Demokratie so geordnet werden, dass sie menschlich, vernünftig, widerstandsfähig und lernfähig bleibt?</p>
<p>Diesen Text verstehe ich deshalb nicht als theoretische Fingerübung, sondern als Versuch, das Gemeinwesen neu lesbar zu machen. Er will zeigen, dass Demokratie mehr braucht als Zustimmung und Verfahren: nämlich Orientierung, Unterscheidungsvermögen und Formen der Beteiligung, die dem menschlichen Bedürfnis nach Mitwirkung wirklich entsprechen.</p>
<h2>1.                   Die Sehnsucht nach Mitwirkung</h2>
<p>Demokratie beginnt nicht erst mit Verfassungen, Parlamenten oder Wahlen. Wir können sie tiefer verstehen: als Ausdruck eines menschlichen Grundbedürfnisses, das in allen Zeiten wiederkehrt – des Wunsches, über das eigene Leben mitzubestimmen, respektiert zu werden und nicht bloß von oben regiert zu werden. Berühmte Stationen der Demokratiegeschichte erscheinen mir deshalb nicht als vereinzelte Aufbrüche, aus denen in späterer Betrachtung sich neue Ansätze entwickelten, sondern als sichtbare Früchte einer älteren, tief verwurzelten und allgemeineren Sehnsucht. Wo Menschen über ihr Leben nachdenken, Ungerechtigkeit wahrnehmen und sich gegen Bevormundung wehren, entsteht jener Impuls, den wir demokratisch nennen können<a title="" href="#_edn1">[i]</a>.</p>
<p>Aus dieser Perspektive ist Demokratie keine Erfindung an einem einzigen Ort, sondern ein geschichtlicher Lernprozess. Immer wieder haben Menschen Formen gesucht, in denen Macht begrenzt und gemeinsames Leben fairer geordnet werden kann.</p>
<p>Diese Suche lässt sich an verschiedenen geschichtlichen Beispielen beobachten. Im antiken Athen etwa verlangten freie Bürger politische Mitsprache, weil sie nicht nur arbeiteten, sondern auch Verantwortung für die Gemeinschaft trugen. Entscheidungen über die <b>Polis</b>, also die politische Gemeinschaft, wurden öffentlich auf der <b>Agora</b>, dem Marktplatz, beraten. Auch in älteren Stammeskulturen finden sich ähnliche Ansätze, etwa in Volksversammlungen wie dem <b>Thing</b> germanischer und nordischer Stämme.</p>
<p>Wichtig ist dabei weniger eine romantische Verklärung der Vergangenheit als ein wiederkehrendes Muster: Menschen wollen dort mitreden, wo sie von Entscheidungen unmittelbar betroffen sind. Im Mittelalter tritt dieser Wunsch in anderer Form auf. Die britische <b>Magna Carta</b> von 1215 war noch kein demokratisches Manifest im modernen Sinn, setzte aber ein entscheidendes und nachhaltiges Zeichen: Selbst der König sollte nicht schrankenlos herrschen, sondern an Regeln gebunden sein.</p>
<p>Diese Begrenzung von Macht gehört zum Kern jeder freiheitlichen Ordnung. Ähnlich lassen sich städtische Kämpfe um Mitspracherechte oder Aufstände gegen Willkürherrschaft im Mittelalter deuten: nicht als fertige Demokratie, wohl aber als Ausdruck des Verlangens nach Selbstbehauptung.</p>
<p>Auch Reformation und Aufklärung markieren wichtige Schritte. Wenn Martin Luther (1483-1546) die Verantwortung des Einzelnen betont und später Denker wie Rousseau (1712-1778) über Freiheit, Vernunft und Gemeinwillen nachdenken, wächst die Vorstellung, dass Menschen nicht nur Untertanen, sondern eigenständig Urteilende sind. Die Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts, besonders in Amerika (1763), Frankreich (1789) und im europäischen Vormärz (1848), greifen diesen Gedanken politisch auf. Die deutsche <b>Paulskirchenverfassung</b> von 1849 war zwar zunächst erfolglos, wurde aber zu einem wichtigen Bezugspunkt des deutschen Parlamentarismus, weil sie Grundrechte, Volksvertretung und staatliche Ordnung zusammendachte. Daran wird sichtbar: Demokratie lebt nicht bloß von Institutionen, sondern von Bürgern, die sich als Träger des Gemeinwesens verstehen.</p>
<p>Deshalb fällt die Diagnose der Gegenwart kritisch aus. Zwar dürfen die Menschen wählen, doch politische Macht entfernt sich danach oft wieder vom wirklichen Willen der Bevölkerung. Fraktionslogik verdrängt eigenständiges Urteilen, wirtschaftliche Interessen gewinnen Vorrang vor Gemeinwohl und Menschenwürde, und Parlamente verlieren an sichtbarer Gestaltungskraft. Demokratie droht so zu einer leeren Form zu werden. Deshalb braucht es mehr als kleine Korrekturen. Es bedarf einer Ordnung, in der die Gesellschaft sich stärker selbst reguliert und Bürgerinnen und Bürger nicht nur am Wahltag, sondern fortlaufend an politischen Entscheidungen beteiligt sind.</p>
<h2>2.                   Religion als Halt der Demokratie</h2>
<p>Eine Demokratie lebt nicht nur von Verfassungen, Wahlen und Institutionen. Sie lebt auch davon, ob Menschen einander zuhören können, ob sie sich als Teil eines gemeinsamen Ganzen verstehen und ob es Maßstäbe gibt, die über Nutzen, Erfolg und Tagesinteressen hinausweisen. Hier bekommt Religion eine Bedeutung, die in säkularen Gesellschaften oft unterschätzt wird. Gemeint ist nicht, dass Religion als Kirche oder Staatsreligion herrschen oder politische Entscheidungen ersetzen soll. Gemeint ist etwas Schlichteres und zugleich Grundsätzlicheres: Religion kann eine Gesellschaft daran erinnern, dass der Mensch mehr ist als Konsument, Wähler oder Funktionsträger. Sie hält Fragen nach Würde, Verantwortung, Grenze und Sinn wach. Wo solche Fragen ganz verstummen, verliert auch die Demokratie einen Teil ihrer inneren Tragkraft.</p>
<p>Der Soziologe Hartmut Rosa beschreibt mit dem Begriff der Resonanz, was Menschen zum Leben brauchen, damit sie nicht innerlich verstummen. Resonanz meint eine lebendige Beziehung zur Welt: etwas berührt uns, wir antworten darauf, und in diesem Vorgang verändert sich etwas in uns. Für die Demokratie ist das wichtig, weil politische Freiheit mehr verlangt als formale Rechte. Eine freie Ordnung braucht Bürgerinnen und Bürger, die ansprechbar bleiben, die eigene und andere Erfahrungen ernst nehmen und die Konflikte nicht nur als Kampf um Vorteile verstehen.</p>
<p>Religion kann in diesem Sinn ein Resonanzraum sein. Rituale, Gebet, Gesang, Schweigen, Feste und gemeinsames Gedenken unterbrechen die Logik ständiger Verwertung. Sie erinnern daran, dass nicht alles machbar, planbar oder kaufbar ist. Damit stärkt Religion nicht automatisch die Demokratie, aber sie kann Haltungen einüben, ohne die Demokratie auf Dauer austrocknet<a title="" href="#_edn2">[ii]</a>.</p>
<p>Der Soziologe und Philosoph Jürgen Habermas setzt an einer anderen Stelle an. Für ihn lebt Demokratie davon, dass Normen und Gesetze argumentativ und öffentlich begründet werden können. Bürger sollen nicht bloß Interessen durchsetzen, sondern Gründe austauschen. Diese Sicht ist bekannt als deliberative Demokratie. Ihr Kern ist einfach: In einer freien Gesellschaft darf Macht nicht das letzte Wort haben, sondern das bessere Argument muss zumindest eine faire Chance bekommen<a title="" href="#_edn3">[iii]</a>. Auch hier ist Religion nicht einfach ein Fremdkörper. Habermas hat gerade in seinen späteren Überlegungen betont, dass moderne Gesellschaften religiöse Stimmen nicht vorschnell an den Rand drängen sollten. Westliche Philosophien hätten ihre wesentlichen Wurzeln im alttestamentlichen Gerechtigkeitsideal und im neutestamentlichen Liebesethos. Sie können moralische Intuitionen, Erfahrungen der Selbstbegrenzung und Bilder von Gerechtigkeit einbringen, die für das Gemeinwesen wertvoll sind. Zugleich müssen sie sich in eine Sprache übersetzen lassen, die auch Andersdenkende nachvollziehen können. So trägt Religion zum demokratischen Gespräch nicht durch Sonderrechte bei, sondern durch einen Beitrag zur gemeinsamen Verständigung.</p>
<p>Für den Bestand der Demokratie heißt das: Sie braucht nicht notwendig Religion im engen konfessionellen Sinn, wohl aber Quellen der Orientierung, der Selbstbegrenzung und der inneren Sammlung. Religion ist eine mögliche, historisch starke Form solcher Orientierung. Wo sie Menschen für Würde, Verantwortung und das Hören auf andere öffnet, stärkt sie die demokratische Kultur. Wo sie sich selbst absolut setzt oder politische Macht anstrebt, gefährdet sie genau das, was sie eigentlich schützen könnte.</p>
<p>Entscheidend ist also nicht bloß, <i>dass</i> Religion vorhanden ist, sondern <i>wie</i> sie gelebt wird. Eine Demokratie bleibt nur dann lebendig, wenn sie von innen her mehr kennt als Verfahren: nämlich Vertrauen, Urteilskraft und die Bereitschaft, sich einem größeren Maßstab zu stellen.</p>
<h2>3.                   Das vierstöckige Haus der Demokratie</h2>
<p>Ausgehend von seiner seit 1976 entwickelten Reflexionstheorie<a title="" href="#_edn4">[iv]</a> stellte der Sozialphilosoph Johannes Heinrichs 2003 das Konzept der Wertstufendemokratie<a title="" href="#_edn5">[v]</a> vor. Dabei geht er einen wichtigen Schritt weiter als Rosa und Habermas. Heinrichs fragt nicht nur, welche Erfahrungen Menschen brauchen oder wie demokratische Verständigung gelingen kann. Er fragt auch, wie die Gesellschaft selbst aufgebaut sein muss, damit Menschlichkeit, Vernunft und Gemeinwohl nicht ständig von wirtschaftlichen oder machtpolitischen Interessen verdrängt werden. Sein Vorschlag beschreibt das Gemeinwesen als ein vierstöckiges Haus: unten die Wirtschaft, darüber Politik und Recht, dann Kultur mit Bildung, Wissenschaft und Kunst, und darüber die Ebene der Grundwerte, der Ethik und der Sinnfragen. Das Bild ist einfach, aber aufschlussreich, weil es zeigt: Nicht jede Frage gehört auf dieselbe Ebene, und nicht jeder Maßstab darf überall herrschen.</p>
<p>Im Verhältnis zu Rosa lässt sich sagen: Rosas Resonanztheorie beschreibt vor allem die Qualität gelingender Weltbeziehungen. Sie zeigt, warum Menschen innerlich verarmen, wenn alles nur noch nach Effizienz, Beschleunigung und Verfügbarkeit geordnet ist. Heinrichs ergänzt diese Diagnose um eine institutionelle Perspektive. Er fragt, welche gesellschaftliche Architektur nötig ist, damit Resonanzräume nicht bloß private Zufälle bleiben.</p>
<p>Man könnte zuspitzen: Rosa erklärt, welche Atmosphäre ein Haus braucht, um bewohnbar zu sein; Heinrichs fragt, wie dieses Haus gebaut sein sollte und zeigt auf, wie durch bewusste Dialogik die von Rosa geforderte Resonanz wahrhaft wird und Struktur findet. Resonanz braucht nämlich nicht nur offene Menschen, sondern auch Institutionen, die Bildung, Kultur, ethische Orientierung und politische Teilhabe schützen.</p>
<p>Im Verhältnis zu Habermas zeigt sich eine andere Ergänzung. Habermas vertraut auf die Kraft der öffentlichen Verständigung. Demokratische Legitimität entsteht für ihn vor allem dort, wo freie und gleiche Bürger ihre Gründe austauschen. Heinrichs hält das für notwendig, aber nicht für ausreichend. Denn selbst der beste Diskurs kann verzerrt werden, wenn Geld, Medienmacht oder parteipolitische Routinen den Gesprächsraum beherrschen.</p>
<p>Die Wertstufendemokratie will deshalb die Bedingungen des demokratischen Sprechens selbst ordnen. Sie unterscheidet systematisch zwischen wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und ethischen Fragen und schützt jede Ebene vor der Übermacht der anderen. So lässt sich sagen: Habermas betont die Form vernünftiger Verständigung, Heinrichs die Struktur, die diese Verständigung erst tragfähig macht.</p>
<p>In ihrer Verbindung werden die drei Ansätze besonders aufschlussreich. Rosa erinnert daran, dass Demokratie ohne lebendige Beziehungen kalt wird. Habermas zeigt, dass sie ohne faire Verständigung stumm bleibt. Heinrichs macht deutlich, dass sie ohne eine kluge innere Gliederung aus dem Gleichgewicht gerät. Die Wertstufendemokratie ist deshalb weder ein bloßes Konkurrenzmodell zu Resonanztheorie und deliberativer Demokratie noch deren einfache Fortsetzung. Sie ist eher ein Ordnungsrahmen, in dem beide Ansätze ihren eigenen Platz bekommen und sich entfalten können: Resonanz als Lebensqualität demokratischer Beziehungen, Deliberation als Form demokratischer Verständigung und Wertstufung als institutionelle Architektur des Ganzen.</p>
<h2>4.                   Wie das Haus wachsen kann</h2>
<p>Die Wertstufendemokratie erklärt, wie ein Gemeinwesen sinnvoll gegliedert werden kann. Sie sagt aber noch nicht von selbst, wie eine solche Ordnung praktisch wachsen soll. Hier werden Permakultur und modulare Revolution wichtig. Beide helfen, den eher abstrakten Gedanken des vierstöckigen Hauses in eine Sprache der Gestaltung und des schrittweisen Wandels zu übersetzen. Permakultur liefert eine Denkweise für lebendige, widerstandsfähige und lernfähige Systeme<a title="" href="#_edn6">[vi]</a>. Die modulare Revolution beschreibt einen Weg des gesellschaftlichen Wandels, der nicht auf den einen großen Umsturz wartet, sondern mit vernetzbaren, überschaubaren Bausteinen beginnt.</p>
<p>Wenn Menschen das Wort Permakultur hören, denken sie oft zuerst an Gemüsebeete, Mischkultur, Kompost oder Regenwassernutzung. Das ist nicht falsch, aber es ist nur die Oberfläche. Der irische Architekt Declan Kennedy (*1934) betont, dass Permakultur im Kern eine Gestaltungslehre für dauerhafte, widerstandsfähige und lebensfreundliche Systeme ist<a title="" href="#_edn7">[vii]</a>. Der Begriff entstand aus dem Gedanken einer dauerhaften Landwirtschaft und wurde durch die Arbeiten Kennedys und des Architekten Ekhard Hahn (*1942), einem Pionier des ökologischen Städtebaus, zu einer Idee dauerhafter Kultur in der Landschaftspflege und im Städtebau erweitert<a title="" href="#_edn8">[viii]</a>. Gemeint ist: Wie gestalten wir unser Leben so, dass es die Grundlagen des Lebens nicht zerstört, sondern regeneriert?</p>
<p>Die auf David Holmgren (*1955) gründenden zwölf Prinzipien lassen sich als Denkwerkzeuge lesen:</p>
<ul>
<li>beobachten, bevor man eingreift;</li>
<li>Energie sammeln und speichern;</li>
<li>einen wirklichen Ertrag erzielen;</li>
<li>aus Feedback lernen;</li>
<li>erneuerbare Ressourcen nutzen;</li>
<li>keinen Abfall produzieren;</li>
<li>zuerst Muster erkennen und dann Details gestalten;</li>
<li>integrieren statt trennen;</li>
<li>kleine und langsame Lösungen bevorzugen;</li>
<li>Vielfalt wertschätzen;</li>
<li>Randzonen beachten;</li>
<li>kreativ auf Veränderung reagieren.</li>
</ul>
<p>Diese Prinzipien sind nicht nur für Gärten nützlich. Sie helfen auch dabei, Nachbarschaften, Schulen, Kommunen oder demokratische Prozesse klüger zu gestalten.</p>
<p>Für politische Fragen ist besonders wichtig, dass Permakultur nicht mit der Illusion arbeitet, man könne alle Probleme von oben lösen. Sie schaut stattdessen auf Beziehungen. Was unterstützt sich gegenseitig? Wo entstehen schädliche Abhängigkeiten? Welche Funktionen sollten mehrfach abgesichert sein? Wie kann ein System lernen, ohne ständig von außen korrigiert zu werden? In dieser Perspektive wird Politik weniger zu einem Kampf um Durchsetzung und mehr zu einer Kunst der guten Anordnung. So  gewinnt nicht die größte Macht, sondern die bessere Verknüpfung.</p>
<p>Das passt erstaunlich gut zur Wertstufendemokratie. Denn auch eine Demokratie ist kein starres Gerät, sondern ein lebendiges Gefüge. Sie braucht Versorgung, ohne vom Markt beherrscht zu werden. Sie braucht Regeln, ohne zur bloßen Verwaltung zu verkommen. Sie braucht Bildung und Kultur, ohne sich im bloß Nützlichen zu erschöpfen. Und sie braucht Werte, ohne dogmatisch zu werden. Permakulturell gedacht heißt das: Jede Ebene soll ihre eigene Funktion behalten und zugleich so mit den anderen verbunden sein, dass das Ganze widerstandsfähiger wird.</p>
<p>Die modulare Revolution ergänzt diese Logik um eine politische Praxis. Der Sozialpsychologe Harald Welzer (*1958) geht davon aus, dass große Veränderungen oft dort beginnen, wo Menschen im Kleinen andere Formen des Wirtschaftens, Lernens, Entscheidens und Zusammenlebens aufbauen<a title="" href="#_edn9">[ix]</a>. Genossenschaften, Bürgerräte, Reparaturinitiativen, Gemeinschaftsgärten, lokale Energienetze, offene Werkstätten oder neue Lernorte sind solche Module. Sie sind nicht bloß Randphänomene. Sie können zu Keimformen einer anderen demokratischen Kultur werden, weil sie Selbstwirksamkeit erfahrbar machen und abstrakte Politik in konkrete Mitgestaltung übersetzen. Damit wird die modulare Revolution zum praktischen Gegenstück der Wertstufendemokratie: Was das Haus theoretisch gliedert, bauen die Module schrittweise im Alltag auf.</p>
<p>In ihrer Verbindung gleichen sich die drei Ansätze wechselseitig aus. Die Wertstufendemokratie verhindert, dass modulare Projekte beliebig nebeneinander stehen. Die modulare Revolution verhindert, dass das Hausmodell abstrakt bleibt. Die Permakultur verhindert, dass gesellschaftliche Erneuerung zu rein technischer Reform wird.</p>
<p>Zusammen entsteht ein Bild von Demokratie, das zugleich geordnet, lernfähig und lebensnah ist: eine Demokratie, die ihre Ebenen unterscheiden kann, Veränderung in kleinen Schritten ermöglicht und dabei immer fragt, ob ihre Strukturen das Leben fördern oder erschöpfen.</p>
<h2>5.                   Vier Wege in einer Ordnung</h2>
<p>Wenn man sowohl Resonanz, deliberative Demokratie, Permakultur und modulare Revolution im Bild des vierstöckigen Hauses zusammenführt, wird der Zusammenhang besonders anschaulich. Das Haus macht klar, dass eine gute Gesellschaft weder nur aus Wirtschaft noch nur aus Politik besteht. Jede Etage hat ihre eigene Aufgabe, und jede wird durch die genannten Ansätze auf besondere Weise beleuchtet. So kann sich das Sammelsurium diverser Theorien auflösen. Es entsteht eine innere Ordnung, in der sich die verschiedenen Gedanken gegenseitig verständlich machen.</p>
<p><b>Im Erdgeschoss</b> geht es um Wirtschaft und Versorgung. Hier helfen vor allem Permakultur und modulare Revolution. Permakultur erinnert daran, dass Versorgung auf Kreisläufen, Regeneration und Maß beruhen sollte. Die modulare Revolution zeigt, wie dies praktisch beginnen kann: mit Energie­genossenschaften, regionalen Ernährungsprojekten, Reparaturnetzwerken, Gemeinwohl­bilanzen oder gemeinschaftlichem Wohnen. In der Ordnung dieses Geschosses lässt sich Gemeinwohlökonomie entwickeln, Armut mindern und soziale Gerechtigkeit stärken. Überfällige Reformen zur Gesundheits- und Alterssicherung können wertorientiert und sachgerecht entwickelt werden.</p>
<p><b>Im ersten Stock</b>, also bei Politik und Recht, tritt Habermas besonders hervor. Deliberative Demokratie fordert faire Verständigung, öffentliche Begründung und Beteiligung. Die modulare Revolution ergänzt dies durch konkrete Beteiligungsformen wie Bürgerräte oder kommunale Werkstätten. Hier bekommen sie ihren rechtlichen Rahmen, mit denen sie auf Sachebene des Hauses eingesetzt werden können. Politik wird dann nicht bloß als Kampf um Mehrheiten verstanden, sondern als organisierte Form gemeinsamen Urteilens. Machtorganisation unterliegt den Wertentscheidungen im Dachgeschoss.</p>
<p><b>Im zweiten Stock</b>, also bei Bildung, Wissenschaft und Kultur, treffen sich Rosa und Habermas besonders deutlich. Resonanz ist hier wichtig, weil Lernen und Bildung nicht nur Informations­aufnahme, sondern Beziehung zur Welt bedeuten. Habermas erinnert daran, dass Erkenntnis und öffentliche Debatte auf Gründen, Kritik und Verständlichkeit beruhen müssen. Permakulturell gesprochen braucht besonders diese Etage Aufmerksamkeit für Muster, Rückmeldungen und Lernprozesse.</p>
<p><b>Im Dachgeschoss</b> schließlich liegen Ethik, Religion und Sinnfragen an. Hier wird sichtbar, warum Religion für den Bestand der Demokratie nicht belanglos ist. Sie kann Sprache für Würde, Verantwortung und Selbstbegrenzung bewahren. Rosa würde sagen: Sie hält Resonanzräume offen. Heinrichs würde sagen: Sie stärkt die oberste Orientierungsebene. Und Habermas würde ergänzen: Diese Orientierungen werden demokratisch fruchtbar, wenn sie in einen allgemein zugänglichen öffentlichen Dialog übersetzt werden. Hier werden die für die weiteren Geschosse verbindlichen Rahmen entschieden und Etage um Etage hinunter verdichtet. Die politische Interpretation der Grund- und Menschenrechte unterliegt dadurch nicht mehr dem ökonomischen oder machtpolitischen Diktat. Zudem wird die Auslegung der Grundrechte aus der Judikative zurück in die Legislative verlagert.</p>
<p style="text-align: center;" align="center"><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/07/WertstufenHaus.jpg"><img class=" wp-image-1435 aligncenter" alt="WertstufenHaus" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/07/WertstufenHaus.jpg" width="361" height="430" /></a></p>
<p>So verstanden zeigt das vierstöckige Haus keine starre Trennung, sondern eine geordnete Zusammenarbeit. Alle Etagen korrespondieren und kommunizieren miteinander zur Lösung komplexer Sachfragen. Geht es um Entscheidungen, greift die Rangfolge der Etagen: Das Dachgeschoss setzt die allgemeinverbindlichen Rahmenbedingungen, wie eine Kaskade werden diese Rahmenbedingungen von Etage zu Etage konkretisiert und heruntergebrochen. Die Rangfolge Ethik &gt; Kultur &gt; Politik &gt; Wirtschaft sichert, dass der Einfluss der einzelnen Geschosse im sachgerechten Rahmen bleibt.  Resonanz macht das Haus innerlich bewohnbar. Deliberation sorgt dafür, dass in ihm gesprochen und gestritten werden kann, ohne dass Gewalt oder bloße Macht das letzte Wort haben. Permakultur lehrt, seine Beziehungen so zu gestalten, dass sie tragfähig bleiben. Die modulare Revolution zeigt, wie Zimmer, Wege und Werkstätten dieses Hauses im Alltag überhaupt erst entstehen können. Gerade darin liegt die Stärke des Modells: Es erklärt nicht alles auf einmal, sondern ordnet das Ganze in nachvollziehbare Ebenen.</p>
<h2>6.                   Schluss: Die innere Ordnung des Hauses</h2>
<p>Als leitende Einsicht lässt sich somit formulieren: Demokratie bleibt nur dann lebendig, wenn ihre äußeren Verfahren von einer inneren Ordnung getragen werden. Wahlen, Parlamente und Gesetze sind unverzichtbar, aber sie genügen nicht. Ein Gemeinwesen braucht eine Wirtschaft, die dem Leben dient; eine Politik, die fair ordnet; eine Kultur, die Wahrheit, Bildung und Urteilskraft schützt; und eine Ebene der Grundwerte, die dem Ganzen Richtung gibt. Das Bild des vierstöckigen Hauses macht diese Ordnung sichtbar, ohne die Sache unnötig kompliziert zu machen.</p>
<p>Rosas Resonanztheorie erinnert daran, dass Demokratie Menschen braucht, die berührbar bleiben. Habermas macht deutlich, dass Freiheit nur dort politisch tragfähig wird, wo Gründe ausgetauscht und Konflikte sprachlich bearbeitet werden. Die Permakultur zeigt, dass lebendige Systeme auf Kreisläufen, Vielfalt und Rückmeldungen beruhen. Die modulare Revolution führt vor Augen, dass gesellschaftlicher Wandel mit konkreten, überschaubaren Schritten beginnen kann. Die Wertstufendemokratie bündelt diese Einsichten zu einer Form innerer Gliederung. Sie hilft zu verstehen, warum Demokratien aber auch gut gemeinte Reformprojekte scheitern, wenn sie die innere Ordnung nicht beachten und ihre Ebenen verwechseln<a title="" href="#_edn10">[x]</a>, und warum sie gewinnen, wenn sie ihre Unterschiede sinnvoll aufeinander beziehen.</p>
<p>Damit ist auch der praktische Sinn des Ganzen benannt. Demokratieerneuerung beginnt nicht erst bei großen Verfassungsreformen. Sie beginnt dort, wo Menschen wieder unterscheiden lernen: zwischen Nutzen und Würde, zwischen Macht und Verständigung, zwischen Wissen und Meinung, zwischen Orientierung und Beliebigkeit. Das vierstöckige Haus ist somit kein fernes Gedankengebäude, sondern eine Einladung, das Gemeinwesen neu lesbar zu machen. Eine menschliche Demokratie darf weder bloß verwaltet noch bloß erträumt werden. Sie muss in ihrer inneren Ordnung verstanden, Schritt für Schritt aufgebaut und gepflegt werden.</p>
<p>jh 5/2026</p>
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<hr align="left" size="1" width="33%" />
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<p><b>Quellenverzeichnis</b></p>
<p><b> </b>[i] Hülkenberg, Josef: <i>Nur mal angenommen &#8230; Demokratie ginge anders. Auf der Spur einer Sehnsucht und den Bedingungen ihrer Realisierung</i>. Hamburg, 2015.</p>
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<p><a title="" href="#_ednref2">[ii]</a> Rosa, Hartmut: <i>Demokratie braucht Religion &#8211; gerade jetzt</i>. München, 2026.</p>
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<p><a title="" href="#_ednref3">[iii]</a> Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ednref4">[iv]</a> Heinrichs, Johannes: <i>Reflexion als soziales System</i>. Bonn, 1976.</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ednref5">[v]</a> Heinrichs, Johannes: <i>Revolution der Demokratie. Eine konstruktive Bewusstseinsrevolution</i>. Edition Johannes Heinrichs, 2014.<b> </b></p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ednref6">[vi]</a> Holmgren, David: <i>Permaculture: Principles and Pathways Beyond Sustainability</i>. Hepburn: Holmgren Design Services, 2002.</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ednref7">[vii]</a> Krause, Peter: <i>Declan Kennedy. Permakultur leben, die Welt gestalten. Eine Biografie</i>. München 2020</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ednref8">[viii]</a> Hahn, Ekhard: Ökologischer Stadtumbau, Frankfurt/Main, 1993</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ednref9">[ix]</a> Welzer, Harald: <i>Das Haus der Gefühle</i>. Frankfurt/Main, 2025.<b> </b></p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ednref10">[x]</a>Hülkenberg, Josef: <i>Der Würde wegen, Ein Zwischenbericht zur INITIATIVE VERFASSUNGSKONVENT</i>, Hamburg, 2016</p>
<p>Ergänzende<b> </b>Orientierungsquellen:</p>
<ul>
<li><b>Bauer, Joachim</b>: <i>Prinzip Menschlichkeit</i>. München, 2008.</li>
<li><b>Heinrichs, Johannes</b>: <i>Das Projekt Grundwerteparlament</i>. <a href="https://www.johannesheinrichs.de/media/cms_574a6c04b1e34.pdf">[johannesheinrichs.de]</a></li>
<li><b>Hülkenberg, Josef</b>: <i>Nur mal angenommen &#8230; Demokratie ginge anders. Auf der Spur einer Sehnsucht und den Bedingungen ihrer Realisierung</i>. Hamburg, 2015.</li>
<li><b>Hülkenberg, Josef</b>: <i>Selbstermächtigung der Bürger als Konstitutive demokratischer Stadt- und Regionalentwicklung</i> (Masterarbeit, Hochschule Wismar, WS 2024/25).</li>
<li><b>Kohr, Leopold</b>: <i>The Breakdown of Nations</i>. London, 1957; deutsch: <i>Das Ende der Großen. Zurück zum menschlichen Maß</i>.<b> </b></li>
<li><b>Rosa, Hartmut</b>: <i>Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung</i>. Berlin,  2016.</li>
<li><b>Welzer, Harald</b>: Beiträge und Essays zu „guten Orten“ und demokratischer Praxis, u. a. in publizistischen Beiträgen von FUTURZWEI und Interviews, 2025.</li>
<li><b>Welzer, Harald: </b><i>Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen</i>. Frankfurt/Main, 2019</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
</div>
]]></content:encoded>
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		<title>Resonanz, Demokratie und das menschliche Maß</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 12:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenken über...]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionslogik]]></category>
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		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>

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		<description><![CDATA[Demokratie wird häufig so beschrieben, als sei sie vor allem eine Frage von Verfassungen, Wahlen, Parteien und Institutionen. Das ist nicht falsch, aber es greift zu kurz. Denn noch bevor Menschen abstimmen, streiten, Kompromisse schließen oder politische Verantwortung übernehmen, sind sie überhaupt erst einmal Wesen, die aufeinander bezogen leben. Sie reagieren auf Blicke, Stimmen, Gesten, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Demokratie wird häufig so beschrieben, als sei sie vor allem eine Frage von Verfassungen, Wahlen, Parteien und Institutionen. Das ist nicht falsch, aber es greift zu kurz. Denn noch bevor Menschen abstimmen, streiten, Kompromisse schließen oder politische Verantwortung übernehmen, sind sie überhaupt erst einmal Wesen, die aufeinander bezogen leben. Sie reagieren auf Blicke, Stimmen, Gesten, Nähe, Anerkennung und Zurückweisung.</p>
<p>Genau an diesem Punkt setzt meine Überlegung an: Wenn wir verstehen wollen, warum Bürgerbeteiligung mehr ist als ein freundliches Zusatzangebot des Staates, dann müssen wir tiefer ansetzen – beim Menschen selbst. Demokratie beginnt nicht erst im Parlament. Sie beginnt dort, wo Menschen sich wechselseitig wahrnehmen, sich angesprochen fühlen und erfahren, dass ihre Stimme etwas bewirken kann.</p>
<p>Der Gedanke der Resonanz ist dafür ein Schlüssel. Resonanz meint hier nicht bloß einen schönen Klang oder ein angenehmes Gefühl. <span id="more-1431"></span>Gemeint ist eine lebendige Beziehung zur Welt und zu anderen Menschen: Ich werde berührt, antworte darauf und verändere mich dabei selbst. Der Soziologe Hartmut Rosa (*1965) hat dafür den Begriff der „Weltbeziehung“ stark gemacht. Er beschreibt Resonanz als Gegenbegriff zu Entfremdung. Entfremdung erleben wir dort, wo alles nur noch funktional, kalt, beschleunigt und verfügbar sein soll. Viele Menschen kennen das aus Behörden, aus Unternehmen, aus digitalen Kommunikationsräumen oder sogar aus privaten Beziehungen: Man funktioniert, aber man begegnet einander nicht mehr wirklich. Wenn Demokratie unter solchen Bedingungen stattfinden soll, wird sie leer. Dann bleiben Formen bestehen, doch das innere Leben des Politischen trocknet aus.</p>
<p>Hier gewinnt die neurobiologische Perspektive Gewicht. Die Debatte um Spiegelneuronen ist deshalb interessant, weil sie darauf hinweist, dass menschliches Verstehen nicht nur über abstrakte Begriffe läuft. Menschen sind leiblich aufeinander eingestimmt. Wer einen anderen leiden sieht, bleibt davon nicht völlig unberührt; wer Freundlichkeit erfährt, erlebt oft eine innere Öffnung; wer dauerhaft missachtet wird, erkrankt nicht selten seelisch und körperlich.</p>
<p>Das heißt nicht, dass Biologie politische Ordnungen automatisch festlegt. Aber sie erinnert uns daran, dass Kooperation, Empathie und wechselseitige Aufmerksamkeit nicht bloß moralische Dekoration sind. Sie gehören zu den Grundbedingungen menschlichen Zusammenlebens. Demokratie ist deshalb nicht nur ein Verfahren zur Mehrheitsbildung, sondern auch eine Lebensform, die auf Resonanzfähigkeit angewiesen ist.</p>
<p>Damit ist jedoch erst die eine Seite beschrieben: die menschliche Fähigkeit, sich berühren zu lassen. Die andere Seite betrifft Struktur und Ordnung zwischenmenschlichen Handelns. Der Philosoph Johannes Heinrichs (*1942) hat zu Beginn der 1970er Jahre eine innere Logik zwischenmenschlicher Reflexion entdeckt. Eine Reflexionslogik, nach der wir unbewusst oder bewusst unser soziales Handeln in mehrere Ebenen gliedert. Vereinfacht gesagt: Menschen handeln nicht nur mit Dingen, sondern immer auch strategisch, kommunikativ und sinnbezogen. Wir bearbeiten Probleme, wir verfolgen Interessen, wir reden miteinander, und wir fragen nach dem, was als gerecht oder sinnvoll gelten soll. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil moderne Gesellschaften dazu neigen, nur die erste oder zweite Ebene ernst zu nehmen: Effizienz, Nutzen, Durchsetzung. Was dabei verloren geht, sind Kommunikation und Sinn. Gerade dort aber beginnt Politik im eigentlichen Sinne.</p>
<p>Für mein Demokratieverständnis heißt das: Eine gute Ordnung darf wirtschaftliche Zweckrationalität nicht zum Maß aller Dinge machen. Wenn alles nur danach bewertet wird, ob es schnell, nützlich und konkurrenzfähig ist, dann werden Kultur, Ethik und das Gemeinwesen an den Rand gedrängt. Demokratie braucht deshalb Räume, in denen nicht nur gerechnet, sondern auch zugehört, abgewogen und gemeinsam orientiert wird. Heinrichs’ Überlegungen helfen, diesen Gedanken strukturell zu fassen. Demokratie ist dann nicht bloß die Verwaltung von Interessen, sondern die organisierte Fähigkeit einer Gesellschaft, sich über ihre eigenen Voraussetzungen zu verständigen. Das ist anspruchsvoll, aber keineswegs unverständlich. Jeder Mensch kennt den Unterschied zwischen einem Gespräch, in dem nur taktiert wird, und einem Gespräch, in dem wirklich nach einer gemeinsamen Lösung gesucht wird.</p>
<p>An dieser Stelle wird der Nationalökonom Leopold Kohr (1909-1994) wichtig. Kohr ist ein Denker des Maßes. Seine einfache, aber weitreichende Einsicht lautet: Viele soziale und politische Probleme entstehen nicht nur aus bösem Willen oder falschen Ideen, sondern aus übergroßen Strukturen. Was zu groß wird, entzieht sich der Anschauung, der Kontrolle und der menschlichen Verantwortlichkeit. In riesigen Apparaten fühlt sich der Einzelne schnell ohnmächtig. Entscheidungen wirken fern, anonym und unveränderbar. Genau das ist demokratieschädlich. Wer die Folgen des eigenen Handelns nicht mehr überblicken kann und die Verantwortlichen nicht mehr erreicht, verliert das Gefühl, selbst Teil des politischen Ganzen zu sein.</p>
<p>Das menschliche Maß ist daher kein nostalgischer Traum von Dorfidylle, sondern eine politische Bedingung von Resonanz. Menschen können Verantwortung besonders gut dort übernehmen, wo Zusammenhänge noch erfahrbar sind, wo Gesichter zu Namen gehören und wo Entscheidungen spürbare Folgen im eigenen Lebensumfeld haben. Subsidiarität – also die Idee, Aufgaben möglichst auf der niedrigsten sinnvollen Ebene zu lösen – ist darum kein bürokratisches Organisationsprinzip, sondern eine demokratische Kulturtechnik. Sie stärkt Selbstwirksamkeit. Und Selbstwirksamkeit ist unverzichtbar, wenn Bürger nicht zu Zuschauern ihrer eigenen Gesellschaft werden sollen.</p>
<p>Doch auch die beste Theorie bleibt unvollständig, wenn sie nicht sagen kann, wo und wie Demokratie gelernt wird. Hier helfen die Überlegungen des Sozialpsychologen Harald Welzer (*1958) weiter. Welzer spricht von „guten Orten“ – also von Räumen, in denen Menschen ohne Leistungsdruck zusammenkommen können. Bibliotheken, Nachbarschaftshäuser, Vereine, Kulturorte, lokale Treffpunkte oder andere offen zugängliche Einrichtungen sind mehr als bloße Infrastruktur. Sie sind soziale Möglichkeitsräume. Dort wird geübt, was in großen politischen Zusammenhängen oft fehlt: zuhören, streiten, aushalten, sich irritieren lassen, Vertrauen aufbauen und gemeinsam handeln.</p>
<p>Demokratie lebt nämlich nicht nur von Regeln, sondern von Gewohnheiten des Miteinanders. Wer nie erfahren hat, dass ein Gespräch etwas ändern kann, wird auch an große Beteiligungsversprechen nicht glauben. Gute Orte sind daher gewissermaßen die Werkstätten des Gemeinsinns. In ihnen kann das eingeübt werden, was der Psychiater und Neurologe Viktor Frankl (1905-1997) sinngemäß als den Raum zwischen Reiz und Reaktion beschrieben hat: nicht reflexhaft zu handeln, sondern innezuhalten, wahrzunehmen und bewusst zu antworten. Politisch gesprochen heißt das: nicht sofort Feindbilder zu bedienen, sondern nach tragfähigen Lösungen zu suchen. So wird es möglich, selbstbestimmt an der Gestaltung eigener Lebensumstände mitzuwirken.</p>
<p>Verfahren wie das Systemische Konsensieren (SK-Prinzip) zielen genau darauf, den Widerstand in einer Gruppe sichtbar zu machen und Lösungen zu finden, die möglichst vielen mitgetragen werden können. Nicht Sieg um jeden Preis, sondern tragfähige Verständigung wird dann zum Ziel.</p>
<p>Nimmt man diese Gedanken zusammen, entsteht ein Bild von Demokratie, das zugleich einfacher und anspruchsvoller ist als viele gängige Modelle. Einfacher ist es, weil es an alltägliche Erfahrungen anknüpft: an das Bedürfnis, gehört zu werden, an die Verletzbarkeit des Menschen, an die Freude gelingender Zusammenarbeit und an die Erfahrung von Ohnmacht in anonymen Strukturen. Anspruchsvoller ist es, weil Demokratie dann nicht mehr auf einen Wahlakt reduziert werden kann. Sie verlangt eine Gesellschaft, die Resonanz ermöglicht, Reflexion fördert, Größen begrenzt und konkrete Orte der Mitwirkung schafft. Genau darin sehe ich die Richtung einer zukunftsfähigen Demokratie.</p>
<p>Dieser Ansatz verbindet daher keine zufälligen Einzelideen, sondern mehrere Einsichten zu einem gemeinsamen Argument: Die Biologie erinnert uns an unsere Ansprechbarkeit; Rosa beschreibt die Qualität gelingender Weltbeziehung; Heinrichs zeigt, dass gerechtes Zusammenleben eine differenzierte Ordnung des Sozialen braucht; Kohr mahnt zur Begrenzung übergroßer Strukturen; und Welzer verweist auf die konkreten Orte, an denen demokratisches Leben überhaupt wachsen kann. Bürgerbeteiligung ist in diesem Licht kein dekorativer Zusatz, sondern Ausdruck einer menschlichen Grundanlage und zugleich eine politische Notwendigkeit. Wenn wir Demokratie erneuern wollen, dürfen wir deshalb nicht nur Institutionen reformieren. Wir müssen auch die Bedingungen stärken, unter denen Menschen sich als wirksam, angesprochen und verantwortlich erleben können. Erst dann wird aus Verwaltung wieder Politik – und aus Bevölkerung wieder Bürgerschaft.</p>
<p align="left"><b>Quellen</b></p>
<ul>
<li><b>Bauer, Joachim</b>: <i>Prinzip Menschlichkeit</i>. München 2008.</li>
<li><b>Bauer, Joachim</b>: <i>Warum ich fühle, was du fühlst</i>. München 2006.</li>
<li><b>Heinrichs, Johannes</b>: <i>Das Projekt Grundwerteparlament</i>. <a href="https://www.johannesheinrichs.de/media/cms_574a6c04b1e34.pdf">[johannesheinrichs.de]</a></li>
<li><b>Heinrichs, Johannes</b>: <i>Reflexion als soziales System</i>. Bonn 1976.</li>
<li><b>Heinrichs, Johannes</b>: <i>Revolution der Demokratie. Eine konstruktive Bewusstseinsrevolution</i>. Edition Johannes Heinrichs, 2014.</li>
<li><b>Hülkenberg, Josef</b>: <i>Nur mal angenommen &#8230; Demokratie ginge anders. Auf der Spur einer Sehnsucht und den Bedingungen ihrer Realisierung</i>. Hamburg, 2015.</li>
<li><b>Hülkenberg, Josef</b>: <i>Selbstermächtigung der Bürger als Konstitutive demokratischer Stadt- und Regionalentwicklung</i> (Masterarbeit, Hochschule Wismar, WS 2024/25). <a href="https://www.netzwerk-demokratie-und-beteiligung.de/fileadmin/Inhalte/PDF-Dokumente/netzwerktreffen_2025/statement_huelkenberg_poster_II_thesis.pdf">[netzwerk-d...iligung.de]</a></li>
<li><b>Kohr, Leopold</b>: <i>The Breakdown of Nations</i>. London 1957; deutsch: <i>Das Ende der Großen. Zurück zum menschlichen Maß</i>.</li>
<li><b>Rosa, Hartmut</b>: <i>Demokratie braucht Religion &#8211; gerade jetzt</i>. München:, 2026.</li>
<li><b>Rosa, Hartmut</b>: <i>Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung</i>. Berlin:, 2016.</li>
<li><b>Spektrum der Wissenschaft</b>: Überblicksartikel zu <b>Spiegelneuronen</b> als allgemeinverständlicher Einstieg in die Debatte. <a href="https://www.spektrum.de/thema/spiegelneurone/859922">[spektrum.de]</a></li>
<li><b>Waschtschenko, Helene</b>: <i>Die Bedeutung der Spiegelneuronen im Kontext sozialer Resonanzphänomene. Eine ethische Analyse</i>. GRIN, 2018.</li>
<li><b>Welzer, Harald</b>: Beiträge und Essays zu „guten Orten“ und demokratischer Praxis, u. a. in publizistischen Beiträgen von FUTURZWEI und Interviews 2025.</li>
<li><b>Welzer, Harald</b>: <i>Das Haus der Gefühle</i>. Frankfurt am Main 2025.</li>
</ul>
<p align="left">Hinweis: Die häufig Frankl zugeschriebene Formulierung vom „Raum zwischen Reiz und Reaktion“ ist in dieser Wortgestalt nicht sicher auf Viktor E. Frankl zurückzuführen; verbreitet wurde sie vor allem durch Stephen R. Covey in Anlehnung an Frankls Denken.</p>
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		<item>
		<title>Das Ende der moralischen Instanz?</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 11:05:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
		<category><![CDATA[Cocktails aus der denk!BAR]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Laienapostolat]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenken über...]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionslogik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[Afd]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Willensbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie die BaWü-Wahl die Macht der Kirchen entlarvtDer verborgene Wahlkrimi Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 wird als einer der knappsten Wahlkrimis in die Geschichte des Bundeslandes eingehen. Auf den ersten Blick siegten die Grünen unter Cem Özdemir mit 30,2 Prozent hauchdünn vor der CDU. Doch die wahre Geschichte steht im Kleingedruckten der Wahltagsbefragungen. Eine [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b>Wie die BaWü-Wahl die Macht der Kirchen entlarvt</b><b>Der verborgene Wahlkrimi </b>Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 wird als einer der knappsten Wahlkrimis in die Geschichte des Bundeslandes eingehen. Auf den ersten Blick siegten die Grünen unter Cem Özdemir mit 30,2 Prozent hauchdünn vor der CDU. Doch die wahre Geschichte steht im Kleingedruckten der Wahltagsbefragungen. Eine exklusive Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen, die auf einer massiven Stichprobe von 21.000 Befragten in 160 Wahllokalen basiert, enthüllt eine völlig andere politische Landkarte. Hätte man nur in die Kirchenbänke oder Moscheen geblickt, wäre der Wahlabend nicht mit dem Sieg Özdemirs, sondern mit einem Triumph der Union zu Ende gegangen. Die Daten zeigen: Religiöse Identität ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein mächtiger – wenn auch oft paradoxer – Hebel der politischen Macht.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="200"><i>Video-Zusammenfassung</i><i>KI-generiert</i><a href="https://youtu.be/C6i080aD-yM"><img class="alignleft size-full wp-image-1402" alt="Wahlverhalten der Christen" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Wahlverhalten-der-Christen.png" width="256" height="141" /></a><b><i> </i></b></td>
<td valign="top" width="259"><i>Themengrafik KI-generiert</i> <a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Wahlen-BW.png"><img class="alignleft size-full wp-image-1401" alt="Wahlen BW" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Wahlen-BW.png" width="2752" height="1536" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b><i>Quellen</i></b>:<b></b></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><i><a href="https://katholisch.de/artikel/67592-christen-waehlen-anders-analyse-der-baden-wuerttemberg-wahl">https://katholisch.de/artikel/67592-christen-waehlen-anders-analyse-der-baden-wuerttemberg-wahl</a>  <a href=" https://www.forschungsgruppe.de/Startseite/"> </a></i><i><a href=" https://www.forschungsgruppe.de/Startseite/">https://www.forschungsgruppe.de/Startseite/</a>    </i><a href="https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/umfrage-afd.shtml ">https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/umfrage-afd.shtml </a></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b><i>Zum vertieften Lesen:</i></b><b></b></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b>Erkenntnis 1: Ein anderer Ministerpräsident – Die Dominanz der CDU bei Christen </b>Wäre Baden-Württemberg ein Land, in dem nur Katholiken und Protestanten zur Wahl gehen, hieße der Ministerpräsident heute Manuel Hagel. Die Daten belegen einen massiven „konfessionellen Bonus“ für die CDU. Während die Partei im Gesamtergebnis bei 29,7 Prozent stagnierte, scharten sich die Kirchenmitglieder hinter der Union: 38 Prozent der Katholiken und 30 Prozent der Protestanten gaben Hagel ihre Stimme. In einer rein christlichen Wählerschaft hätte dies für eine komfortable Regierungsmehrheit gereicht. Die Analyse der Forschungsgruppe Wahlen lässt hier keinen Spielraum für Interpretationen:„Manuel Hagel wäre Ministerpräsident geworden, wenn nur die Stimmen von Katholiken und Protestanten gezählt hätten.“<span id="more-1399"></span></p>
<p><b>Erkenntnis 2: Die Warnung, die verhallte – Die Resilienz der AfD trotz kirchlichem Veto </b></p>
<p>Eines der politisch brisantesten Ergebnisse ist die erschütternde Erfolgsquote der AfD innerhalb der christlichen Milieus. Trotz der beispiellosen moralischen Brandmauer der Kirchenführungen – die katholischen Bischöfe hatten der AfD bereits 2024 „völkischen Nationalismus“ vorgeworfen – erwies sich die Partei als erstaunlich resilient gegenüber kirchlichen Wahlempfehlungen.Die Bischöfe bezeichneten die Partei explizit als „für Christen unwählbar“. Dennoch wählten 17 Prozent der Katholiken und sogar 19 Prozent der Protestanten die AfD. Damit liegt das Ergebnis unter Christen fast punktgenau im Bereich des allgemeinen Wahlergebnisses (18,8 Prozent), bei dem die Partei ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 2021 verdoppeln konnte. Der „moralische Schutzschild“ der Kirchen ist durchbrochen: Die AfD wächst in religiösen und säkularen Gruppen nahezu im Gleichschritt. Religiöse Bindung fungiert nicht mehr als Immunisierung gegen rechtspopulistische Angebote.</p>
<p><b>Erkenntnis 3: Identität vs. Ideologie – Warum Muslime nicht Özdemir wählten</b></p>
<p>Eine der analytisch interessantesten Verschiebungen betrifft die muslimischen Wähler. Obwohl die Grünen mit Cem Özdemir einen Spitzenkandidaten stellten, der sich selbst als „säkularen Muslim“ identifiziert, blieb die erhoffte Sogwirkung aus: Nur 16 Prozent der Muslime wählten Grün. Stattdessen dominierten soziale Gerechtigkeitsthemen die Wahlentscheidung dieser Gruppe.</p>
<p>Die SPD (20 Prozent) und vor allem die Linke (17 Prozent) feierten bei den Muslimen Erfolge, die weit über ihrem Gesamtdurchschnitt lagen. Besonders frappierend: Die Linke erzielte bei Muslimen fast das Vierfache ihres Gesamtergebnisses (4,4 Prozent). Es scheint, als hätte Özdemirs betont säkulare Identität für gläubige oder traditionelle Muslime kaum Bindungskraft entfaltet, während das „soziale Gewissen“ der Linksparteien als wirkungsvolles Gegengewicht fungierte.</p>
<p><b>Erkenntnis 4: Der „Gottesdienst-Faktor“ – Ein Milieu innerhalb des Milieus</b></p>
<p>Die Untersuchung bestätigt, dass die CDU eine „Kernfestung“ besitzt, die weiterhin nach alten Regeln funktioniert: das Milieu der praktizierenden Gläubigen. Wer wöchentlich den Gottesdienst besucht, wählt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Union. Unter den aktiven Katholiken erreichte die CDU einen Spitzenwert von 46 Prozent, bei den Protestanten waren es 35 Prozent.</p>
<p>Hier zeigt sich ein „Milieu innerhalb des Milieus“. Je stärker die rituelle Bindung an die Institution Kirche ist, desto tiefer ist die Verwurzelung in der Union. Das „C“ im Parteinamen ist in den aktiven Kirchenbänken nach wie vor die stärkste Währung. Für Manuel Hagel war dies die wichtigste Machtbasis, die ihn beinahe ins Staatsministerium getragen hätte.</p>
<p><b>Erkenntnis 5: Gender-Gap und die fundamentale Macht der Konfessionslosen</b></p>
<p>Die Analyse fördert zudem eine tiefe demografische Spaltung zutage. Innerhalb der katholischen Kirche zeigt sich ein eklatanter Geschlechterunterschied: Während 20 Prozent der katholischen Männer AfD wählten, waren es bei den katholischen Frauen nur 15 Prozent.</p>
<p>Die wahre Machtverschiebung findet jedoch jenseits der Religion statt. Die Konfessionslosen (ca. 40 Prozent der Bevölkerung) sind heute die Königsmacher. Sie wählten zu 37 Prozent die Grünen und hoben damit Özdemir im Amt. Wie radikal die konfessionslose Wählerschaft das politische Gefüge verschiebt, zeigt ein Gedankenexperiment aus der Datenanalyse: Hätten nur Konfessionslose gewählt, wäre die Linke mit 7 Prozent sicher im Landtag vertreten gewesen – während die SPD mit nur 4 Prozent an der Sperrklausel gescheitert und aus dem Parlament geflogen wäre.</p>
<p><b>Fazit: Eine gespaltene Wählerschaft und die Zukunft der „christlichen“ Wahl</b></p>
<p>Die Landtagswahl 2026 markiert einen Wendepunkt. Religion spielt in Baden-Württemberg zwar weiterhin eine entscheidende Rolle, doch ihre Funktion hat sich gewandelt. Die CDU bleibt die Partei des gottesdienstlichen Kernmilieus, verliert aber den Zugriff auf jene Christen, die der Kirche nur noch auf dem Papier angehören. Das bittere Fazit für die Kirchenleitungen: Ihre moralische Autorität wirkt nicht mehr bis in die Wahlkabine, wie die Resilienz der AfD-Wähler zeigt.</p>
<p>In einer Gesellschaft, in der die Konfessionslosen die SPD aus dem Parlament drängen könnten und ein muslimischer Spitzenkandidat eher die säkulare Mitte als seine eigene Religionsgemeinschaft mobilisiert, stellt sich die Systemfrage: Hat das „C“ in der Politik noch eine integrative Kraft, oder wird es zum Erkennungsmerkmal einer schrumpfenden Nische? Wohl nicht nur in Stuttgart wird die Macht heute nicht mehr unter den Kirchtürmen, sondern in den wachsenden Freiräumen dazwischen entschieden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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		<title>Die 375-Milliarden-Euro-Rechnung</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 16:19:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Cocktails aus der denk!BAR]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenken über...]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionslogik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum Bocholt sein „Beton-Gedächtnis“ löschen mussWir bauen heute die Ruinen von morgen, während wir so tun, als würden wir das Klima retten. Das Ziel „Bocholt 2040“ – die Vision einer klimaneutralen Stadt – ist in aller Munde, doch zwischen den Hochglanzbroschüren und der harten Realität der Baustellen klafft ein Abgrund aus Beton. Der renommierte Stern-Report [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b>Warum Bocholt sein „Beton-Gedächtnis“ löschen muss</b>Wir bauen heute die Ruinen von morgen, während wir so tun, als würden wir das Klima retten. Das Ziel „Bocholt 2040“ – die Vision einer klimaneutralen Stadt – ist in aller Munde, doch zwischen den Hochglanzbroschüren und der harten Realität der Baustellen klafft ein Abgrund aus Beton. Der renommierte Stern-Report hat es bereits vor Jahren skizziert: Das wirtschaftliche Risiko des ungebremsten Klimawandels beläuft sich auf bis zu 20 % des globalen Bruttoinlandsprodukts. In Deutschland übersetzt das Umweltbundesamt (UBA) dieses Versäumnis in eine konkrete Zahl: 375 Milliarden Euro an jährlichen Umweltfolgekosten bis zum Ende des Jahrhunderts.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="200"><i>Video-Zusammenfassung</i></p>
<p style="text-align: center;"><i>KI-generiert </i><a href="https://youtu.be/YzXCMwWNQtY"><img class=" wp-image-1379 aligncenter" alt="Bocholt Solarstadt" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Bocholt-Solarstadt.png" width="590" height="325" /></a></p>
</td>
<td valign="top" width="259"><i>Themengrafik KI-generiert</i></p>
<p style="text-align: center;"> <a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/BOH-Klima-2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1396" alt="BOH Klima 2" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/BOH-Klima-2.jpg" width="1536" height="857" /></a></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b><i>Quellen</i></b>:Bocholt belegt Spitzenplatz bei Solarenergie-Ausbau, BBV 07.03.2026  / C3 (jkr)<br />
Verlässlichkeit und Verantwortung für Bocholt  - Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Wahlperiode 2025-2030<br />
<b>Hülkenberg</b>, Josef; <b>Maier</b>, David; HS Wismar 2024, Klimafolgekosten (bzw. ÖkoBilanz) als Controlling-Instrument für Planer, politische Entscheidungsträger und Bürger<br />
<b>Hülkenberg</b>, Josef; HS Wismar 2024, Potentiale dezentraler Stromerzeugung im urbanen Bestand &#8211; Betrachtet am Sozialraum 4 Bocholt Nordost/Giethorst</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><i> </i><b><i>Zum vertieften Lesen: </i></b></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459">1. Das Versprechen der Klimaneutralität vs. die Realität des Betons</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459">Warum aber unterschreiben wir auf kommunaler Ebene weiterhin Rechnungen, deren wahres Ausmaß wir nicht kennen? Die zentrale Herausforderung ist nicht nur der Radweg oder die E-Mobilität – es ist die massive „Pfadabhängigkeit“ unserer Bauentscheidungen. Wir steuern auf einen „Carbon Lock-in“ zu, weil wir die versteckten Kosten unseres Lebensraums konsequent ignorieren. Um die pro-Kopf-Last von 11 Tonnen CO₂ auf unter 1 Tonne zu senken, müssen wir aufhören, den Bausektor als bloße Kulisse zu betrachten.2. Der „Blinde Fleck“ der Stadtplanung: 50 % der Emissionen liegen im BauWenn wir über den Gebäudesektor sprechen, blicken wir meist auf den Schornstein oder die Dämmung. Das ist ein fataler Irrtum. Der wahre Hebel liegt in der sogenannten „Grauen Energie“. Daten belegen eindringlich, dass der Bau- und Gebäudesektor weltweit für über 50 % der Emissionen verantwortlich ist, sofern man die prozessbedingte Herstellung und den Abriss mit einberechnet.Während der Betrieb von Wohngebäuden oft im Fokus der „Wärmewende“ steht, wird die „Beton-Sünde“ – also die massiven Scope-3-Emissionen aus Zement- und Stahlproduktion – systematisch unterschätzt. Wir optimieren die Effizienz von Heizungen, während wir für den Rohbau Ressourcen verschwenden, die das CO₂-Budget der nächsten Generation bereits heute sprengen.„Wenn knapp die Hälfte aller CO₂-Emissionen dem Faktor Bauen zuzurechnen ist, wächst eine immense Verantwortung jenen Instanzen zu, die für die Vergabe und Gestaltung von Baurechten zuständig sind.“</p>
<p><span id="more-1392"></span></p>
<p>3. Die Transparenz-Lücke: Was Planer wissen und Politiker (nicht) sehen</p>
<p>Die Kluft zwischen fachlicher Erkenntnis und politischem Handeln ist in der Stadtplanung besonders tief. Eine Umfrage unter Experten und Entscheidern zeigt ein besorgniserregendes Bild der Informationsasymmetrie. Während Stadtplaner den Bestand als entscheidendes Feld identifizieren, herrscht in der Politik oft noch das Primat des Neubaus vor.</p>
<table width="100%" border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td><b>Kriterium</b></td>
<td><b>Stadtplaner</b></td>
<td><b>Kommunalpolitiker</b></td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">Bedeutung des baulichen Bestands</p>
</td>
<td>
<p align="left">100 % („wichtig“ oder „sehr wichtig“)</p>
</td>
<td>
<p align="left">55 % bewerten Bestand als „weniger wichtig“</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">Bekanntheit von Scope-3-Emissionen</p>
</td>
<td>
<p align="left">0 % (nahezu unbekannt)</p>
</td>
<td>
<p align="left">Fast 50 % (theoretisch bekannt, praktisch irrelevant)</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">Relevanz in der realen Abwägung</p>
</td>
<td>
<p align="left">80 % geben „wenig Relevanz“ an</p>
</td>
<td>
<p align="left">66 % geben „wenig/gar keine Relevanz“ an</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
<p align="left">Forderung nach Transparenz</p>
</td>
<td>
<p align="left">80 % fordern klare Ausweisung</p>
</td>
<td>
<p align="left">Über 50 % empfinden aktuelle Daten als intransparent</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Dieser Widerspruch ist das Kernproblem: Politiker geben zwar an, dass Umweltkosten für sie persönlich eine „wichtige“ Rolle spielen, doch im harten Tagesgeschäft der kommunalen Abwägung finden diese Faktoren keine monetäre Entsprechung. Ohne Transparenz bleibt Klimaschutz eine moralische Kategorie statt einer fiskalischen Notwendigkeit.</p>
<p>4. Die 375-Milliarden-Euro-Rechnung: Klimafolgekosten als Controlling-Instrument</p>
<p>Hier liegt der Gamechanger: Die Monetarisierung von Umweltfolgen durch die „Methodenkonvention 3.1“ des UBA. Es geht nicht mehr um vage Nachhaltigkeits-Appelle, sondern um hartes Controlling. Mit einem kalkulatorischen Preis von 680 Euro pro Tonne CO₂ wird die ökologische Verantwortung erstmals buchhaltärisch greifbar.</p>
<p>Ein Beispiel aus der Planungs-Praxis: Werden Baustoffe verglichen, zeigt sich die dramatische Differenz. Während ein Betonfertigteil massive Emissionen in der Herstellung verursacht, fungiert Weichholz (luftgetrocknet) in der Bilanz sogar als CO₂-Speicher. Würde man diese Differenz konsequent in jede Ausschreibung einpreisen, wäre die Entscheidung für Holz oder Recycling-Stahl keine Frage der Ideologie mehr, sondern ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft. Die 375 Milliarden Euro Gesamtschaden entstehen genau dort, wo wir diese 680 Euro pro Tonne heute „einsparen“.</p>
<p>5. Das Potenzial vor unserer Haustür: Eine Fallstudie aus Bocholt Nordost</p>
<p>Wie konkret diese Zahlen sind, illustriert der Sozialraum Giethorst. In diesem Quartier zeigt sich die Diskrepanz zwischen technischem Potenzial und bürgerschaftlicher Realität:</p>
<ul>
<li>Dachpotenzial: Die 766 PV-fähigen Dächer der Ein- und Zweifamilienhäuser könnten 728 MWh pro Jahr liefern.</li>
<li>Finanzieller Gewinn: In der Umweltbilanz entspräche dies einer gesellschaftlichen Entlastung von etwa 109.000 Euro jährlich (bei 680 €/t CO₂).</li>
<li>Die Realität: Trotz eines theoretischen CO₂-Einsparungspotenzials von 160 Tonnen ist das Interesse der Bürger (laut Bürgergutachten 2017/2021) an tiefgreifenden energetischen Maßnahmen erschreckend gering.</li>
</ul>
<p>Bei maximalem Ausbau (inkl. Balkonkraftwerke) könnte das Giethorst-Quartier ca. 823 MWh/pa Solarstrom generieren – ein Bruchteil des städtischen Gesamtbedarfs von 11.328 MWh/pa. Ein wichtiger, möglicher Beitrag, der zugleich deutlich macht,  welcher Herausforderungen zu bestehen sind, um das 1-Tonnen-Ziel zu erreichen. Neue Radwege allein reichen dazu nicht. Wir brauchen eine radikale Energiewende im Bestand und großskalige Lösungen.</p>
<p>6. Politische Weichenstellung: Die Koalition für die Energiewende</p>
<p>Die Koalitionsvereinbarung 2025–2030 zwischen CDU und Bündnis 90/Die Grünen in Bocholt versucht nun, diesen Realismus politisch zu verankern. Der Fokus verschiebt sich weg von Symbolpolitik hin zur industriellen und infrastrukturellen Basis:</p>
<ul>
<li>Speicher-Bocholt 2030: Das Projekt ist die Antwort auf die oben genannte PV-Lücke. Ohne moderne Speichertechnologien verpufft das dezentrale Potenzial der Quartiere ungenutzt.</li>
<li>Wärmewende-Report: Ein jährliches Monitoring-Instrument, das Fortschritte – oder Versäumnisse – schonungslos offenlegt.</li>
<li>i-Park Mussum: Als industrielles Leuchtturmprojekt soll hier die Koppelung von industrieller Abwärme und erneuerbaren Energien zeigen, dass Ökonomie und Ökologie keine Gegenspieler sind.</li>
</ul>
<p>Dieser pragmatische Ansatz erkennt an, dass die Bürger solchen Weg mitgehen, wenn sie die Transformation als Gewinn an Lebensqualität und Standortvorteil begreifen.</p>
<p>7. Fazit: Vom Wissen zum Handeln – Ein demokratischer Entwicklungsschritt</p>
<p>Klimapolitik ist kein abstraktes Expertenthema, sondern eine Frage der demokratischen Ehrlichkeit. Es ist Zeit, die Transparenz-Lücke zu schließen. Nur wenn wir die tatsächlichen Kosten unseres Lebensraums offenlegen, können wir faire Entscheidungen treffen, die über die nächste Wahlperiode hinaus Bestand haben. Wir wissen genug – die Potenziale in Giethorst sind berechnet, die Kostensätze des UBA liegen vor.</p>
<p>Sind wir bereit, die tatsächlichen Kosten unseres Lebensraums auf den Tisch zu legen, bevor die nächste Generation die Rechnung präsentiert bekommt?<i></i></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Life-Style – Menschenwürdig arbeiten und leben</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2026/01/life-style-menschenwuerdig-arbeiten-und-leben/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2026 13:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Cocktails aus der denk!BAR]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenken über...]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Unterschlagene Propheten]]></category>
		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr arbeiten, damit (wessen?) Wohlstand wächst? Während Wirtschafts-Ideologen über „Life-Style-Arbeitsverträge“ palavern, haben sozialbewußte Nationalökonomen längst die notwendige Umwandlung der Erwerbsarbeits-Gesellschaft in eine Tätigkeits-Gesellschaft erkannt und berechnet.Bereits im Jahr 2003 legte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ein Konzept vor, wie  eine gerechtere Gesellschaft, zentriert auf ein tätigkeitsbasiertes Grundeinkommen, die Armutsrisiken mindern kann. Dieses Modell [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="377">
<h3><strong>Mehr arbeiten, damit (wessen?) Wohlstand wächst?</strong></h3>
<p>Während Wirtschafts-Ideologen über „Life-Style-Arbeitsverträge“ palavern, haben sozialbewußte Nationalökonomen längst die notwendige Umwandlung der Erwerbsarbeits-Gesellschaft in eine Tätigkeits-Gesellschaft erkannt und berechnet.Bereits im Jahr 2003 legte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ein Konzept vor, wie  eine gerechtere Gesellschaft, zentriert auf ein tätigkeitsbasiertes Grundeinkommen, die Armutsrisiken mindern kann. Dieses Modell sieht ein bedingungtes Grundeinkommen in gleicher Höhe für Kinder und Erwachsene vor, w elchesdas sozio-kulturelle Existenzminimum absichert.</p>
<p>Der Anspruch auf dieses Einkommen basiert auf der Erbringung von jährlich mindestens 500 Stunden gesellschaftlich notwendiger Arbeit in vier gleichwertigen Bereichen: Erwerbsarbeit, ehrenamtliches Engagement, Familienarbeit und Bildung. Finanziert werden soll das System hauptsächlich durch eine reformierte Steuerstruktur, einschließlich einer negativen Einkommenssteuer und einer Ressourcenverbrauch-Steuer, und wird ergänzt durch Maßnahmen wie eine Höchstarbeitszeitbegrenzung und eine stärkere Investition in Bildung.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="190"><i>Video-Zusammenfassung</i><i>KI-generiert</i><b><i> </i></b><a href="https://youtu.be/7FIK1PuXOR4"><img class="alignleft  wp-image-1278" alt="BDKJ Grundeinkommen" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/BDKJ-Grundeinkommen.png" width="179" height="100" /></a></td>
<td valign="top" width="187"><i>Themengrafik KI-generiert</i><b><i> </i></b><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/BdkJ-Grundeinkommen.png"><img class="alignleft  wp-image-1277" alt="BdkJ Grundeinkommen" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/BdkJ-Grundeinkommen.png" width="214" height="119" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="377"><em>Zum vertieften Lesen </em></p>
<h3><b>5 radikale Ideen aus einem fast vergessenen Grundeinkommens-Konzept </b></h3>
<p>Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist eine der meistdiskutierten sozialen Ideen unserer Zeit. Die Vorstellung, dass jeder Mensch monatlich einen festen Geldbetrag erhält, der die Existenz sichert – ganz ohne Gegenleistung – fasziniert und polarisiert zugleich. Es scheint, als gäbe es nur zwei Lager: die begeisterten Befürworter und die strikten Gegner. Doch diese binäre Debatte übersieht einen dritten, weitaus nuancierteren Weg – einen, der bereits vor fast zwei Jahrzehnten detailliert formuliert wurde. <span id="more-1265"></span>Schon 2003 legte der Bund der Katholischen Jugend Deutschlands (BDKJ) ein umfassendes Konzept vor, das auf den ersten Blick wie ein Grundeinkommen aussieht, bei genauerem Hinsehen aber alles auf den Kopf stellt. Es ist nicht bedingungslos, sondern knüpft die Auszahlung an eine völlig neue Definition von gesellschaftlichem Beitrag. Dieses fast vergessene Modell gibt überraschende Antworten auf die Frage, wie unsere Gesellschaft gerechter werden könnte.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<h4><b>Die 5 überraschendsten Aspekte des BDKJ-Modells</b></h4>
<p>Das &#8220;tätigkeitsbasierte Grundeinkommen&#8221; des BDKJ ist weit mehr als nur ein Finanzierungsinstrument. Es ist der Entwurf für eine Gesellschaft, die auf dem „Zusammenspiel mehrerer Lenkungsinstrumente“ basiert und „entscheidende Weichenstellungen und Gestaltungselemente“ erfordert. Hier sind die fünf radikalsten Ideen daraus:</p>
<h5><b>Punkt 1: Arbeit ist Pflicht – aber &#8220;Arbeit&#8221; wird völlig neu definiert</b></h5>
<p>Das Kernprinzip dieses Modells lautet: Das Grundeinkommen gibt es nicht einfach so. Personen zwischen 18 und 64 Jahren müssen einen Beitrag leisten, genauer gesagt mindestens 500 Stunden &#8220;gesellschaftlich notwendige Arbeit&#8221; pro Jahr. Eine Ausnahme bilden nur gesundheitliche Einschränkungen.</p>
<p>Der wirklich revolutionäre Gedanke steckt aber in der Definition dessen, was als Arbeit zählt. Das Konzept stellt vier Bereiche völlig gleichwertig nebeneinander:</p>
<ul>
<li><b>Erwerbsarbeit:</b> Der klassische, bezahlte Job.</li>
<li><b>Ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement:</b> Die Tätigkeit im Sportverein, in sozialen Initiativen oder politischen Gremien.</li>
<li><b>Familienarbeit:</b> Die Erziehung von Kindern und die Pflege von Angehörigen.</li>
<li><b>Bildung:</b> Von Schule, Studium und Ausbildung über Zweitstudium und berufliche Neuqualifikation bis hin zu „musische, kulturelle, soziale, politische und ökologische Bildung“.</li>
</ul>
<p>Diese breite Definition ist radikal, weil sie die gesellschaftliche Realität anerkennt: Unbezahlte Tätigkeiten wie Kindererziehung, Pflege oder ehrenamtliches Engagement sind für das Funktionieren unserer Gemeinschaft genauso essenziell wie ein bezahlter Job. In diesem Modell erhalten sie endlich die gleiche Anerkennung und Legitimation.</p>
<h5><b>Punkt 2: Gleiches Grundeinkommen für alle – vom Baby bis zum Greis</b></h5>
<p>Ein weiterer fundamentaler Pfeiler des Konzepts ist die universelle Auszahlung vom Tag der Geburt an bis zum Tod. Doch anders als oft angenommen, ist der Anspruch an strenge Kriterien geknüpft: Das Grundeinkommen sollen nur Menschen erhalten, die seit mindestens acht Jahren ihren ersten Wohnsitz in Deutschland haben. Für Personen unter 65 Jahren erhöht sich diese Anforderung sogar auf mindestens 20 Jahre.</p>
<p>Besonders bemerkenswert ist, dass Kinder und Erwachsene den gleichen Betrag erhalten sollen. Das Ziel ist die Sicherung des sozio-kulturellen Existenzminimums für jede einzelne Person. Im Jahr 2003 wurde dafür ein Betrag von mindestens 600 Euro veranschlagt. Dieser Ansatz würde Kinder- und Familienarmut an der Wurzel packen und jedem Kind von Anfang an eine eigenständige finanzielle Grundsicherung und damit bessere Teilhabechancen garantieren.</p>
<h5><b>Punkt 3: Schluss mit dem Hamsterrad – Eine Obergrenze für bezahlte Arbeit</b></h5>
<p>Das Modell will nicht nur Arbeit umverteilen, sondern auch unsere Fixierung auf die reine Erwerbsarbeit aufbrechen. Dafür sieht es eine &#8220;Jahreshöchsterwerbsarbeitszeit&#8221; vor: Niemand soll mehr als maximal 1.500 Stunden pro Person und Jahr im Rahmen einer bezahlten Tätigkeit arbeiten.</p>
<p>Diese Obergrenze ist kein Plädoyer für erzwungene Freizeit. Sie ist der entscheidende Mechanismus, der es den Bürgern überhaupt erst ermöglicht, ihre Verpflichtungen in den drei anderen anerkannten Arbeitsbereichen – Familie, Bildung und Ehrenamt – zu erfüllen. Das Ziel ist mehr &#8220;Zeit-Souveränität&#8221;, was für Familien ganz konkret bedeutet: „Eltern haben die Entscheidungsfreiheit, sich für einen durchschnittlichen wöchentlichen Stundenumfang in der Erwerbsarbeit zwischen 0 und 35 Stunden zu entscheiden.“ Das ist eine revolutionäre Abkehr von der Logik des endlosen Hamsterrads hin zu einer ausgewogeneren und selbstbestimmteren Lebensgestaltung.</p>
<h5><b>Punkt 4: Roboter, Luxusgüter und Spekulanten zahlen mit</b></h5>
<p>Wie soll das alles finanziert werden? Das BDKJ-Modell setzt auf ein breites Spektrum an Steuern, das weit über die klassische Lohnsteuer hinausgeht und gezielt dort ansetzt, wo heute riesige Werte geschaffen werden. Die interessantesten Quellen sind:</p>
<ul>
<li><b>Negative Einkommenssteuer:</b> Dieses System vereint Sozialleistung und Steuer. Wer kein weiteres Einkommen hat, erhält das volle Grundeinkommen. Für jeden dazuverdienten Euro werden 40 Cent vom Grundeinkommen abgezogen, bis dieses auf null sinkt. Jedes Einkommen, das über diesen Punkt hinausgeht, wird dann pauschal mit 53 % besteuert.</li>
<li><b>Wertschöpfungsabgabe:</b> Eine Steuer, die ihrer Zeit weit voraus war. Die Idee ist, Wertschöpfung, die durch Maschinen, Technologie und Kapitaleinsatz entsteht, genauso zu besteuern wie die Wertschöpfung, die durch menschliche Arbeit erbracht wird.</li>
<li><b>Öko-Steuern:</b> Schrittweise ansteigende Steuern auf den Verbrauch von Ressourcen und auf Umweltbelastung sollen die Wirtschaft nachhaltig umbauen.</li>
<li><b>Weitere Steuern:</b> Ein Mix aus einer Vermögenssteuer auf internationalem (OECD-) Niveau, einer erhöhten Erbschaftssteuer, einer Devisenumsatzsteuer (Tobin-Steuer) und einer drastisch erhöhten Luxusgütersteuer soll die Finanzierung auf eine breite und gerechte Basis stellen.</li>
</ul>
<p>Die Wertschöpfungsabgabe ist dabei ein zentraler Baustein, um die Finanzierung an die Realitäten einer automatisierten Wirtschaft anzupassen.</p>
<p>Um dies gerecht zu tun, soll die Wertschöpfung, die durch Einsatz von Arbeitskräften erbracht wird, gleichgestellt werden mit der Wertschöpfung durch Kapitaleinsatz, den Einsatz von Maschinen und Technologie.</p>
<h5><b>Punkt 5: Ein lokales Modell mit globaler Vision</b></h5>
<p>Das Konzept des BDKJ war nie als rein nationale Lösung gedacht. Es wurde explizit als &#8220;nationales Pilotprojekt zur Entwicklung globaler Standards für eine soziale Marktwirtschaft&#8221; entworfen.</p>
<p>Das ambitionierte Ziel ist es, von Deutschland ausgehend weltweite soziale Mindeststandards durchzusetzen. Langfristig soll so jedem Menschen auf der Welt ein existenzsicherndes Einkommen garantiert werden, um der globalen Spaltung zwischen Arm und Reich aktiv entgegenzuwirken. Dieser globale Anspruch hebt das Modell von einem reinen Sozialprogramm auf die Ebene eines Instruments für globale Gerechtigkeit und eine nachhaltige Weltwirtschaft.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<h4><b>Fazit: Eine Vision, die zum Nachdenken anregt</b></h4>
<p>Das fast 20 Jahre alte Konzept des BDKJ ist kein einfaches Auszahlungssystem. Es ist die umfassende Vision für eine Gesellschaft, die Arbeit, Bildung, Familie und bürgerschaftliches Engagement fundamental neu bewertet und in eine neue Balance bringt. Es fordert uns auf, nicht nur über die Höhe eines Grundeinkommens zu streiten, sondern darüber, was wir als Gesellschaft als wertvollen Beitrag anerkennen wollen.</p>
<p>Es ist ein Gegenentwurf zur reinen Bedingungslosigkeit, der auf Teilhabe und Mitgestaltung setzt. Während wir einer Zukunft entgegenblicken, die von künstlicher Intelligenz und demografischem Wandel geprägt ist, stellt sich daher die Frage: Welche Elemente dieser sorgfältig ausgearbeiteten, fast vergessenen Vision bergen die stärksten Lehren für die Gestaltung einer ausgewogeneren und gerechteren Gesellschaft von heute?</p>
<p><i> </i></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="377">
<p align="left">Quellen:</p>
<p align="left">Vision für eine gerechtere Gesellschaft – Solidarität – Chance für die Zukunft.</p>
<p>Hg. Bundesvorstand BdkJ, Düsseldorf 2003</p>
<p><b> </b></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="377"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="377"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Selbstermächtigung der Bürger in der Stadtentwicklung</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jan 2026 17:54:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Cocktails aus der denk!BAR]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenken über...]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Kernerkenntnisse zur Selbstermächtigung der Bürger in der Stadtentwicklung  Dieses Briefing fasst die zentralen Thesen meiner Masterarbeit aus dem Jahr 2025 „Selbstermächtigung der Bürger als Konstitutive demokratischer Stadt- und Regionalentwicklung“ / „Citizen Empowerment as a Constitutive Element of Democratic Urban and Regional Development“ zur Neuausrichtung der Bürgerbeteiligung in der Stadt- und Regionalentwicklung zusammen. Der Kern meiner [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="519">
<h2><b>Kernerkenntnisse zur Selbstermächtigung der Bürger in der Stadtentwicklung</b><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/Bürgermacht-und-Demokratie1.jpg"> </a></h2>
<p>Dieses Briefing fasst die zentralen Thesen meiner Masterarbeit aus dem Jahr 2025 <b>„Selbstermächtigung der Bürger als Konstitutive demokratischer Stadt- und Regionalentwicklung“</b> / <b>„Citizen Empowerment as a Constitutive Element of Democratic Urban and Regional Development“</b> zur Neuausrichtung der Bürgerbeteiligung in der Stadt- und Regionalentwicklung zusammen. Der Kern meiner Argumentation ist die Forderung, die Mitwirkung der Bürger nicht länger als ein politisch „zu gewährendes Recht“, sondern als ein fundamental „zu gewährleistendes Recht“ zu etablieren.</p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td colspan="3" valign="top" width="604"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="201"><a href="https://youtu.be/xbZExcWKBBc"><img class="alignleft  wp-image-1293" alt="Bürgermacht und Demokratie.jpg" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/Bürgermacht-und-Demokratie.jpg.png" width="178" height="100" /></a></td>
<td valign="top" width="201"></td>
<td valign="top" width="201"><a href="https://youtu.be/d4uBc6gj6GY"><img class="alignleft  wp-image-1292" alt="Selbstermächtigung der Bürger" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/Selbstermächtigung-der-Bürger.png" width="174" height="96" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="201"></td>
<td valign="top" width="201"></td>
<td valign="top" width="201"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3" valign="top" width="604">Als Fundament für dieses Recht wird eine anthropologische Verankerung in wissenschaftlich unbestreitbaren Grundtatsachen über den Menschen vorgeschlagen: <b>LEBEN</b>, <b>ZWEIGESCHLECHTLICHKEIT</b>, <b>RESONANZ</b> und <b>REFLEXION</b>. Diese Verankerung, untermauert durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse wie die Entdeckung der Spiegelneurone, bietet eine robustere Grundlage als historisch gewachsene Wertkonzepte, die in der aktuellen globalen politischen Landschaft zunehmend in Frage gestellt werden.</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3" valign="top" width="604"> Die Studie adressiert die gegenwärtige „Krise der Demokratie“, die sich durch Vertrauensverlust, das „Beteiligungs-Paradoxon“ und den Aufstieg autokratischer Regime manifestiert. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden globalen Urbanisierung, die die Stadt zum primären Lebensraum des Menschen macht, wird die Gestaltung städtischer Räume zu einer zentralen Arena für die Verwirklichung von Grundrechten.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Einen Lösungsansatz sehe ich in der „Reflexionslogik“, ein strukturierendes Prinzip, das komplexe gesellschaftliche Entscheidungsprozesse hierarchisch ordnet und sicherstellt, dass ethische Grundwerte den Rahmen für Kultur, Politik und schließlich die Wirtschaft vorgeben. Dies bietet eine tragfähige Statik, um der Selbstermächtigung der Bürger Gestaltungsmacht zu verleihen und sie gegen antidemokratische Kräfte zu verteidigen.<br />
<span id="more-1118"></span></p>
<p><b>1. Einleitung: Die Krise der demokratischen Beteiligung und der Ruf nach einer neuen Verankerung</b></p>
<p>Die Studie identifiziert eine fundamentale Krise in der Substanz und Wahrnehmung<br />
demokratischer Prozesse. Symptome dieser Krise sind<br />
sinkende Wahlbeteiligung, abnehmendes Vertrauen in politische Systeme, der Aufstieg populistischer Parteien und die gezielte Untergrabung demokratischer Kulturen durch antidemokratische Kräfte.</p>
<p><b>Zentrale Problemstellungen:</b></p>
<ul>
<li><b>Das Beteiligungs-Paradoxon:</b> Das Interesse der Bürger an Planungsprozessen wächst oft erst, wenn die wesentlichen Entscheidungen bereits getroffen sind und die Einflussmöglichkeiten erheblich gesunken sind. Dies führt zu Frustration und Vertrauensverlust.</li>
<li><b>Unzureichende rechtliche Verankerung:</b> Eine Stichprobenbefragung unter engagierten und interessierten Bürgern zeigte eine hohe Wertschätzung für die Effizienz der Bürgerbeteiligung, aber gleichzeitig eine große Unsicherheit bezüglich ihrer rechtlichen Begründung.</li>
<li><b>Erosion der Wertebasis:</b> Traditionelle Begründungen für Menschen- und Grundrechte, die in historischen oder kulturellen Wertkonzepten (z. B. der europäischen Aufklärung) wurzeln, werden von autoritären Regimen und Netzwerken als „westliche Werte“ relativiert und missachtet. Dies zeigt sich in konkurrierenden Erklärungen wie der Bangkok Declaration von 1993 oder der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam von 1990.</li>
</ul>
<p>Diese Entwicklungen erfordern eine neue, solidere Verankerung der Grundrechte, die sie vor dem Zugriff wechselnder politischer Mehrheiten und antidemokratischer Ideologien schützt.</p>
<p><b>2. Die anthropologische Fundierung von Beteiligungsrechten</b></p>
<p>Die zentrale Hypothese der Arbeit lautet: <i>„Wissenschaftliche Grundtatsachen über den Menschen begründen das universale und von jedem Staat zu gewährleistende Recht der Menschen auf entscheidende Mitwirkung in den Prozessen der Stadtentwicklung.“</i></p>
<p>Dieser Ansatz verlagert die Begründung von Rechten weg von verhandelbaren Wertesystemen hin zu empirisch belegbaren, objektiven Gegebenheiten des Menschseins.</p>
<p><b>Die vier wissenschaftlichen Grundtatsachen</b></p>
<ol>
<li><b>LEBEN:</b> Die biologische Grundbedingung für jegliche zwischenmenschliche Interaktion.</li>
<li><b>ZWEIGESCHLECHTLICHKEIT:</b> Definiert als die Gleichwertigkeit von Frauen und Männern sowie die Familie als geschützter Raum zur Lebensentfaltung.</li>
<li><b>RESONANZ:</b> Neurobiologisch durch die Entdeckung der Spiegelneurone in den 1990er Jahren untermauert. Resonanz beschreibt die Fähigkeit des Menschen, die Handlungen und Emotionen anderer im eigenen Gehirn zu simulieren. Sie wird als das „Gravitationsgesetz des Sozialen“ bezeichnet und ist die Grundlage für Kooperation und Empathie.</li>
<li><b>REFLEXION:</b> Die dem Menschen immanente Fähigkeit zur Selbstreflexion, bewussten Entscheidungsfindung und Selbststeuerung. Neurowissenschaftliche Verfahren (fMRT, EEG etc.) belegen die Aktivität spezifischer Gehirnareale (z. B. präfrontaler Kortex), die diese höheren kognitiven Funktionen ermöglichen.</li>
</ol>
<p><b>Von der Tatsache zum Recht</b></p>
<p>Die Studie postuliert einen unumkehrbaren logischen Dreischritt, um Willkürherrschaft zu verhindern: <b>Grundtatsachen → Grundwerte → Grundrechte</b></p>
<p>Aus den wissenschaftlichen Tatsachen werden Grundwerte abgeleitet (z. B. Kooperation als bevorzugte soziale Resonanz), die als vorstaatliche, vom Staat zu gewährleistende Rechte anerkannt und kodifiziert werden müssen. Ein Versuch, diesen Weg umzukehren und das Sein des Menschen aus kodifizierten Rechten abzuleiten, wird als Kennzeichen autokratischer Systeme identifiziert.</p>
<p><b>3. Der städtische Raum als zentrales Habitat des „Homo Urbanus“</b></p>
<p>Die globale Urbanisierung ist ein unumkehrbarer Megatrend. Lebte 1950 nur ein Bruchteil der Weltbevölkerung in Städten, so ist es heute bereits die Mehrheit. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2050 fast 70 % der Menschheit in urbanen Räumen leben wird. Dies macht die Stadt zum entscheidenden Habitat und zur zentralen Bühne für die Aushandlung gesellschaftlicher Zukunftsfragen.</p>
<ul>
<li><b>Stadtentwicklung als Kulturvollzug:</b> Die Gestaltung des städtischen Lebensraums ist mehr als nur technische Planung. Sie ist Ausdruck dessen, „welche sozialen Beziehungen, welches Verhältnis zur Natur, welche Lebensstile“ eine Gesellschaft wünscht (in Anlehnung an David Harvey). Das „Recht auf Stadt“ ist somit das kollektive Recht, die Gesellschaft zu verändern, indem die Stadt verändert wird.</li>
<li><b>Stadtentwicklung und Menschenrechte:</b> Die Art und Weise, wie Städte geplant werden, hat direkte Auswirkungen auf die Verwirklichung grundlegender Menschenrechte – etwa das Recht auf angemessenen Wohnraum, Gesundheit, Bildung und Sicherheit. Die UN-Entwicklungsziele (insbesondere SDG 11: „Nachhaltige Städte und Gemeinden“) und die internationale Bewegung der „Menschenrechtsstädte“ unterstreichen diese enge Verbindung.</li>
</ul>
<p><b>4. Formen, Erfahrungen und rechtliche Rahmenbedingungen der Bürgerbeteiligung</b>Die Studie analysiert ein breites Spektrum an Beteiligungsformaten und deren rechtliche Grundlagen, ergänzt durch nationale und internationale Fallbeispiele.</p>
<p><b>Überblick über Beteiligungsformen</b></p>
<table width="100%" border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td>Formeller Weg (Gesetzlich verankert)</td>
<td>Informeller Weg (Dialogorientiert, beratend)</td>
</tr>
<tr>
<td>Wahlen und Abstimmungen</td>
<td>Bürgerforen und -versammlungen</td>
</tr>
<tr>
<td>Bürger- und Volksbegehren</td>
<td>Planungszellen und Bürgerräte</td>
</tr>
<tr>
<td>Stellungnahmen in Planungsverfahren (z. B. nach BauGB)</td>
<td>Partizipative Stadtentwicklungsprojekte</td>
</tr>
<tr>
<td>Petitionen</td>
<td>Bürgerhaushalte</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><b>Rechtlicher Rahmen in Deutschland</b></p>
<p>Die Beteiligung ist auf einer soliden rechtlichen Basis verankert, die vom Grundgesetz (insb. Art. 1, 5, 8, 20) bis in spezifische Fachgesetze reicht:</p>
<ul>
<li><b>Baugesetzbuch (BauGB):</b> § 3 schreibt die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Bauleitplanung vor.</li>
<li><b>Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG):</b> Regelt die Anhörung Beteiligter vor Erlass eines Verwaltungsakts.</li>
<li><b>Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG):</b> Garantiert die Öffentlichkeitsbeteiligung bei umweltrelevanten Vorhaben.</li>
</ul>
<p><b>Internationale Fallbeispiele</b></p>
<ul>
<li><b>Positive Beispiele:</b> Städte wie <b>Wien</b> (sozialer Wohnungsbau), <b>Kopenhagen</b> (Mobilitätswende), <b>Porto Alegre</b> (partizipativer Haushalt) und <b>Medellín</b> (soziale Befriedung durch umweltbewussten Urbanismus) zeigen, wie tiefgreifende Bürgerbeteiligung zu nachhaltigeren und gerechteren Ergebnissen führt.</li>
<li><b>Herausforderungen und Behinderungen:</b> Berichte aus <b>Polen</b> und <b>Ungarn</b> illustrieren, wie autokratische Regierungen Beteiligungsrechte systematisch aushöhlen, z. B. durch die Umgehung kommunaler Planungshoheit mittels Regierungsdekreten („Investitionen von herausgehobener volkswirtschaftlicher Bedeutung“ in Ungarn).</li>
</ul>
<p><b>Praxisbeispiele des Autors</b></p>
<ul>
<li><b>Trendwerkstadt Bocholt:</b> Eine bürgergetragene Initiative zur Entwicklung von Zukunftsvorschlägen für die Stadt. Als Abstimmungsmethode wurde das <b>Systemische Konsensieren</b> genutzt, das nicht die Zustimmung, sondern den geringsten Widerstand misst, um eine höhere Akzeptanz der Ergebnisse zu erzielen.</li>
<li><b>Anwohnerwerkstadt Bocholt-Giethorst:</b> Eine reine Privatinitiative von Anwohnern, die einen Supermarkt-Leerstand in einen selbstorganisierten sozialen und kulturellen Treffpunkt umwandelte. Dieses Projekt demonstriert Selbstermächtigung auf der Mikroebene.</li>
</ul>
<p><b>5. Gefährdungen der demokratischen Beteiligung durch autokratische Tendenzen</b>Die Studie warnt eindringlich vor globalen politischen Verschiebungen, die offene Gesellschaften und demokratische Beteiligungsformen bedrohen.</p>
<ul>
<li><b>Globaler Vormarsch der Autokratie:</b> Die Zahl der autokratisch regierten Länder nimmt zu. Diese Regime nutzen oft formal demokratische Verfahren wie Wahlen, um ihre Macht zu legitimieren, während sie die Gewaltenteilung und Grundrechte aushöhlen.</li>
<li><b>Aushöhlung der Demokratie von innen:</b> Populistische und rechtsgerichtete Parteien gewinnen selbst innerhalb der EU an Macht (z. B. PiS in Polen, Fidesz in Ungarn). In den USA skizziert das „Project 2025“ einen Plan für einen autoritären Staatsumbau.</li>
<li><b>Ideologische Bedrohungen:</b> Der radikale Kapitalismus nach David D. Friedman, der die Privatisierung staatlicher Kernfunktionen (Polizei, Gerichte) fordert, wird als fundamentale Bedrohung des Gemeinwohls identifiziert.</li>
</ul>
<p><b>Gefährdung der Zivilgesellschaft:</b> Die Studie analysiert eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag vom Februar 2025 als Beispiel für einen Versuch, die Zivilgesellschaft durch die Androhung des Entzugs staatlicher Förderungen einzuschüchtern und kritische NGOs zu diffamieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>6. Analyse der Bürgerbeteiligung: Eine AMSWOT-Bewertung</b></p>
<p>Die Studie fasst die Potenziale und Risiken der Bürgerbeteiligung in einer umfassenden AMSWOT-Analyse zusammen.</p>
<ul>
<li><b>A &#8211; Assets (Ressourcen):</b> Das bürgerschaftliche Engagement, ein solider rechtlicher Rahmen (in Deutschland) und digitale Infrastrukturen bilden die Grundlage.</li>
<li><b>M &#8211; Mission:</b> Aktive Einbeziehung der Bevölkerung, um die Akzeptanz von Projekten zu erhöhen und die Demokratie auf lokaler Ebene zu stärken.</li>
<li><b>S &#8211; Strengths (Stärken):</b> Erhöhte Legitimität von Entscheidungen, Förderung sozialer Kohäsion, Innovation durch vielfältige Perspektiven und verbesserte Planungsqualität.</li>
<li><b>W &#8211; Weaknesses (Schwächen):</b> Hoher Ressourcenbedarf (Zeit, Geld), ungleiche Beteiligung (sozial benachteiligte Gruppen sind oft unterrepräsentiert) und die Komplexität vieler Planungsthemen.</li>
<li><b>O &#8211; Opportunities (Chancen):</b> Die Digitalisierung bietet neue, niederschwellige Beteiligungsformen; das Interesse an Partizipation wächst; die Verankerung als zu gewährleistendes Recht würde die Position der Bürger fundamental stärken.</li>
</ul>
<p><b>T &#8211; Threats (Risiken):</b> Politische Instrumentalisierung (Scheinbeteiligung), Partizipationsmüdigkeit bei mangelndem Einfluss, Datenschutzbedenken und die Einschüchterung der Zivilgesellschaft durch politische Akteure.</p>
<p><b>7. Schlussfolgerungen und strategische Implikationen der „Reflexionslogik“</b></p>
<p>Die anthropologische Verankerung von Beteiligungsrechten in wissenschaftlichen Grundtatsachen bietet eine resiliente Basis gegen politische Willkür. Um diese Rechte in der hochkomplexen Realität der Stadtentwicklung wirksam werden zu lassen, schlägt die Studie die Anwendung der <b>Reflexionslogik</b> nach Johannes Heinrichs als strukturierendes Prinzip vor.</p>
<p><b>Die Hierarchie der gesellschaftlichen Subsysteme</b></p>
<p>Dieses Modell ordnet gesellschaftliche Entscheidungsprozesse hierarchisch, um eine gemeinwohlorientierte Steuerung sicherzustellen:</p>
<ol>
<li><b>Legitimation (Grundwerte):</b> Die auf den Grundtatsachen basierenden Werte setzen den obersten Rahmen. Die Unantastbarkeit der Menschenwürde (Art. 1 GG) ist hierfür ein Paradebeispiel.</li>
<li><b>Kultur (Kommunikation, Sprache):</b> Innerhalb dieses ethischen Rahmens entfalten sich gesellschaftliche Diskurse und die Kultivierung von Werten wie Selbstermächtigung und Resonanz.</li>
<li><b>Politik (Normen, Gesetze):</b> Der kulturelle Konsens wird in rechtlich verbindliche Regeln und Verfahren übersetzt. Die Stadt wird zur „Schule der Demokratie“.</li>
<li><b>Wirtschaft (Geld, Ressourcen):</b> Das wirtschaftliche Handeln ist dem politisch-rechtlichen Rahmen untergeordnet und an das Gemeinwohl gebunden.</li>
</ol>
<p><b>Strategische Implikationen</b></p>
<ul>
<li><b>Für die Politik:</b> Es bedarf eines Wandels von einer reinen Parteiendemokratie zu einer Bürgerdemokratie. Konsensorientierte Verfahren wie das <b>Systemische Konsensieren</b> sollten genutzt werden, um gesellschaftliche Polarisierung zu überwinden und breit akzeptierte Lösungen zu finden.</li>
<li><b>Für die Kultur und Bildung:</b> Die Kompetenzen der Bürger zur Mitgestaltung müssen aktiv gefördert werden (z. B. durch Schulungen für bürgerschaftliche Moderatoren), um die Qualität der Beteiligungsprozesse zu erhöhen.</li>
<li><b>Für die Wirtschaft:</b> Gemeinwohlorientierte Wirtschaftsformen wie <b>Genossenschaften</b> (Beispiel: Mondragón in Spanien) müssen gestärkt werden, um ein Gegengewicht zu rein profitorientierten Investorenmodellen zu schaffen, insbesondere im Bereich Wohnungsbau und städtische Dienstleistungen.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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		<item>
		<title>Des Fragens würdiger Priesterkult</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2022/07/fragwuerdiger-priesterkult/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2022 15:35:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Laienapostolat]]></category>
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		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Unterschlagene Propheten]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Skandale um sexuelle Missbräuche und deren organisierte Vertuschung haben vor allem die katholische Kirche in eine abgrundtiefe Vertrauenskrise gestürzt. Dieser Sturz in den Abgrund mag vielen traditionell Christgläubigen als Desaster erscheinen. Er kann aber auch zum Rück-Sturz in die dem Christentum eigenen Urgründe werden. Die derzeitige Vertrauenskrise der katholischen Kirche ist im Wesentlichen eine [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Skandale um sexuelle Missbräuche und deren organisierte Vertuschung haben vor allem die katholische Kirche in eine abgrundtiefe Vertrauenskrise gestürzt. Dieser Sturz in den Abgrund mag vielen traditionell Christgläubigen als Desaster erscheinen. Er kann aber auch zum Rück-Sturz in die dem Christentum eigenen Urgründe werden.</p>
<p>Die derzeitige Vertrauenskrise der katholischen Kirche ist im Wesentlichen eine Ablehnung traditionellen Priestertums und Priesterherrschaft. Längst überfällige Debatten brechen auf. Synodal soll die Kirche in die Zukunft geführt werden – allerdings sind sich die verschiedenen Bischöfe und Laienvertreter sehr uneins über die Begriffs- und Tragweite von „Synodal“. Frauen erheben Ansprüche auf Leitungs- und Weiheämter, Männer unterstützen diese Begehren und geweihte Amtsträger bekunden Verständnis und leichte Öffnungsbereitschaft.</p>
<div id="attachment_1108" style="width: 160px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2022/07/E-Mail-an-den-Papst-2.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1108" alt="Auf synodalen Wegen?" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2022/07/E-Mail-an-den-Papst-2-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Auf synodalen Wegen?</p></div>
<p>Der Klerus sei die Wirbelsäule der Kirche<a href="https://www.domradio.de/node/367949">, betont der Augsburger Bischof Bertram Meier</a>. Männer und Frauen des gottgeweihten Lebens sieht er als „Herz der Kirche“.</p>
<p>Für Bischof Meier ist das Konzept sakramental verorteten Priestertums notwendiger Grundzug der katholischen Kirche. Würde die sakramentale Weihe zur Disposition, stünde die Katholizität als Ganzes auf dem Spiel. Das ginge weit über eine geistlich erneuerte Kirche hinaus, führe in eine ganz andere neue Kirche. Wie sein Münchner Amtsbruder Reinhard Kardinal Marx sieht auch er: &#8220;Eine priesterlose Kirche ist nicht mehr katholisch.&#8221;</p>
<p>Dagegen <a href="https://www.katholisch.de/artikel/24827-warum-auch-frauen-priester-werden-koennen">verweisen inzwischen verschiedene Theologen und Theologinnen darauf,</a> dass sich weder im Verhalten Jesu noch im Neuen Testament Hinweise finden lassen, Jesus wolle die Geschicke seiner Glaubensgemeinschaft in die Hände speziell ausgebildeter spiritueller Kultdiener mit „amtlicher Heiligkeit durch Weihe“ legen.<span id="more-1105"></span></p>
<p>Die von Jesus in die Führung der Gemeinschaft berufenen 12 Apostel oder die in die Dörfer gesandten 72 Jünger waren Menschen aus dem Volk. Sie vertrauten seiner Botschaft und Lehre. Ohne spirituelle, theologische, liturgische oder kultische Ausbildung übernahmen sie ihre Aufgaben. Die eigenen Charismen und Fähigkeiten und das Vertrauen, welches Jesus und die Gemeinschaft in sie setzten, legitimierten ihre Berufung.</p>
<p>Dem Wanderprediger Jesus von Nazareth war erbliche Priesterschaft der Sadduzäer und Leviten als Tempel-Kultpersonal natürlich bekannt. Dieses System gehörte zu den religiösen und kulturellen Traditionen seiner Zeit. Die Evangelisten berichten immer wieder von Spannungen zwischen Jesus und den Priestern, wie auch den Pharisäern. Ständig murrten die Hüter des traditionellen Judentums über die Ansichten und Aussagen des Wanderpredigers Jesus. Immer wieder versuchten sie, ihm theologische und ethische Fallen zu stellen, ohne dass Jesus sich darin verfing. Die wohl härteste Kritik Jesu an Priestern und Leviten findet sich im Gleichnis vom barmherzigen Samariter<strong>:</strong> „Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter. Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter.“<strong> (LK 10, 30-3</strong><strong>2</strong><strong>)</strong><strong> </strong> Über die Gründe ihres Verhaltens äußert sich Jesus nicht. Heutige Theologen vertreten die Auffassung, es sei weniger mangelnde Empathie als die für ihren Tempeldienst zwingend geltenden Reinheitsgebote gewesen, dass sie den Verletzten halbtot liegen ließen. Der Schutz der „heiligen Ordnung“ führte bereits damals zu Missachtung und Missbrauch von Schutzbefohlenen.</p>
<p>Nicht nur im Judentum, schon in den alten orientalischen Gotteskulturen Babylons, Kanaans oder Ägyptens sorgten sich ebenso wie bei den Griechen und Römern religiöse Spezialisten um die Entfaltung der göttlichen Lehre und die Bewahrung der Traditionen.</p>
<p>Anders als Propheten, Seher, Charismatiker oder Schamanen genossen sie eine langjährige vorbereitende Ausbildung und wurden durch eigene Initiations- und Weiheakte in ihr Amt eingesetzt. Ihr Amt gab ihnen in der jeweiligen Religionsgemeinschaft eine „Heiligkeit“, der sie durch besondere Kleidung und Lebensführung Ausdruck gaben. So durften ägyptische Priester heiraten, mussten sich nach sexueller Betätigung allerdings rituell reinigen, bevor sie wieder im Tempel Dienst taten. Längst ist historisch belegt, dass Frauen wie Männer geweihte Tempeldienste taten.</p>
<p>Wie nun die frühchristliche Glaubensgemeinschaft (Ecclesia) nach und nach durch eine kulturelle Aneignung von Priestertum und Tempelkult zur „katholischen Kirche“ wurde, dürfte weniger eine theologische als eine kulturhistorische Betrachtung fordern. Dabei gewonnene Erkenntnisse könnten die Debatten um „Wirbelsäule und Herz des Katholischen“ versachlichen und der christlichen Gemeinschaft neue Perspektiven in der Nachfolge Jesu geben. Möglicherweise mangelt es ja an den Berufungen zum Priestertum, weil der Ruf dazu ausbleibt.</p>
<p>Was die Gemeinschaft der Glaubenden – also die Ecclesia – braucht, sind gottvertrauende Frauen und Männer, die in der Nachfolge Jesu Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen. Verantwortung, dass die Gemeinschaft die volle personale Entfaltung jedes und aller Menschen fördert und zur ständigen Vermenschlichung der Welt beiträgt. (GES 59)</p>
<p>Die Entwicklungsgeschichte der Kirche zeigt zwei wesentliche Stränge auf:</p>
<ul>
<li>Einerseits die Wirkmacht und Strahlkraft spiritueller und lebensbejahender Personen in der Nachfolge Jesu</li>
<li>Andererseits der Aufbau einer klerikalen Organisations- und Herrschaftsstruktur mit wachsenden Herrschaftsansprüchen über die Glaubensgemeinschaft hinaus in Gesellschaft und Staat.</li>
</ul>
<p>Vor allem diese Machtansprüche und gesellschaftlichen Verquickungen prägen die „Kriminalgeschichte des Christentums“ von der „konstantinischen Schenkung“ über eine militante Missionspraxis, Kreuzzüge, Hexenjagden bis hin zu den aktuellen Missbräuchen und Vertuschungen.</p>
<p>Die bekanntgewordenen und noch nicht erfassten Missbräuche durch katholische Priester sind skandalös. Sie und die diversen Vertuschungen müssen strafrechtlich, zivilrechtlich und kirchenrechtlich aufgearbeitet werden. Auch kirchenpolitische Konsequenzen sind dringend. Zugleich aber ist festzuhalten, dass der überwiegende Teil der Priesterschaft sich im Gemeindealltag bewährt und an der Belastungsgrenze abstrampelt. Zum Täter-Anteil in der Priesterschaft heißt es in der Missbrauchsstudie des Bistums Münster: „Bezogen auf die Gesamtzahl der katholischen Priester sind das mindestens vier von 100 Priestern und damit ein kleiner, aber erheblicher Teil des Klerus.“ Es ist zu befürchten, dass sich dieser Täteranteil im „Dunkelfeld der Aufklärungen“ kräftig vergrößert.</p>
<p>Eine nüchterne Betrachtung der Kulturgeschichte christlichen Priestertums ist längst überfällig und dringend notwendig. Dabei kann sicherlich festgestellt werden, dass „Priestertum“ als solches in der römisch-katholischen Ecclesia hohe Akzeptanz findet. Das verstärkt Frauen den Zugang zu Weiheämtern einfordern, weist eher auf solche Hochschätzung als auf eine Ablehnung des Priestertums hin. Auch wenn der Zölibat kritisch hinterfragt wird, geht es eher um Reformen als um Abschaffung des Priestertums.</p>
<p>Deutlich wird zugleich, dass mit zunehmender innerkirchlicher Aufklärung der Gläubigen Priestermacht und Klerusherrschaft auf Widerstand stoßen. Seit den Tagen des II.Vatikanischen Konzils (!962-1965) hat sich ein selbstbewusstes, eigenmächtiges Laienapostolat entwickelt. 50 Jahre nach dem Konzil fordern die Laien über die ihnen zuerkannten Beratungsrechte hinaus echte Mitentscheidungskompetenzen. Immer weniger engagierten Gläubigen ist verständlich zu machen, warum weltweit etwa 5.300 Bischöfe in ihrem selbstreferenziellen und selbstgenerierenden Gruppensystem die Geschicke der über 1,3 Milliarden Menschen umfassenden Ecclesia bestimmen sollen. Auch wenn die Bischöfe ihre Führungsrolle mit der Unterstützung von über 400.000 Welt- und Ordenspriestern ausüben, bleibt die Priesterschaft eine relative kleine Gruppe in der gesamte Ecclesia. Nach den im Vatikan verwandten Kennzahlen änderte sich das Verhältnis Priester zu Laien seit 1969 von 1:1.428 auf 1:3.167 im Jahr 2017.</p>
<p>Je mehr sich die Laien ihres ihnen eigenen Apostolates bewusst werden, erodiert der Anspruch auf Priesterherrschaft. Längst finden sich auch unter den Laien ausgezeichnete und weltweit geachtete Frauen und Männer in der Theologie und Spiritualität.</p>
<p>Zur nüchternen Betrachtung zählt ebenfalls die Wahrnehmung jener Priester, die sich in tiefem Glauben als Seelsorger in den Dienst der Gemeinden stellen und die lebensförderliche Botschaft Jesu im Alltag bekunden. Die ihnen durch „Reformprozesse“ seit inzwischen Jahrzehnten zugemuteten Fusionen von Gemeinden und Seelsorgebereichen hat sie längst an die Grenzen organisatorischer und vor allem menschlicher Belastung geführt. Dieser vielen guten „Hirten“ und der unzähligen charismatischen Apostel und Apostelinnen wegen ist es notwendig, den katholischen Priesterkult würdig und sorgfältig zu hinterfragen.</p>
<p>Einen aus heutiger Sicht prophetischen Beitrag, perspektivisch auch für synodale Wege, lieferte der Passauer Pfarrer Dr. Walter Friedberger (gest. 1999):<br />
Nach über 20jähriger Tätigkeit als Leiter der Priesterfortbildung der bayrischen Diözesen reflektierte er seine Erfahrungen mit den „Hirten in Not“. 1991 beschrieb er, was Priester nervt, was sie belastet und welcher Art Unterstützung sie bedürfen, um auch als Priester authentische Jünger Jesu zu sein. <i>(Unter <b>reVisio</b> „Schätze unterschlagener Propheten“ stelle ich diese Überlegungen frei zugänglich, aufbereitet als <a href="https://share.mindmanager.com/#publish/rGQOF2Ii2dKDziAAHIEK3i4OH8kaPmB8HTnx0Hs8">interaktives Mindmap</a>. )</i></p>
<p>Die überfällige synodale Debatte um die Zukunft des Priestertums darf sich darum nicht allein an den skandalösen Missbräuchen und Vertuschungen ausrichten. Sie muss der gegenwärtigen Lebenssituation aktiver Priester und ihrer berechtigten Bedürfnisse auf die Zukunft hin gerecht werden.</p>
<p>Nur mal angenommen, weltweit würden sich Bischöfe und Priester vom Konzept der „Priesterherrschaft“ lösen. Sie vertrauten dem Gottesvolk, seine soziale und weltliche Ordnung dezentral aus den Kompetenzen der Gläubigen zu regeln. Sie lebten ihre Priesterschaft als spirituelle und seelsorgende Wegbegleiter gottvertrauender und um Vertrauen ringender Menschen. Wie einst Jesus erzählten sie den Menschen von der umfassenden Barmherzigkeit des himmlischen Vaters und lebten diese Botschaft authentisch im Alltag.</p>
<p>Welch ein Geschenk könnte solches Priestertum für die Welt sein!</p>
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		<title>Bocholts Zukunft im Biedermeier?</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2022 12:37:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
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		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Biedermeier]]></category>
		<category><![CDATA[Bocholt]]></category>
		<category><![CDATA[Janus]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Im bundesweiten Wettbewerb “Zukunftsstadt 2030“ errang Bocholt einen der hochdotierten Siegerplätze. Auch gibt es ein im Wettbewerb gefördertes Zukunftsbüro. Die zum Wettbewerb erstellten Bürgergutachten bieten allerdings wenig Perspektiven, wie sich Zivilgesellschaft und Kommunalpolitik den prognostizierten Wahrscheinlichkeiten der kommenden 30 &#8211; 50 Jahre stellen wollen. Die Jahreszahlen 2050 und 2072 könnten den Horizont solcher Zukunftsorientierung markieren. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im bundesweiten Wettbewerb “Zukunftsstadt 2030“ errang Bocholt einen der hochdotierten Siegerplätze. Auch gibt es ein im Wettbewerb gefördertes Zukunftsbüro.</p>
<p>Die zum Wettbewerb erstellten Bürgergutachten bieten allerdings wenig Perspektiven, wie sich Zivilgesellschaft und Kommunalpolitik den prognostizierten Wahrscheinlichkeiten der kommenden 30 &#8211; 50 Jahre stellen wollen.<br />
Die Jahreszahlen 2050 und 2072 könnten den Horizont solcher Zukunftsorientierung markieren.</p>
<ul>
<li>Für 2050 liegen fundierte Modellberechnungen über die Folgen der längst stattfindenden Klimaerhitzung vor.<i> </i><i>(siehe: <a href="https://www.kiwi-verlag.de/buch/toralf-staud-nick-reimer-deutschland-2050-9783462000689">Nick Reimer/ Toralf Staudt: Deutschland 2050, Kiepenheuer&amp;Witsch, Köln 2021)</a></i></li>
<li>Im <a href="https://bocholt800.de/">Jubiläumsjahr zur Stadterhebung Bocholts</a> vor 800 Jahren, ließe sich die Frage nach der Lebensqualität in der Stadt zur Zeit der 850-Jahrfeier (2072) aufwerfen.</li>
</ul>
<p>Doch die debattierten Zukunftspläne erreichen solche Horizonte bei weitem nicht.<span id="more-1071"></span> Im hiesigen öffentlichen Diskurs ist der Begriff „Zukunft“ eher zu übersetzen mit „mittelfristig optimierte, verlängerte Gegenwart“. Selbst die „Optimierung“ ist konzentriert auf „Renovierung und Wiederherstellung“ (z.B. Rathaus, Schulen, weitere Stadtimmobilien), „Umsetzung vor Zeiten gefasster Beschlüsse“ (Nordring) oder „dem Marketing förderliche Verbesserung des städtischen Erscheinungsbildes“ (Ravardiviertel).</p>
<p>Von einem gemeinsamen, gesellschaftsprägenden Zukunfts-Narrativ ist in Bocholt wenig zu spüren. „Bokelt baut wer up“ – dieser Leitsatz vereinte nach den Bombenangriffen vom März 1945 die Bürger der zerstörten Stadt unter der Führung ihrer Oberbürgermeister Dr. Benölken (1945-1946) und Otto Kemper (1948-1964). Bis 1962 dauerte diese Kampagne zum Wiederaufbau von Infrastruktur, Industrien und Wohnraum. Sie steht für eine gesamtgesellschaftliche Leistung der Bürger.</p>
<p>Eine Voraussetzung dieser Gemeinschaftsleistung war die reale Sichtbarkeit der zerstörten Stadt, das Erleben der Schrecken und das Be-Greifen des Engagements. Die Bürger konnten handfest anpacken und mit jedem Griff dessen konstruktive Wirkung spüren.</p>
<p>Dagegen sind die wahrscheinlichen, bereits kalkulierten Schäden an der Infrastruktur und die erkennbaren Folgen für Leib und Leben der Bürger durch die Klimaerhitzung vorerst „nur“ abstrakte Perspektiven. Viele Bocholter Bürger lassen sich von diesen Perspektiven beeindrucken. Sie sind in unterschiedlichen Themennischen engagiert und lassen sich als auf Nachhaltigkeit, Solidarität und Gemeinwohl ausgerichtete Akteure ausmachen.</p>
<p>Trotzdem prägen nicht sie das vorherrschende gesellschaftliche Milieu dieser Stadt. Kennzeichnende Kernelemente des in Bocholt vorherrschenden Milieus sind noch „Selbstzufriedenheit und Nörgeln am Nicht-Gewollten“.</p>
<p>Mir drängen sich Vergleiche zum Biedermeier auf, einer prägenden Epoche des frühen 19. Jahrhunderts. Wie heute in der EU ging es politisch um die Neuordnung Europas. Der <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wiener_Kongress_(1814/1815)#:~:text=%20Wiener%20Kongress%20%281814%2F1815%29%20%201%20Verlauf.%20Februar,Stadt%20und%20der%20Kongress.%20Ver%C3%B6ffentlichungen%20des...%20More%20">Wiener Kongress</a> (1814-1815) hatte nicht nur getanzt, sondern die Mächte neu verteilt. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karlsbader_Beschl%C3%BCsse">Karlsbader Beschlüsse</a> (1819) sorgten mit strenger Zensur und Unterdrückung politischer Äußerungen für „Ruhe und Ordnung“ im lieben Vaterland. Die überwiegende Mehrheit der Bürger zog sich ins private Leben, in Familie und Haus zurück. Widerspruch und Revolte vieler Bürger formte sich als Epoche des Vormärz.</p>
<p>Zensur und Unterdrückung politischer Äußerungen brauchen wir heute nicht mehr zu fürchten. Der Rückzug ins traute Private folgt nicht mehr äußerem Druck. Anders als die Vormärz-Revolutionäre brauchen wir die Obrigkeit nicht mehr zu fürchten. Lähmend ist vor allem die rasant gestiegene Komplexität aller Themenfelder in Politik, Wirtschaft und Sozialleben. Diese dynamische Komplexität wird vielfach als Kompliziertheit und Überforderung erfahren. Dann bietet sich das „Private“ als vermeintlich einfach und überschaubar an. Zugleich ist schon das „Private“ hochkomplex, es ist bereits aufreibend, die eigene Komfortzone zu sichern. So lockt es nicht, sich das eigene Leben zu überlasten mit Zukunftsfragen und -strategien.</p>
<p>Das vom Stadtmarketing verantwortete Jubiläumsprogramm bedient pointiert diesen Wunsch nach Wohlgefühl. „Wir möchten … ein WIR-Gefühl erzeugen durch positive gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen“ bekundet die Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing Gesellschaft Bocholt mbH &amp; Co. KG im Geleitwort des Programms. Vor allem bietet das Festjahr eine große Chance, „die Stadt Bocholt über die Stadtgrenzen hinaus positiv sichtbar zu machen.“</p>
<p>Bürgermeister Thomas Kerkhoff lobt in seinem Grußwort zum Programmheft, „Das bunte Programm führt uns den Ideenreichtum und die Kreativität unserer Stadt vor Augen und zeigt, was in der Gemeinschaft geleistet werden kann.“ Ist da nicht auch die Überlegung angebracht, wie Ideenreichtum und Kreativität der Gemeinschaft beitragen können, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern?</p>
<div id="attachment_1073" style="width: 160px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2022/02/Janus.png"><img class="size-thumbnail wp-image-1073" alt="Januskopf aus dem Bocholter Stadtarchiv" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2022/02/Janus-150x150.png" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Januskopf aus dem Bocholter Stadtarchiv</p></div>
<p>Im Foyer des einstigen Stadtarchivs an der Münsterstrasse verwies die Bronzeplatte mit dem Januskopf auf den Doppelsinn von Rückblick und Ausblick. Das Stadtarchiv wurde zum Studentenwohnheim umgebaut, die Bronzeplatte wahrscheinlich eingelagert. Die Symbolik des Janus kam wohl aus dem Blick, im Jubiläumsprogramm jedenfalls fand sie kein Echo.</p>
<p>So verbreitet das Jubiläumsprogramm einseitig das Image selbstzufriedener Biedermeierlichkeit. Als wäre dies das tragende Milieu dieser Stadt, bleiben die weiteren in Bocholt existenten und engagierten sozialen Milieus vernachlässigt.</p>
<p>Eine wichtige Chance wurde vergeben. Das Stadtjubiläum hätte für die Akteure einer zukunftstüchtigen Nachhaltigkeits- und Gemeinwohlstrategie zu einer öffentlichen Komm-Vor-Zone werden können. Dass im Auftrag der Stadt 800 Bäumchen gepflanzt werden, wiegt diese vergebene Chance nicht auf. Die ungebrochene Politik verdichtender Urbanisierung und Landschaftsversiegelung führt schon derzeit bundesweit zu massivem, anhaltenden Sterben der Stadtbäume. Die zukünftige Überhitzung der Städte bei gleichzeitigem Wassermangel lässt fraglich werden, wieviel der 800 Jubiläumsbäumchen zum nächsten Stadtjubiläum noch stehen.</p>
<p>Zum Image der Zukunftstüchtigkeit trägt das Bocholter Jubiläumsprogramm nicht bei. Wie bei Janus hätte der Blick nicht in Geschichte und Gegenwart verweilen dürfen, sondern den Fokus auch auf die Herausforderungen der Zukunft richten müssen. Zukunftsbezogene Kreativität und Ideenreichtum der Bürger hätten vor allem im Jubiläumsjahr ihren Raum zur Entfaltung verdient.</p>
<p>Gemeinsam mit den verschiedenen Bildungsträgern, Initiativen und Vereinen ließe sich der Umgang mit dynamischen Komplexitäten trainieren. Gemeinsam, unter den Augen der feiernden Öffentlichkeit, ließen sich Handlungsstrategien entwickeln, welche Handlungsmöglichkeiten nicht einengen, sondern weiten. Kooperative Choreographien zur Lösung der anstehenden klimapolitischen Dilemmata ließen sich einüben, in der notwendige Regelungen von breiter Akzeptanz getragen würden.</p>
<p>Das städtische Jubiläumsprogramm bietet für solche Überlegungen keine Komm-Vor-Zone.<br />
Doch nur mal angenommen, die aufgeschlossenen, engagierten und kreativen Bürger würden selbst aktiv und schafften sich ein eigenes Forum.</p>
<p>Der Stadt, den Bürgern und ihrer Zukunft würde es gut tun!</p>
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		<title>Himmlische Weisheit?</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2021 11:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2021/08/DSC06360.jpg"><img class="size-medium wp-image-1067 alignleft" style="margin-left: 15px; margin-right: 15px;" alt="SONY DSC" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2021/08/DSC06360-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a>„Luja sag i!“, grantelt der verstorbene Gepäckträger Aloisius als „Münchner im Himmel“. Dieser Himmel langweilt ihn, auf Ewigkeit verdammt zur Lobhudelei mit der Harfe auf einer einsamen Wolke. In der Satire Ludwig Thomas ist Gott nachsichtig und schickt den Grantler als Boten göttlicher Weisheit zurück ins Leben und zur bayrischen Staatsregierung. Leider kommt Aloisius auf seinem Weg am Hofbräuhaus vorbei, kehrt ein und bleibt auf ewig dort hocken. So bleibt der bayrischen Staatsregierung der Zugang zu göttlicher Weisheit bis heute verschlossen.</p>
<p>Doch was wäre, böte der Himmel mehr als langweilige Lobhudelei? Nur mal angenommen, die Choreografie der kürzlich erlebten Männer-Initiation gäbe einen Vorgeschmack auf die andere Seite des Lebens. Die Seelen Verstorbener würden von himmlischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elder_(Aborigines)">Elders</a> (Engel oder Seelen der Ahnen) empfangen und behutsam zu Reflexion des eigenen Lebens geführt. Auch beim Blick in die eigenen Abgründe von der Fürsorge der Elders gestützt. Diese hülfen ihnen zu erkennen, wo und wie sie aus Unkenntnis oder Unwillen falsche Entscheidungen trafen; wo sie aus Wut, Zorn, Angst oder Egoismus Mitmenschen verletzten und somit hinter die eigenen Möglichkeiten wahren Menschseins zurückblieben.</p>
<p>Von dort führten die Elders sie auf den heilsamen Weg, auf den Weg der Einsicht, dass selbst die größte Verfehlung nicht von der Liebe Gottes trennt.</p>
<p>Sich auf diese Liebe vertrauensvoll einzulassen, bringt die Höllenfeuer in uns zum Erlöschen.</p>
<p>Sollte mein jüngster Tag in eine derartige Choreografie münden, sehe ich ihm schon heute gelassen und mit freudiger Neugier entgegen.</p>
<p>Trotzdem hat es damit längst noch keine Eile.</p>
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