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	<title>denk!BAR  &#187; Zu den Stufen zur Weisheit</title>
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	<description>Impulse zum Umdenken </description>
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		<title>Das Ende der moralischen Instanz?</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 11:05:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie die BaWü-Wahl die Macht der Kirchen entlarvtDer verborgene Wahlkrimi Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 wird als einer der knappsten Wahlkrimis in die Geschichte des Bundeslandes eingehen. Auf den ersten Blick siegten die Grünen unter Cem Özdemir mit 30,2 Prozent hauchdünn vor der CDU. Doch die wahre Geschichte steht im Kleingedruckten der Wahltagsbefragungen. Eine [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b>Wie die BaWü-Wahl die Macht der Kirchen entlarvt</b><b>Der verborgene Wahlkrimi </b>Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2026 wird als einer der knappsten Wahlkrimis in die Geschichte des Bundeslandes eingehen. Auf den ersten Blick siegten die Grünen unter Cem Özdemir mit 30,2 Prozent hauchdünn vor der CDU. Doch die wahre Geschichte steht im Kleingedruckten der Wahltagsbefragungen. Eine exklusive Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen, die auf einer massiven Stichprobe von 21.000 Befragten in 160 Wahllokalen basiert, enthüllt eine völlig andere politische Landkarte. Hätte man nur in die Kirchenbänke oder Moscheen geblickt, wäre der Wahlabend nicht mit dem Sieg Özdemirs, sondern mit einem Triumph der Union zu Ende gegangen. Die Daten zeigen: Religiöse Identität ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein mächtiger – wenn auch oft paradoxer – Hebel der politischen Macht.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="200"><i>Video-Zusammenfassung</i><i>KI-generiert</i><a href="https://youtu.be/C6i080aD-yM"><img class="alignleft size-full wp-image-1402" alt="Wahlverhalten der Christen" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Wahlverhalten-der-Christen.png" width="256" height="141" /></a><b><i> </i></b></td>
<td valign="top" width="259"><i>Themengrafik KI-generiert</i> <a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Wahlen-BW.png"><img class="alignleft size-full wp-image-1401" alt="Wahlen BW" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/03/Wahlen-BW.png" width="2752" height="1536" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b><i>Quellen</i></b>:<b></b></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><i><a href="https://katholisch.de/artikel/67592-christen-waehlen-anders-analyse-der-baden-wuerttemberg-wahl">https://katholisch.de/artikel/67592-christen-waehlen-anders-analyse-der-baden-wuerttemberg-wahl</a>  <a href=" https://www.forschungsgruppe.de/Startseite/"> </a></i><i><a href=" https://www.forschungsgruppe.de/Startseite/">https://www.forschungsgruppe.de/Startseite/</a>    </i><a href="https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/umfrage-afd.shtml ">https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/umfrage-afd.shtml </a></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b><i>Zum vertieften Lesen:</i></b><b></b></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="459"><b>Erkenntnis 1: Ein anderer Ministerpräsident – Die Dominanz der CDU bei Christen </b>Wäre Baden-Württemberg ein Land, in dem nur Katholiken und Protestanten zur Wahl gehen, hieße der Ministerpräsident heute Manuel Hagel. Die Daten belegen einen massiven „konfessionellen Bonus“ für die CDU. Während die Partei im Gesamtergebnis bei 29,7 Prozent stagnierte, scharten sich die Kirchenmitglieder hinter der Union: 38 Prozent der Katholiken und 30 Prozent der Protestanten gaben Hagel ihre Stimme. In einer rein christlichen Wählerschaft hätte dies für eine komfortable Regierungsmehrheit gereicht. Die Analyse der Forschungsgruppe Wahlen lässt hier keinen Spielraum für Interpretationen:„Manuel Hagel wäre Ministerpräsident geworden, wenn nur die Stimmen von Katholiken und Protestanten gezählt hätten.“<span id="more-1399"></span></p>
<p><b>Erkenntnis 2: Die Warnung, die verhallte – Die Resilienz der AfD trotz kirchlichem Veto </b></p>
<p>Eines der politisch brisantesten Ergebnisse ist die erschütternde Erfolgsquote der AfD innerhalb der christlichen Milieus. Trotz der beispiellosen moralischen Brandmauer der Kirchenführungen – die katholischen Bischöfe hatten der AfD bereits 2024 „völkischen Nationalismus“ vorgeworfen – erwies sich die Partei als erstaunlich resilient gegenüber kirchlichen Wahlempfehlungen.Die Bischöfe bezeichneten die Partei explizit als „für Christen unwählbar“. Dennoch wählten 17 Prozent der Katholiken und sogar 19 Prozent der Protestanten die AfD. Damit liegt das Ergebnis unter Christen fast punktgenau im Bereich des allgemeinen Wahlergebnisses (18,8 Prozent), bei dem die Partei ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 2021 verdoppeln konnte. Der „moralische Schutzschild“ der Kirchen ist durchbrochen: Die AfD wächst in religiösen und säkularen Gruppen nahezu im Gleichschritt. Religiöse Bindung fungiert nicht mehr als Immunisierung gegen rechtspopulistische Angebote.</p>
<p><b>Erkenntnis 3: Identität vs. Ideologie – Warum Muslime nicht Özdemir wählten</b></p>
<p>Eine der analytisch interessantesten Verschiebungen betrifft die muslimischen Wähler. Obwohl die Grünen mit Cem Özdemir einen Spitzenkandidaten stellten, der sich selbst als „säkularen Muslim“ identifiziert, blieb die erhoffte Sogwirkung aus: Nur 16 Prozent der Muslime wählten Grün. Stattdessen dominierten soziale Gerechtigkeitsthemen die Wahlentscheidung dieser Gruppe.</p>
<p>Die SPD (20 Prozent) und vor allem die Linke (17 Prozent) feierten bei den Muslimen Erfolge, die weit über ihrem Gesamtdurchschnitt lagen. Besonders frappierend: Die Linke erzielte bei Muslimen fast das Vierfache ihres Gesamtergebnisses (4,4 Prozent). Es scheint, als hätte Özdemirs betont säkulare Identität für gläubige oder traditionelle Muslime kaum Bindungskraft entfaltet, während das „soziale Gewissen“ der Linksparteien als wirkungsvolles Gegengewicht fungierte.</p>
<p><b>Erkenntnis 4: Der „Gottesdienst-Faktor“ – Ein Milieu innerhalb des Milieus</b></p>
<p>Die Untersuchung bestätigt, dass die CDU eine „Kernfestung“ besitzt, die weiterhin nach alten Regeln funktioniert: das Milieu der praktizierenden Gläubigen. Wer wöchentlich den Gottesdienst besucht, wählt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Union. Unter den aktiven Katholiken erreichte die CDU einen Spitzenwert von 46 Prozent, bei den Protestanten waren es 35 Prozent.</p>
<p>Hier zeigt sich ein „Milieu innerhalb des Milieus“. Je stärker die rituelle Bindung an die Institution Kirche ist, desto tiefer ist die Verwurzelung in der Union. Das „C“ im Parteinamen ist in den aktiven Kirchenbänken nach wie vor die stärkste Währung. Für Manuel Hagel war dies die wichtigste Machtbasis, die ihn beinahe ins Staatsministerium getragen hätte.</p>
<p><b>Erkenntnis 5: Gender-Gap und die fundamentale Macht der Konfessionslosen</b></p>
<p>Die Analyse fördert zudem eine tiefe demografische Spaltung zutage. Innerhalb der katholischen Kirche zeigt sich ein eklatanter Geschlechterunterschied: Während 20 Prozent der katholischen Männer AfD wählten, waren es bei den katholischen Frauen nur 15 Prozent.</p>
<p>Die wahre Machtverschiebung findet jedoch jenseits der Religion statt. Die Konfessionslosen (ca. 40 Prozent der Bevölkerung) sind heute die Königsmacher. Sie wählten zu 37 Prozent die Grünen und hoben damit Özdemir im Amt. Wie radikal die konfessionslose Wählerschaft das politische Gefüge verschiebt, zeigt ein Gedankenexperiment aus der Datenanalyse: Hätten nur Konfessionslose gewählt, wäre die Linke mit 7 Prozent sicher im Landtag vertreten gewesen – während die SPD mit nur 4 Prozent an der Sperrklausel gescheitert und aus dem Parlament geflogen wäre.</p>
<p><b>Fazit: Eine gespaltene Wählerschaft und die Zukunft der „christlichen“ Wahl</b></p>
<p>Die Landtagswahl 2026 markiert einen Wendepunkt. Religion spielt in Baden-Württemberg zwar weiterhin eine entscheidende Rolle, doch ihre Funktion hat sich gewandelt. Die CDU bleibt die Partei des gottesdienstlichen Kernmilieus, verliert aber den Zugriff auf jene Christen, die der Kirche nur noch auf dem Papier angehören. Das bittere Fazit für die Kirchenleitungen: Ihre moralische Autorität wirkt nicht mehr bis in die Wahlkabine, wie die Resilienz der AfD-Wähler zeigt.</p>
<p>In einer Gesellschaft, in der die Konfessionslosen die SPD aus dem Parlament drängen könnten und ein muslimischer Spitzenkandidat eher die säkulare Mitte als seine eigene Religionsgemeinschaft mobilisiert, stellt sich die Systemfrage: Hat das „C“ in der Politik noch eine integrative Kraft, oder wird es zum Erkennungsmerkmal einer schrumpfenden Nische? Wohl nicht nur in Stuttgart wird die Macht heute nicht mehr unter den Kirchtürmen, sondern in den wachsenden Freiräumen dazwischen entschieden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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		</item>
		<item>
		<title>Abbau oder Neubau des Sozialstaates?</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2026 19:51:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Unterschlagene Propheten]]></category>
		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Tätigkeitsgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Versorgungsstaat, der Bedürftigkeit seiner Bürger alimentiert und primär Defizite verwaltet, kommen auch moderne Industriegesellschaften an ihre Grenzen. Die klassischen Sozialsysteme werden im politischen Spagat zwischen Alterung der Bevölkerung und wegbrechender Beitragsbasis zerrissen. Notwendig erscheinende Sparpolitik verschärft die Lage, führt die Mehrheit der Bürger in die Verarmungsspirale und den Staat in die steuerpolitische Sackgasse.Politischer Mut [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="402">Als Versorgungsstaat, der Bedürftigkeit seiner Bürger alimentiert und primär Defizite verwaltet, kommen auch moderne Industriegesellschaften an ihre Grenzen. Die klassischen Sozialsysteme werden im politischen Spagat zwischen Alterung der Bevölkerung und wegbrechender Beitragsbasis zerrissen. Notwendig erscheinende Sparpolitik verschärft die Lage, führt die Mehrheit der Bürger in die Verarmungsspirale und den Staat in die steuerpolitische Sackgasse.Politischer Mut um die staatliche Handlungsfähigkeit durch eine proaktive Ausweitung der Wertschöpfungsbasis  zu stabilisieren, ist weder bei Parteien noch in breiten Kreisen der Wählerschaft zu erkennen. Eine darauf ausgerichtete Strategie stellte einen tiefgreifenden Systemwandel dar.</p>
<p>Dass ein derartiger Systemwechsel sich allerdings nationalökonomisch rechnen würde, legte das POLITISCHE FORUM UNTERE SAAR – HOCHWALD dar. Sprecher dieses Forums ist der Nationalökonom Hans Ludwig, ehemaliger Direktor des Sozialinstituts der süddeutschen KAB in Waldmünchen. In einer Denkschrift vom Oktober 2016 entwarf das Forum eine „solidarische Arbeitsgesellschaft in marktwirtschaftlicher Ordnung“. Die vorgeschlagene strategische Lösung liegt im Übergang zu einer „Vorsorge- und Tätigkeitsgesellschaft“. Mit ökonomischen Berechnungen bestätigte das Forum die „Vision für eine gerechter Gesellschaft – Solidarität – Chance für die Zukunft“, mit der bereits 2003 der Bund der katholischen Jugend (BdkJ) für ein bedingtes Grundeinkommen in einer Tätigkeitsgesellschaft warb.Statt auf fragwürdige „Sondervermögen“ zu setzen, schlagen die Ökonomen des Forums die soziale, marktwirtschaftliche Regulierung bestehender Geldflüsse vor. Eine Regulierung, die die Schuldenspirale aufbricht.Die aktuellen politischen und regierungsamtlichen Bestrebungen zum Abbau des Sozialstaates geben Anlass, die Perspektiven unterschlagener Propheten erneut ins gesellschaftliche Bewusstsein zu heben.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="190"><i>Video-Zusammenfassung</i><i>KI-generiert</i><a href="https://youtu.be/UMdJZ_GzTDo"><br />
<img class="alignleft size-full wp-image-1332" alt="Auf Pump" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Pump.png" width="748" height="412" /></a></td>
<td valign="top" width="212"><i>Themengrafik KI-generiert</i> <a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/02/Investition-statt-Sparzwang.png"><img class="alignleft size-full wp-image-1334" alt="Investition statt Sparzwang" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/02/Investition-statt-Sparzwang.png" width="2752" height="1536" /></a><b><i> </i></b></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="402">Quelle:POLITISCHES FORUM UNTERE SAAR – HOCHWALDDenkschrift zur Frage Ist das Saarland noch zu retten? Eine solidarische Arbeitsgesellschaft in marktwirtschaftlicher Ordnung vom 4.Oktober 2026</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="402"><i>Zum vertieften Lesen</i></p>
<p><b>Die Finanzierungslogik der Tätigkeitsgesellschaft: Ein mathematischer Wegweiser </b></p>
<p>In der klassischen Nationalökonomie wird oft das Dogma des „Sparens in der Krise“ gelehrt. Doch Ökonomen, der sich intensiv mit transformativen Modellen befassen, konstatieren: Herkömmliche Austerität greift zu kurz, da sie die produktive Basis schwächt. Das Modell der <b>Tätigkeitsgesellschaft</b> schlägt einen anderen, mathematisch fundierten Weg ein. Es begreift den Sozialstaat nicht als Kostenstelle, sondern als Investitionsmotor.</p>
<p><b>1. Der Paradigmenwechsel: Vom Sparzwang zur Investition </b></p>
<p>Das Fundament dieses Modells ist die Auflösung des sogenannten Schuldenparadoxons. Politisch prägend ist die Sorge vor Staatsverschuldung; hier jedoch wird Verschuldung als präzise dosierter „Initialfunke“ eingesetzt.<span id="more-1330"></span><b>Das Schuldenparadoxon:</b> Eine einseitige Fixierung auf das Sparen (Austerität) führt zu massiven Einnahmeausfällen im Staatshaushalt. Diese Ausfälle generieren das Schuldenproblem immer wieder neu, da die wirtschaftliche Basis durch fehlende Investitionen schrumpft.</p>
<p>Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, akzeptiert das Modell eine gezielte zusätzliche Staatsverschuldung als Anschubfinanzierung. Diese Investition in Erziehung, Pflege und Bildung trägt sich aus drei ökonomischen Gründen fast zeitgleich selbst:</p>
<ul>
<li><b>Steuerrückfluss:</b> Bezahlte gesellschaftliche Arbeit ist Bruttoerwerbsarbeit. Die Empfänger entrichten von ihrem Einkommen sofort wieder Steuern und Sozialabgaben, was den Rückfluss in die Staatskasse sichert.</li>
<li><b>Wegfall von Sozialleistungen:</b> Da Tätigkeiten wie Erziehung und Pflege nun als regulär bezahlte Arbeit gelten, entfallen die Anspruchsvoraussetzungen für klassische Transferleistungen (z. B. Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe) massiv.</li>
<li><b>Nachfrageimpulse als Jobmotor:</b> Die zusätzliche Kaufkraft stimuliert die Binnennachfrage so stark, dass der herkömmliche Arbeitsmarkt schätzungsweise um <b>7 Millionen Plätze</b> wächst – ein Wachstum, das weitere Steuereinnahmen ohne Steuererhöhungen generiert.</li>
</ul>
<p>Dieser massive Investitionsprozess ist jedoch kein Selbstzweck, sondern erfordert eine fundamentale Umgestaltung der fiskalischen Architektur.</p>
<p><b>2. Die neue Einnahmenstruktur: Werden Sie Teil der „Bürgerversicherung“</b></p>
<p>Der Übergang zur Tätigkeitsgesellschaft bedeutet das Ende der paritätischen Finanzierung. Zukünftig tragen die Bürger die Versicherung allein. Dies führt jedoch nicht zu einer Mehrbelastung, sondern zur sogenannten „Lohnnebenkosten-Neutralität“: Der bisherige Arbeitgeberanteil wird direkt in das Bruttoeinkommen der Beschäftigten umgewandelt. Zudem wird die Beitragsbasis radikal verbreitert, wobei die Beitragsbemessungsgrenze als regulatives Element erhalten bleibt.</p>
<table width="100%" border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td>Merkmal</td>
<td>Altes System</td>
<td>Modell Tätigkeitsgesellschaft</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Beitragsbasis</b></td>
<td>Vornehmlich abhängige Beschäftigung</td>
<td>Alle Einkunftsarten (inkl. Kapital, Mieten, Pachten)</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Personenkreis</b></td>
<td>Angestellte (mit Ausnahmen für Beamte/Selbstständige)</td>
<td><b>Alle</b> Bürger (inkl. Beamte, Rentiers, Selbstständige)</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Finanzierungslast</b></td>
<td>Paritätisch (Arbeitgeber &amp; Arbeitnehmer)</td>
<td>Bürger tragen Beiträge allein (Umwandlung AG-Anteil in Bruttolohn)</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Zielsetzung</b></td>
<td>Absicherung von Bedürftigkeit</td>
<td>Aufbau einer Vorsorge- und Tätigkeitsgesellschaft</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Diese strukturelle Verbreiterung ist das mathematische Rückgrat, auf dem die gesamte Finanzierungsrechnung des neuen Systems ruht.</p>
<p><b>3. Die mathematische Herleitung der 723 Milliarden Euro</b></p>
<p>Um die Tragfähigkeit des Modells zu beweisen, müssen wir die Einnahmen der neu geschaffenen „Bundesagentur für Arbeit und Familie“ (BAF) schrittweise rekonstruieren. Wir addieren hierzu drei zentrale Einkommenssäulen:</p>
<ol start="1">
<li><b>Bisherige Einkommen:</b> Das Volumen der aktuell versicherungspflichtigen Einkommen (ca. 1,7 Bio. €).</li>
<li><b>Neue Einkommen aus gesellschaftlicher Arbeit:</b> Die Entlohnung von 14 Millionen Plätzen in Erziehung, Pflege und Bildung (0,68 Bio. €).</li>
<li><b>Einbeziehung aller Bürger:</b> Die Aufnahme von Beamten, Selbstständigen und Rentiers in das Umlagesystem (1,1 Bio. €).</li>
</ol>
<p>Daraus ergibt sich folgende Gleichung für die Gesamteinkommensbasis (in Billionen Euro): <b>1,7 + 0,68 + 1,1 = 3,286 Bio. €</b></p>
<p>Auf diese Basis wird ein <b>einheitlicher Beitragssatz von 22 %</b> angewandt – ein transparenter Pauschalsatz, der das bisherige fragmentierte System ersetzt. Das Ergebnis ist eine solide Finanzierungsmasse:</p>
<p><b>723.000.000.000 € (723 Mrd. €) an jährlichen Einnahmen.</b></p>
<p>Diese massive Kapitalansammlung ist jedoch kein Selbstzweck, sondern der Treibstoff für eine gezielte Umstrukturierung der menschlichen Arbeit.</p>
<p><b>4. Die Ausgabenseite: Investition in Mensch und Tätigkeit</b></p>
<p>Die Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit und Familie sind keine „verlorenen Kosten“, sondern stellen die Umwandlung bisher unbezahlter oder subventionierter Tätigkeiten in vollwertige, steuerpflichtige Arbeit dar.</p>
<p>Die geplanten Allokationen stellen sich wie folgt dar:</p>
<ul>
<li>[ ] <b>14 Millionen Bruttoeinkommen:</b> Bezahlung von Erziehung, Pflege und Bildung (à 3.000 €/Monat) = <b>540 Mrd. €</b></li>
<li>[ ] <b>Bedarfsgerechtes Kindergeld:</b> (500–550 €/Monat, teilfinanziert durch Wegfall des ermäßigten MwSt-Satzes) = <b>90 Mrd. €</b></li>
<li>[ ] <b>Gehälter für Kita-Erzieher:</b> Sicherstellung der professionellen Infrastruktur = <b>1,8 Mrd. €</b></li>
</ul>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><b>Gesamtkosten: 631,9 Mrd. €</b></p>
<p>Der entscheidende Effekt: Indem wir gesellschaftlich notwendige Leistungen wie Kindererziehung oder Angehörigenpflege als Bruttoerwerbsarbeit entlohnen, integrieren wir diese Tätigkeiten vollumfänglich in den Wirtschaftskreislauf und schaffen so echte soziale Sicherheit durch ökonomische Teilhabe.</p>
<p><b>5. Das Fazit: Warum die Rechnung aufgeht</b></p>
<p>Vergleicht man die Einnahmen mit den Ausgaben, wird die finanzielle Robustheit dieses Entwurfs deutlich:</p>
<p><b>723,0 Mrd. € (Einnahmen) &#8211; 631,9 Mrd. € (Ausgaben) = + 91,1 Mrd. € Überschuss.</b></p>
<p>Dieser Überschuss von über 91 Milliarden Euro ist zudem konservativ gerechnet. Er fungiert als Sicherheitsmarge, während die durch das Modell induzierten 7 Millionen zusätzlichen Arbeitsplätze am herkömmlichen Markt als eigentlicher <b>Wachstumsmotor</b> wirken und einen positiven Rückkopplungseffekt für den Gesamthaushalt erzeugen.</p>
<p><b>Key Insight: Finanzielle Tragfähigkeit</b> Die Tätigkeitsgesellschaft garantiert Stabilität durch zwei Säulen:</p>
<ol start="1">
<li><b>Verbreiterte Basis:</b> Die Einbeziehung aller Bürger und Einkunftsarten schafft ein krisenfestes Fundament.</li>
<li><b>Systemkonforme Refinanzierung:</b> Die Umwandlung von Sozialkosten in steuerpflichtige Arbeit generiert die Mittel für ihre eigene Finanzierung selbst.</li>
</ol>
<p>Die mathematische Logik zeigt: Ein moderner Sozialstaat muss kein Sanierungsfall sein. Wenn wir den Mut aufbringen, Arbeit neu zu definieren und die Finanzierung auf alle Schultern zu verteilen, wird aus dem Schuldenparadoxon ein tragfähiges Fundament für den gesellschaftlichen Wohlstand von morgen.</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="402"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Life-Style – Menschenwürdig arbeiten und leben</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2026/01/life-style-menschenwuerdig-arbeiten-und-leben/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2026 13:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Cocktails aus der denk!BAR]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenken über...]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Unterschlagene Propheten]]></category>
		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr arbeiten, damit (wessen?) Wohlstand wächst? Während Wirtschafts-Ideologen über „Life-Style-Arbeitsverträge“ palavern, haben sozialbewußte Nationalökonomen längst die notwendige Umwandlung der Erwerbsarbeits-Gesellschaft in eine Tätigkeits-Gesellschaft erkannt und berechnet.Bereits im Jahr 2003 legte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ein Konzept vor, wie  eine gerechtere Gesellschaft, zentriert auf ein tätigkeitsbasiertes Grundeinkommen, die Armutsrisiken mindern kann. Dieses Modell [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="377">
<h3><strong>Mehr arbeiten, damit (wessen?) Wohlstand wächst?</strong></h3>
<p>Während Wirtschafts-Ideologen über „Life-Style-Arbeitsverträge“ palavern, haben sozialbewußte Nationalökonomen längst die notwendige Umwandlung der Erwerbsarbeits-Gesellschaft in eine Tätigkeits-Gesellschaft erkannt und berechnet.Bereits im Jahr 2003 legte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ein Konzept vor, wie  eine gerechtere Gesellschaft, zentriert auf ein tätigkeitsbasiertes Grundeinkommen, die Armutsrisiken mindern kann. Dieses Modell sieht ein bedingungtes Grundeinkommen in gleicher Höhe für Kinder und Erwachsene vor, w elchesdas sozio-kulturelle Existenzminimum absichert.</p>
<p>Der Anspruch auf dieses Einkommen basiert auf der Erbringung von jährlich mindestens 500 Stunden gesellschaftlich notwendiger Arbeit in vier gleichwertigen Bereichen: Erwerbsarbeit, ehrenamtliches Engagement, Familienarbeit und Bildung. Finanziert werden soll das System hauptsächlich durch eine reformierte Steuerstruktur, einschließlich einer negativen Einkommenssteuer und einer Ressourcenverbrauch-Steuer, und wird ergänzt durch Maßnahmen wie eine Höchstarbeitszeitbegrenzung und eine stärkere Investition in Bildung.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="190"><i>Video-Zusammenfassung</i><i>KI-generiert</i><b><i> </i></b><a href="https://youtu.be/7FIK1PuXOR4"><img class="alignleft  wp-image-1278" alt="BDKJ Grundeinkommen" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/BDKJ-Grundeinkommen.png" width="179" height="100" /></a></td>
<td valign="top" width="187"><i>Themengrafik KI-generiert</i><b><i> </i></b><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/BdkJ-Grundeinkommen.png"><img class="alignleft  wp-image-1277" alt="BdkJ Grundeinkommen" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/BdkJ-Grundeinkommen.png" width="214" height="119" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="377"><em>Zum vertieften Lesen </em></p>
<h3><b>5 radikale Ideen aus einem fast vergessenen Grundeinkommens-Konzept </b></h3>
<p>Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist eine der meistdiskutierten sozialen Ideen unserer Zeit. Die Vorstellung, dass jeder Mensch monatlich einen festen Geldbetrag erhält, der die Existenz sichert – ganz ohne Gegenleistung – fasziniert und polarisiert zugleich. Es scheint, als gäbe es nur zwei Lager: die begeisterten Befürworter und die strikten Gegner. Doch diese binäre Debatte übersieht einen dritten, weitaus nuancierteren Weg – einen, der bereits vor fast zwei Jahrzehnten detailliert formuliert wurde. <span id="more-1265"></span>Schon 2003 legte der Bund der Katholischen Jugend Deutschlands (BDKJ) ein umfassendes Konzept vor, das auf den ersten Blick wie ein Grundeinkommen aussieht, bei genauerem Hinsehen aber alles auf den Kopf stellt. Es ist nicht bedingungslos, sondern knüpft die Auszahlung an eine völlig neue Definition von gesellschaftlichem Beitrag. Dieses fast vergessene Modell gibt überraschende Antworten auf die Frage, wie unsere Gesellschaft gerechter werden könnte.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<h4><b>Die 5 überraschendsten Aspekte des BDKJ-Modells</b></h4>
<p>Das &#8220;tätigkeitsbasierte Grundeinkommen&#8221; des BDKJ ist weit mehr als nur ein Finanzierungsinstrument. Es ist der Entwurf für eine Gesellschaft, die auf dem „Zusammenspiel mehrerer Lenkungsinstrumente“ basiert und „entscheidende Weichenstellungen und Gestaltungselemente“ erfordert. Hier sind die fünf radikalsten Ideen daraus:</p>
<h5><b>Punkt 1: Arbeit ist Pflicht – aber &#8220;Arbeit&#8221; wird völlig neu definiert</b></h5>
<p>Das Kernprinzip dieses Modells lautet: Das Grundeinkommen gibt es nicht einfach so. Personen zwischen 18 und 64 Jahren müssen einen Beitrag leisten, genauer gesagt mindestens 500 Stunden &#8220;gesellschaftlich notwendige Arbeit&#8221; pro Jahr. Eine Ausnahme bilden nur gesundheitliche Einschränkungen.</p>
<p>Der wirklich revolutionäre Gedanke steckt aber in der Definition dessen, was als Arbeit zählt. Das Konzept stellt vier Bereiche völlig gleichwertig nebeneinander:</p>
<ul>
<li><b>Erwerbsarbeit:</b> Der klassische, bezahlte Job.</li>
<li><b>Ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement:</b> Die Tätigkeit im Sportverein, in sozialen Initiativen oder politischen Gremien.</li>
<li><b>Familienarbeit:</b> Die Erziehung von Kindern und die Pflege von Angehörigen.</li>
<li><b>Bildung:</b> Von Schule, Studium und Ausbildung über Zweitstudium und berufliche Neuqualifikation bis hin zu „musische, kulturelle, soziale, politische und ökologische Bildung“.</li>
</ul>
<p>Diese breite Definition ist radikal, weil sie die gesellschaftliche Realität anerkennt: Unbezahlte Tätigkeiten wie Kindererziehung, Pflege oder ehrenamtliches Engagement sind für das Funktionieren unserer Gemeinschaft genauso essenziell wie ein bezahlter Job. In diesem Modell erhalten sie endlich die gleiche Anerkennung und Legitimation.</p>
<h5><b>Punkt 2: Gleiches Grundeinkommen für alle – vom Baby bis zum Greis</b></h5>
<p>Ein weiterer fundamentaler Pfeiler des Konzepts ist die universelle Auszahlung vom Tag der Geburt an bis zum Tod. Doch anders als oft angenommen, ist der Anspruch an strenge Kriterien geknüpft: Das Grundeinkommen sollen nur Menschen erhalten, die seit mindestens acht Jahren ihren ersten Wohnsitz in Deutschland haben. Für Personen unter 65 Jahren erhöht sich diese Anforderung sogar auf mindestens 20 Jahre.</p>
<p>Besonders bemerkenswert ist, dass Kinder und Erwachsene den gleichen Betrag erhalten sollen. Das Ziel ist die Sicherung des sozio-kulturellen Existenzminimums für jede einzelne Person. Im Jahr 2003 wurde dafür ein Betrag von mindestens 600 Euro veranschlagt. Dieser Ansatz würde Kinder- und Familienarmut an der Wurzel packen und jedem Kind von Anfang an eine eigenständige finanzielle Grundsicherung und damit bessere Teilhabechancen garantieren.</p>
<h5><b>Punkt 3: Schluss mit dem Hamsterrad – Eine Obergrenze für bezahlte Arbeit</b></h5>
<p>Das Modell will nicht nur Arbeit umverteilen, sondern auch unsere Fixierung auf die reine Erwerbsarbeit aufbrechen. Dafür sieht es eine &#8220;Jahreshöchsterwerbsarbeitszeit&#8221; vor: Niemand soll mehr als maximal 1.500 Stunden pro Person und Jahr im Rahmen einer bezahlten Tätigkeit arbeiten.</p>
<p>Diese Obergrenze ist kein Plädoyer für erzwungene Freizeit. Sie ist der entscheidende Mechanismus, der es den Bürgern überhaupt erst ermöglicht, ihre Verpflichtungen in den drei anderen anerkannten Arbeitsbereichen – Familie, Bildung und Ehrenamt – zu erfüllen. Das Ziel ist mehr &#8220;Zeit-Souveränität&#8221;, was für Familien ganz konkret bedeutet: „Eltern haben die Entscheidungsfreiheit, sich für einen durchschnittlichen wöchentlichen Stundenumfang in der Erwerbsarbeit zwischen 0 und 35 Stunden zu entscheiden.“ Das ist eine revolutionäre Abkehr von der Logik des endlosen Hamsterrads hin zu einer ausgewogeneren und selbstbestimmteren Lebensgestaltung.</p>
<h5><b>Punkt 4: Roboter, Luxusgüter und Spekulanten zahlen mit</b></h5>
<p>Wie soll das alles finanziert werden? Das BDKJ-Modell setzt auf ein breites Spektrum an Steuern, das weit über die klassische Lohnsteuer hinausgeht und gezielt dort ansetzt, wo heute riesige Werte geschaffen werden. Die interessantesten Quellen sind:</p>
<ul>
<li><b>Negative Einkommenssteuer:</b> Dieses System vereint Sozialleistung und Steuer. Wer kein weiteres Einkommen hat, erhält das volle Grundeinkommen. Für jeden dazuverdienten Euro werden 40 Cent vom Grundeinkommen abgezogen, bis dieses auf null sinkt. Jedes Einkommen, das über diesen Punkt hinausgeht, wird dann pauschal mit 53 % besteuert.</li>
<li><b>Wertschöpfungsabgabe:</b> Eine Steuer, die ihrer Zeit weit voraus war. Die Idee ist, Wertschöpfung, die durch Maschinen, Technologie und Kapitaleinsatz entsteht, genauso zu besteuern wie die Wertschöpfung, die durch menschliche Arbeit erbracht wird.</li>
<li><b>Öko-Steuern:</b> Schrittweise ansteigende Steuern auf den Verbrauch von Ressourcen und auf Umweltbelastung sollen die Wirtschaft nachhaltig umbauen.</li>
<li><b>Weitere Steuern:</b> Ein Mix aus einer Vermögenssteuer auf internationalem (OECD-) Niveau, einer erhöhten Erbschaftssteuer, einer Devisenumsatzsteuer (Tobin-Steuer) und einer drastisch erhöhten Luxusgütersteuer soll die Finanzierung auf eine breite und gerechte Basis stellen.</li>
</ul>
<p>Die Wertschöpfungsabgabe ist dabei ein zentraler Baustein, um die Finanzierung an die Realitäten einer automatisierten Wirtschaft anzupassen.</p>
<p>Um dies gerecht zu tun, soll die Wertschöpfung, die durch Einsatz von Arbeitskräften erbracht wird, gleichgestellt werden mit der Wertschöpfung durch Kapitaleinsatz, den Einsatz von Maschinen und Technologie.</p>
<h5><b>Punkt 5: Ein lokales Modell mit globaler Vision</b></h5>
<p>Das Konzept des BDKJ war nie als rein nationale Lösung gedacht. Es wurde explizit als &#8220;nationales Pilotprojekt zur Entwicklung globaler Standards für eine soziale Marktwirtschaft&#8221; entworfen.</p>
<p>Das ambitionierte Ziel ist es, von Deutschland ausgehend weltweite soziale Mindeststandards durchzusetzen. Langfristig soll so jedem Menschen auf der Welt ein existenzsicherndes Einkommen garantiert werden, um der globalen Spaltung zwischen Arm und Reich aktiv entgegenzuwirken. Dieser globale Anspruch hebt das Modell von einem reinen Sozialprogramm auf die Ebene eines Instruments für globale Gerechtigkeit und eine nachhaltige Weltwirtschaft.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<h4><b>Fazit: Eine Vision, die zum Nachdenken anregt</b></h4>
<p>Das fast 20 Jahre alte Konzept des BDKJ ist kein einfaches Auszahlungssystem. Es ist die umfassende Vision für eine Gesellschaft, die Arbeit, Bildung, Familie und bürgerschaftliches Engagement fundamental neu bewertet und in eine neue Balance bringt. Es fordert uns auf, nicht nur über die Höhe eines Grundeinkommens zu streiten, sondern darüber, was wir als Gesellschaft als wertvollen Beitrag anerkennen wollen.</p>
<p>Es ist ein Gegenentwurf zur reinen Bedingungslosigkeit, der auf Teilhabe und Mitgestaltung setzt. Während wir einer Zukunft entgegenblicken, die von künstlicher Intelligenz und demografischem Wandel geprägt ist, stellt sich daher die Frage: Welche Elemente dieser sorgfältig ausgearbeiteten, fast vergessenen Vision bergen die stärksten Lehren für die Gestaltung einer ausgewogeneren und gerechteren Gesellschaft von heute?</p>
<p><i> </i></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="377">
<p align="left">Quellen:</p>
<p align="left">Vision für eine gerechtere Gesellschaft – Solidarität – Chance für die Zukunft.</p>
<p>Hg. Bundesvorstand BdkJ, Düsseldorf 2003</p>
<p><b> </b></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="377"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="377"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
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		<title>Auf der Suche nach dem Kompass?</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 12:52:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Deutsche Christdemokraten suchen ihren Kompass in der programmatischen Wurzel ihrer Partei. Donals Trump dagegen erklärt seine eigene Moral zum Kompass seines Handelns. Doch wie Pfadfinder und Soldaten schon früh lernen, gehört zur Orientierung auch die Landkarte. Was, wenn die zerrissen ist, wie ein alter Falk-Plan auf einer Mülldeponie? Wie schaffen, wie rekonstruieren wir aus dessen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="175"><a href="https://youtu.be/hi9yA8nMRzM"><img class="alignleft  wp-image-1217" alt="Aufhebung Hegels" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/Aufhebung-Hegels.jpg" width="234" height="129" /></a></td>
<td valign="top" width="170"><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/Kompass-integrale-Philosophie.png"><img class="wp-image-1218 alignright" alt="Kompass integraler Philosophie" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/Kompass-integrale-Philosophie.png" width="214" height="119" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="175"></td>
<td valign="top" width="170"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="345">Deutsche Christdemokraten suchen ihren Kompass in der programmatischen Wurzel ihrer Partei. Donals Trump dagegen erklärt seine eigene Moral zum Kompass seines Handelns. Doch wie Pfadfinder und Soldaten schon früh lernen, gehört zur Orientierung auch die Landkarte. Was, wenn die zerrissen ist, wie ein alter Falk-Plan auf einer Mülldeponie? Wie schaffen, wie rekonstruieren wir aus dessen Resten unsere notwendige Orientierung?Hier kommt der Sozialphilosoph Johannes Heinrichs (*1942) ins Spiel. Während sich die Philosophie nach Hegel in isolierte Spezialdisziplinen auflöste, ermöglicht Heinrichs’ Reflexionslogik eine <b>systematische Integration</b>, die sowohl universelle Strukturen erkennt als auch offen für neue Erfahrungen bleibt.Wie wichtig seine integrale Philosophie für die gesellschaftliche Entwicklung ist, lässt sich an mehreren Kernpunkten festmachen:</p>
<p><b>1. Überwindung der Demokratiekrise</b> Heinrichs diagnostiziert, dass heutige Parteiendokratien strukturell unfähig sind, notwendige Reformen umzusetzen, da sie verschiedene Sachfragen (Wirtschaft, Bildung, Ethik) in unzulässige „Paket-Lösungen“ pressen. Sein Modell der <b>Wertstufendemokratie</b> sieht vier spezialisierte parlamentarische Kammern vor, was die politische Handlungsfähigkeit durch eine sachgemäße Gliederung wiederherstellen soll.<span id="more-1213"></span></p>
<p><b>2. Lösung systemischer Wirtschaftskonflikte</b> Die Quellen betonen, dass wirtschaftliche Krisen oft auf systemischen Fehlkonstruktionen wie dem Zinsmechanismus beruhen. Heinrichs bietet hier einen „dritten Weg“ jenseits von Kapitalismus und Sozialismus an, indem er die Wirtschaft in einen <b>rechtlich-ethischen Rahmen</b> einbettet, der eine „Gegenkolonialisierung“ der Lebenswelt durch rein ökonomische Logiken verhindert.</p>
<p><b>3. Integration durch Differenzierung</b> Ein wesentlicher Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilität ist das Prinzip der <b>„Integration-durch-Differenzierung“</b>. Es ermöglicht, gesellschaftliche Teilbereiche (Subsysteme) nach ihrer eigenen Logik funktionieren zu lassen, während sie gleichzeitig durch einen gemeinsamen <b>Grundwertekonsens</b> zusammengehalten werden. Dies bietet eine Lösung für moderne Kulturkämpfe und das Dilemma zwischen Uniformierung und chaotischem Pluralismus.</p>
<p><b>4. Modell für Europa und die Weltgemeinschaft</b> Auf internationaler Ebene bietet die Philosophie einen Entwurf für eine <b>europäische Verfassung</b> und eine globale Weltföderation. Statt eines homogenisierenden Einheitsstaates schlägt Heinrichs eine Konföderation vor, die nationale kulturelle Identitäten wahrt, aber auf einer gemeinsamen reflexionslogischen Struktur basiert.</p>
<p><b>5. Verantwortungsvolle Gestaltung der KI-Zukunft</b> Auch für die technologische Entwicklung ist der Ansatz relevant, da er Kriterien für <b>echte Sprachkompetenz und reflexive Intelligenz</b> liefert. Dies bietet der Industrie einen Pfad zur Entwicklung von Systemen, die nicht nur Muster erkennen, sondern ihre Handlungen reflexiv überwachen können, was für die Sicherheit und Interpretierbarkeit von KI entscheidend ist.</p>
<p><b>Zusammenfassend</b> ist Heinrichs&#8217; Philosophie ein „Navigationsinstrument“ für die Meta-Moderne: Sie liefert die Architektur, um die komplexen globalen Krisen – von der ökologischen Herausforderung bis zum Vertrauensverlust in die Politik – nicht nur punktuell zu bearbeiten, sondern an ihren systemischen Wurzeln zu lösen.</p>
<p>Man kann sich diese Philosophie wie den <b>Bauplan für ein modernes Glasfasernetz</b> der Gesellschaft vorstellen: Bisher verlaufen unsere sozialen Leitungen (Wirtschaft, Politik, Kultur) oft ungeordnet und behindern sich gegenseitig. Heinrichs liefert die logische „Schaltzentrale“ und die präzisen „Kabelkanäle“, die dafür sorgen, dass Informationen und Werte ohne Störungen fließen können, während jeder Bereich genau den Platz erhält, den er für seine spezifische Funktion benötigt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div align="center">
<hr align="center" size="2" width="100%" />
</div>
<p>Quelle:</p>
<p>Kai Froeb, Johannes Heinrichs, Die Aufhebung Hegels, Porto 2025 https://reflexivitypress.com/de/buecher/froeb-johannes-heinrichs-die-aufhebung-hegels</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
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		<title>Größenwahn oder Augenmaß</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jan 2026 12:45:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[  Das Maß verloren? Söders Fusionspläne im Konflikt mit der Philosophie der kleinen Einheiten 1. Einleitung: Zwei unvereinbare Visionen für Deutschlands ZukunftDer aktuelle Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, deutsche Bundesländer zu fusionieren, ist mehr als nur ein finanzpolitischer Schachzug; er ist die Speerspitze einer Denkschule, die Effizienz über Identität stellt und damit eine philosophische [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="288"> <a href="https://youtu.be/3GJ3CGL8UEg"><img class=" wp-image-1178" alt="Größenwahn" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/Größenwahn.jpg" width="235" height="130" /></a>
<dl class="wp-caption alignleft" id="attachment_1178" style="width: 245px;">
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</td>
<td colspan="2" valign="top" width="331">
<p><div id="attachment_1177" style="width: 222px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/Kohr-Das-Maß-der-Dinge.png"><img class="wp-image-1177  " alt="Das Maß der Dinge " src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2026/01/Kohr-Das-Maß-der-Dinge.png" width="212" height="118" /></a><p class="wp-caption-text">Das Maß der Dinge</p></div></td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="288"><b>Das Maß verloren?</b></td>
<td colspan="2" valign="top" width="331"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="555"><b>Söders Fusionspläne im Konflikt mit der Philosophie der kleinen Einheiten</b></td>
<td width="64"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="555"><b>1. Einleitung: Zwei unvereinbare Visionen für Deutschlands Zukunft</b>Der aktuelle Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, deutsche Bundesländer zu fusionieren, ist mehr als nur ein finanzpolitischer Schachzug; er ist die Speerspitze einer Denkschule, die Effizienz über Identität stellt und damit eine philosophische Grundfrage unserer Zeit aufwirft: Ist „größer“ wirklich immer „besser“? Söders primäre Motivation ist die radikale Reform des Länderfinanzausgleichs, doch seine Vision einer zentralisierten Ordnung steht im diametralen Widerspruch zu einer radikal entgegengesetzten Philosophie: der des Denkers Leopold Kohr. Wo Söder auf Zusammenschluss und Skaleneffekte setzt, sah Kohr die Lösung für die Pathologien der Moderne in Teilung und Kleinteiligkeit. Dieser Artikel analysiert die beiden unvereinbaren politischen Ontologien und beleuchtet sie am konkreten Fallbeispiel der saarländischen Denkschrift zur Teilautonomie, die Kohrs Ideen als Verteidigungsstrategie aufgreift.<span id="more-1175"></span><b>2. Söders Logik: Effizienz durch Größe </b>Markus Söders Vorschlag zielt darauf ab, die Anzahl der Bundesländer durch gezielte Fusionen zu reduzieren. Der Kern seiner Argumentation ist vordergründig finanzpolitischer Natur. Den bestehenden Länderfinanzausgleich bezeichnete er als die „größte Sauerei“, da Bayern als finanzstärkstes Geberland die Defizite finanzschwächerer Länder in erheblichem Maße ausgleichen muss. Sein Ansatz folgt einer klaren Effizienzlogik, die strukturelle Probleme durch die Schaffung größerer und vermeintlich wirtschaftlich stabilerer Verwaltungseinheiten lösen will. Doch eine rein ökonomische Lesart greift zu kurz. Söders Vorstoß ist zugleich ein machtpolitisches „Signal an die Bayern“, den bayerischen Sonderstatus zu untermauern und nach einem durchwachsenen Parteitagsergebnis die eigene Machtbasis zu festigen. Es ist die Logik des Zentralismus, die Größe als Synonym für Stärke und Leistungsfähigkeit versteht.<b>3. Die Antithese von Leopold Kohr: &#8220;Small is beautiful</b></p>
<p><b>&#8220;</b>Dem steht die Lehre des österreichischen Philosophen und Nationalökonomen Leopold Koh (1909-1994)r diametral entgegen. Seine Kernthese lautet: Das Hauptproblem der modernen Zeit ist nicht eine bestimmte Ideologie, sondern die <b>übermäßige Größe</b> von Staaten, Gesellschaften und Institutionen. Sein Lösungsprinzip ist konsequent und radikal: <b>„Division, not union“</b> – Teilung, nicht Vereinigung.Kohrs zentrale Argumentation besagt, dass soziale Probleme geometrisch mit der Größe eines Organismus wachsen, während die menschliche Fähigkeit, sie zu bewältigen, nur arithmetisch zunimmt. Die Komplexität explodiert, doch unsere Problemlösungskapazität hinkt hoffnungslos hinterher. Mit einer Analogie, die auf Paracelsus zurückgeht, fasst Kohr seine Philosophie zusammen: „Die Dosis macht das Gift.“ Was in kleinem Maße heilsam ist, wird bei Überschreiten einer kritischen Masse toxisch. Berühmt wurde diese Philosophie durch den von seinem Schüler und Freund E. F. Schumacher popularisierten Slogan „Small is beautiful“. Die Kernbotschaft dahinter ist, dass kleine, überschaubare Einheiten nicht nur menschlicher, sondern auch effizienter, friedlicher und vor allem resilienter sind.Um diese Resilienzlogik zu veranschaulichen, nutzte Kohr das Bild der Matratze: Eine starre Holzplatte zerbricht unter Druck, doch eine Matratze, bestehend aus hunderten kleinen, unabhängigen Federn, absorbiert den Stoß flexibel. Ein System kleiner Staaten, so Kohr, funktioniert wie eine Matratze – es ist widerstandsfähig. Der Versuch, die Probleme der Größe durch noch mehr Größe zu lösen, ist aus seiner Perspektive nichts anderes als der „Weg in die Irrenanstalt der Unendlichkeit“.</p>
<p><b>4. Fallbeispiel Saarland: Ein Plädoyer für die Teilautonomie</b></p>
<p>Wie aktuell Kohrs Gedanken sind, zeigt eine Denkschrift zur Rettung des Saarlandes, die sich explizit auf seine Philosophie der überschaubaren Gesellschaft stützt. Erstellt vom „Politischen Forum Untere Saar – Hochwald“ ist sie nicht nur eine politische Streitschrift, sondern die direkte, realweltliche Anwendung von Kohrs abstrakten Prinzipien als Verteidigungsmechanismus gegen den von Söder repräsentierten „Größenwahn“. Sprecher dieses Forums ist der Nationalökonom Hans Ludwig, Langjähriger Direktor des Katholischen Sozialinstitutes der süddeutschen KAB, Die historische Argumentation der Verfasser ist prägnant: In seiner teilautonomen Phase von 1947 bis 1957 hatte das Saarland keine fiskalischen Probleme. Diese entstanden erst nach dem Beitritt zur Bundesrepublik durch den damit einhergehenden Verlust von Verhandlungsmacht und entscheidenden Einnahmequellen.</p>
<p>Das in der Denkschrift formulierte sozialpolitische Ziel ist die Schaffung einer <b>„solidarische[n] Arbeitsgesellschaft in marktwirtschaftlicher Ordnung“</b>. Erreicht werden soll dies durch die Wiedererlangung von Souveränität. Konkret fordert das Papier eine <b>Teilautonomie</b> nach dem Vorbild Südtirols oder der eigenen Geschichte. Eine Fusion, wie von Söder vorgeschlagen, wird kategorisch abgelehnt. Ein solcher Schritt, so die Befürchtung, würde das Saarland zu einer reinen „Kolonie“ oder zur „verarmten Verwandtschaft“ eines größeren Nachbarn degradieren und seine Identität auslöschen.</p>
<p><b>5. Die Positionen im direkten Vergleich</b></p>
<p>Die fundamentalen Unterschiede der beiden Ansätze – Söders mechanistischer Blick auf den Staat als Optimierungsprojekt und Kohrs organische Auffassung von Gemeinschaften, die ein menschliches Maß benötigen – lassen sich in einer Gegenüberstellung klar erkennen:</p>
<table width="100%" border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="97">Aspekt</td>
<td width="246">Söders Reformvorstellung</td>
<td width="264">Kohrs Überlegungen / Saarland-Modell</td>
</tr>
<tr>
<td width="97">Ziel</td>
<td width="246">Weniger, aber größere Bundesländer.</td>
<td width="264">Mehr, aber kleinere und überschaubare Einheiten.</td>
</tr>
<tr>
<td width="97">Logik</td>
<td width="246">Effizienz durch Größe und Reduktion von Transferzahlungen.</td>
<td width="264">Effizienz durch menschliches Maß und lokale Eigenverantwortung.</td>
</tr>
<tr>
<td width="97">Status Saarland</td>
<td width="246">Kandidat für eine Fusion/Eingliederung.</td>
<td width="264">Eigenständiger, teilautonomer Staat in einer Föderation.</td>
</tr>
<tr>
<td width="97">Problemursache</td>
<td width="246">Unfaire Finanzströme zwischen großen und kleinen Ländern.</td>
<td width="264">Überdimensionierung und Verlust der regionalen Selbstbestimmung.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><b>6. Fazit: Ein grundlegender Konflikt über das richtige Maß</b></p>
<p>Die von Markus Söder angestoßene Debatte ist weit mehr als ein Streit um Finanzströme; sie ist ein Symptom des zentralen politischen und philosophischen Konflikts des 21. Jahrhunderts. Söders Vorstoß verkörpert die vorherrschende Logik der Globalisierung und Zentralisierung, die in Skaleneffekten und immer größeren Einheiten die Lösung aller Probleme sieht – eine mechanistische Staatsauffassung, die den Menschen dem System unterordnet.</p>
<p>Demgegenüber verteidigen die Philosophie Leopold Kohrs und das darauf aufbauende Saarland-Modell eine organische Vision, die in Subsidiarität, Resilienz und der Rückkehr zum „menschlichen Maß“ die Voraussetzung für eine stabile und humane Gesellschaft sieht. Dieser Konflikt spiegelt sich global wider: in der Spannung zwischen supranationalen Unionen wie der EU und regionalen Unabhängigkeitsbewegungen, zwischen globalisierten Lieferketten und dem Ruf nach lokaler Autarkie, zwischen dem Dogma des unendlichen Wachstums und den planetaren Grenzen. Die Frage, die dieser deutsche Föderalismusstreit aufwirft, ist daher keine provinzielle, sondern die entscheidende Richtungsfrage unserer Zeit: Suchen wir unsere Zukunft in der anonymen Effizienz des Gigantismus oder in der widerstandsfähigen Souveränität der kleinen Einheiten?</td>
<td width="64"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top" width="555">Quellen:<a href="https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/rehlinger_kontert_soeder_forderung_nach_einsparung_des_saarlandes_100.html">https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/rehlinger_kontert_soeder_forderung_nach_einsparung_des_saarlandes_100.html</a><a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/soder-will-bundeslander-zusammenlegen-aus-den-landern-kommt-gegenwind--auch-von-unions-kollegen-15132202.html">https://www.tagesspiegel.de/politik/soder-will-bundeslander-zusammenlegen-aus-den-landern-kommt-gegenwind&#8211;auch-von-unions-kollegen-15132202.html</a><a href="http://www.projekt-saarland.de/index.html">http://www.projekt-saarland.de/index.html</a><a href="https://www.tauriska.at/kohr/">https://www.tauriska.at/kohr/</a></td>
<td width="64"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
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		<title>Unterschlagene Propheten</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Mar 2022 18:20:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sozial]]></category>

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		<description><![CDATA[Das traditionelle System &#8220;Katholische Kirche&#8221; zerfällt. Verantwortungsträger in Klerus und Laienschaft suchen synodal nach Wegen aus der Misere. Da lohnt ein Blick auf engagierte und klarsichtige Christen, deren Einsichten in ihrer Zeit als irritierend und störend abgetan wurden. Priester als auch Laien zählen zu diesen Propheten, deren Erkenntnisse noch heute (oder gerade heute) Wege aus [&#8230;]]]></description>
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<dl id="attachment_1098">
<dt>
<div id="attachment_1098" style="width: 160px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2022/03/IMG_3214.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1098" alt="Kerzenopfer am Wallfahrtsort Fatima" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2022/03/IMG_3214-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Kerzenopfer am Wallfahrtsort Fatima</p></div>
<p>Das traditionelle System &#8220;Katholische Kirche&#8221; zerfällt.</p>
</dt>
</dl>
</div>
<p>Verantwortungsträger in Klerus und Laienschaft suchen synodal nach Wegen aus der Misere.</p>
<p>Da lohnt ein Blick auf engagierte und klarsichtige Christen, deren Einsichten in ihrer Zeit als irritierend und störend abgetan wurden. Priester als auch Laien zählen zu diesen Propheten, deren Erkenntnisse noch heute (oder gerade heute) Wege aus den Sackgassen eröffnen.</p>
<p>Texte dieser Vordenker habe ich als interaktive MindMaps aufbereitet.</p>
<p>MindMaps erlauben, die Argumentation des Autors grafisch wie eine Landkarte zu entfalten. Anders als im klassischen Fließtext wird es dem Leser möglich, in der Gedankenwelt des Autors zu stöbern.</p>
<p>Nach und nach stelle ich die MindMaps (bzw. die Links dazu) hier auf dieser Seite ein.</p>
<p>Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen und gute Einsichten beim Stöbern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Den Start macht ein Vortrag von Dr. Walter Friedberger zu den <a href="https://share.mindmanager.com/#publish/bTAXunHfsWLQEK9EWJS5USsaozrKsBy6saUS6o1E" target="_blank">Sozialen Intentionen des Jesus von Nazareth</a> aus dem Jahr 1976. Dr. Friedberger leitete von 1970 bis 1991 die überdiözesane Priesterfortbildung der bayrischen Bistümer.</p>
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		<title>Bocholts Zukunft im Biedermeier?</title>
		<link>http://denkbar-mobil.de/2022/02/bocholts-zukunft-im-biedermeier/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2022 12:37:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Biedermeier]]></category>
		<category><![CDATA[Bocholt]]></category>
		<category><![CDATA[Janus]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtjubiläum]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Im bundesweiten Wettbewerb “Zukunftsstadt 2030“ errang Bocholt einen der hochdotierten Siegerplätze. Auch gibt es ein im Wettbewerb gefördertes Zukunftsbüro. Die zum Wettbewerb erstellten Bürgergutachten bieten allerdings wenig Perspektiven, wie sich Zivilgesellschaft und Kommunalpolitik den prognostizierten Wahrscheinlichkeiten der kommenden 30 &#8211; 50 Jahre stellen wollen. Die Jahreszahlen 2050 und 2072 könnten den Horizont solcher Zukunftsorientierung markieren. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im bundesweiten Wettbewerb “Zukunftsstadt 2030“ errang Bocholt einen der hochdotierten Siegerplätze. Auch gibt es ein im Wettbewerb gefördertes Zukunftsbüro.</p>
<p>Die zum Wettbewerb erstellten Bürgergutachten bieten allerdings wenig Perspektiven, wie sich Zivilgesellschaft und Kommunalpolitik den prognostizierten Wahrscheinlichkeiten der kommenden 30 &#8211; 50 Jahre stellen wollen.<br />
Die Jahreszahlen 2050 und 2072 könnten den Horizont solcher Zukunftsorientierung markieren.</p>
<ul>
<li>Für 2050 liegen fundierte Modellberechnungen über die Folgen der längst stattfindenden Klimaerhitzung vor.<i> </i><i>(siehe: <a href="https://www.kiwi-verlag.de/buch/toralf-staud-nick-reimer-deutschland-2050-9783462000689">Nick Reimer/ Toralf Staudt: Deutschland 2050, Kiepenheuer&amp;Witsch, Köln 2021)</a></i></li>
<li>Im <a href="https://bocholt800.de/">Jubiläumsjahr zur Stadterhebung Bocholts</a> vor 800 Jahren, ließe sich die Frage nach der Lebensqualität in der Stadt zur Zeit der 850-Jahrfeier (2072) aufwerfen.</li>
</ul>
<p>Doch die debattierten Zukunftspläne erreichen solche Horizonte bei weitem nicht.<span id="more-1071"></span> Im hiesigen öffentlichen Diskurs ist der Begriff „Zukunft“ eher zu übersetzen mit „mittelfristig optimierte, verlängerte Gegenwart“. Selbst die „Optimierung“ ist konzentriert auf „Renovierung und Wiederherstellung“ (z.B. Rathaus, Schulen, weitere Stadtimmobilien), „Umsetzung vor Zeiten gefasster Beschlüsse“ (Nordring) oder „dem Marketing förderliche Verbesserung des städtischen Erscheinungsbildes“ (Ravardiviertel).</p>
<p>Von einem gemeinsamen, gesellschaftsprägenden Zukunfts-Narrativ ist in Bocholt wenig zu spüren. „Bokelt baut wer up“ – dieser Leitsatz vereinte nach den Bombenangriffen vom März 1945 die Bürger der zerstörten Stadt unter der Führung ihrer Oberbürgermeister Dr. Benölken (1945-1946) und Otto Kemper (1948-1964). Bis 1962 dauerte diese Kampagne zum Wiederaufbau von Infrastruktur, Industrien und Wohnraum. Sie steht für eine gesamtgesellschaftliche Leistung der Bürger.</p>
<p>Eine Voraussetzung dieser Gemeinschaftsleistung war die reale Sichtbarkeit der zerstörten Stadt, das Erleben der Schrecken und das Be-Greifen des Engagements. Die Bürger konnten handfest anpacken und mit jedem Griff dessen konstruktive Wirkung spüren.</p>
<p>Dagegen sind die wahrscheinlichen, bereits kalkulierten Schäden an der Infrastruktur und die erkennbaren Folgen für Leib und Leben der Bürger durch die Klimaerhitzung vorerst „nur“ abstrakte Perspektiven. Viele Bocholter Bürger lassen sich von diesen Perspektiven beeindrucken. Sie sind in unterschiedlichen Themennischen engagiert und lassen sich als auf Nachhaltigkeit, Solidarität und Gemeinwohl ausgerichtete Akteure ausmachen.</p>
<p>Trotzdem prägen nicht sie das vorherrschende gesellschaftliche Milieu dieser Stadt. Kennzeichnende Kernelemente des in Bocholt vorherrschenden Milieus sind noch „Selbstzufriedenheit und Nörgeln am Nicht-Gewollten“.</p>
<p>Mir drängen sich Vergleiche zum Biedermeier auf, einer prägenden Epoche des frühen 19. Jahrhunderts. Wie heute in der EU ging es politisch um die Neuordnung Europas. Der <a href="https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wiener_Kongress_(1814/1815)#:~:text=%20Wiener%20Kongress%20%281814%2F1815%29%20%201%20Verlauf.%20Februar,Stadt%20und%20der%20Kongress.%20Ver%C3%B6ffentlichungen%20des...%20More%20">Wiener Kongress</a> (1814-1815) hatte nicht nur getanzt, sondern die Mächte neu verteilt. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karlsbader_Beschl%C3%BCsse">Karlsbader Beschlüsse</a> (1819) sorgten mit strenger Zensur und Unterdrückung politischer Äußerungen für „Ruhe und Ordnung“ im lieben Vaterland. Die überwiegende Mehrheit der Bürger zog sich ins private Leben, in Familie und Haus zurück. Widerspruch und Revolte vieler Bürger formte sich als Epoche des Vormärz.</p>
<p>Zensur und Unterdrückung politischer Äußerungen brauchen wir heute nicht mehr zu fürchten. Der Rückzug ins traute Private folgt nicht mehr äußerem Druck. Anders als die Vormärz-Revolutionäre brauchen wir die Obrigkeit nicht mehr zu fürchten. Lähmend ist vor allem die rasant gestiegene Komplexität aller Themenfelder in Politik, Wirtschaft und Sozialleben. Diese dynamische Komplexität wird vielfach als Kompliziertheit und Überforderung erfahren. Dann bietet sich das „Private“ als vermeintlich einfach und überschaubar an. Zugleich ist schon das „Private“ hochkomplex, es ist bereits aufreibend, die eigene Komfortzone zu sichern. So lockt es nicht, sich das eigene Leben zu überlasten mit Zukunftsfragen und -strategien.</p>
<p>Das vom Stadtmarketing verantwortete Jubiläumsprogramm bedient pointiert diesen Wunsch nach Wohlgefühl. „Wir möchten … ein WIR-Gefühl erzeugen durch positive gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen“ bekundet die Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing Gesellschaft Bocholt mbH &amp; Co. KG im Geleitwort des Programms. Vor allem bietet das Festjahr eine große Chance, „die Stadt Bocholt über die Stadtgrenzen hinaus positiv sichtbar zu machen.“</p>
<p>Bürgermeister Thomas Kerkhoff lobt in seinem Grußwort zum Programmheft, „Das bunte Programm führt uns den Ideenreichtum und die Kreativität unserer Stadt vor Augen und zeigt, was in der Gemeinschaft geleistet werden kann.“ Ist da nicht auch die Überlegung angebracht, wie Ideenreichtum und Kreativität der Gemeinschaft beitragen können, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern?</p>
<div id="attachment_1073" style="width: 160px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2022/02/Janus.png"><img class="size-thumbnail wp-image-1073" alt="Januskopf aus dem Bocholter Stadtarchiv" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2022/02/Janus-150x150.png" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Januskopf aus dem Bocholter Stadtarchiv</p></div>
<p>Im Foyer des einstigen Stadtarchivs an der Münsterstrasse verwies die Bronzeplatte mit dem Januskopf auf den Doppelsinn von Rückblick und Ausblick. Das Stadtarchiv wurde zum Studentenwohnheim umgebaut, die Bronzeplatte wahrscheinlich eingelagert. Die Symbolik des Janus kam wohl aus dem Blick, im Jubiläumsprogramm jedenfalls fand sie kein Echo.</p>
<p>So verbreitet das Jubiläumsprogramm einseitig das Image selbstzufriedener Biedermeierlichkeit. Als wäre dies das tragende Milieu dieser Stadt, bleiben die weiteren in Bocholt existenten und engagierten sozialen Milieus vernachlässigt.</p>
<p>Eine wichtige Chance wurde vergeben. Das Stadtjubiläum hätte für die Akteure einer zukunftstüchtigen Nachhaltigkeits- und Gemeinwohlstrategie zu einer öffentlichen Komm-Vor-Zone werden können. Dass im Auftrag der Stadt 800 Bäumchen gepflanzt werden, wiegt diese vergebene Chance nicht auf. Die ungebrochene Politik verdichtender Urbanisierung und Landschaftsversiegelung führt schon derzeit bundesweit zu massivem, anhaltenden Sterben der Stadtbäume. Die zukünftige Überhitzung der Städte bei gleichzeitigem Wassermangel lässt fraglich werden, wieviel der 800 Jubiläumsbäumchen zum nächsten Stadtjubiläum noch stehen.</p>
<p>Zum Image der Zukunftstüchtigkeit trägt das Bocholter Jubiläumsprogramm nicht bei. Wie bei Janus hätte der Blick nicht in Geschichte und Gegenwart verweilen dürfen, sondern den Fokus auch auf die Herausforderungen der Zukunft richten müssen. Zukunftsbezogene Kreativität und Ideenreichtum der Bürger hätten vor allem im Jubiläumsjahr ihren Raum zur Entfaltung verdient.</p>
<p>Gemeinsam mit den verschiedenen Bildungsträgern, Initiativen und Vereinen ließe sich der Umgang mit dynamischen Komplexitäten trainieren. Gemeinsam, unter den Augen der feiernden Öffentlichkeit, ließen sich Handlungsstrategien entwickeln, welche Handlungsmöglichkeiten nicht einengen, sondern weiten. Kooperative Choreographien zur Lösung der anstehenden klimapolitischen Dilemmata ließen sich einüben, in der notwendige Regelungen von breiter Akzeptanz getragen würden.</p>
<p>Das städtische Jubiläumsprogramm bietet für solche Überlegungen keine Komm-Vor-Zone.<br />
Doch nur mal angenommen, die aufgeschlossenen, engagierten und kreativen Bürger würden selbst aktiv und schafften sich ein eigenes Forum.</p>
<p>Der Stadt, den Bürgern und ihrer Zukunft würde es gut tun!</p>
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		<title>Himmlische Weisheit?</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2021 11:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Männerpfaden]]></category>
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		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
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		<description><![CDATA[„Luja sag i!“, grantelt der verstorbene Gepäckträger Aloisius als „Münchner im Himmel“. Dieser Himmel langweilt ihn, auf Ewigkeit verdammt zur Lobhudelei mit der Harfe auf einer einsamen Wolke. In der Satire Ludwig Thomas ist Gott nachsichtig und schickt den Grantler als Boten göttlicher Weisheit zurück ins Leben und zur bayrischen Staatsregierung. Leider kommt Aloisius auf [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2021/08/DSC06360.jpg"><img class="size-medium wp-image-1067 alignleft" style="margin-left: 15px; margin-right: 15px;" alt="SONY DSC" src="http://denkbar-mobil.de/wp-content/uploads/2021/08/DSC06360-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a>„Luja sag i!“, grantelt der verstorbene Gepäckträger Aloisius als „Münchner im Himmel“. Dieser Himmel langweilt ihn, auf Ewigkeit verdammt zur Lobhudelei mit der Harfe auf einer einsamen Wolke. In der Satire Ludwig Thomas ist Gott nachsichtig und schickt den Grantler als Boten göttlicher Weisheit zurück ins Leben und zur bayrischen Staatsregierung. Leider kommt Aloisius auf seinem Weg am Hofbräuhaus vorbei, kehrt ein und bleibt auf ewig dort hocken. So bleibt der bayrischen Staatsregierung der Zugang zu göttlicher Weisheit bis heute verschlossen.</p>
<p>Doch was wäre, böte der Himmel mehr als langweilige Lobhudelei? Nur mal angenommen, die Choreografie der kürzlich erlebten Männer-Initiation gäbe einen Vorgeschmack auf die andere Seite des Lebens. Die Seelen Verstorbener würden von himmlischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elder_(Aborigines)">Elders</a> (Engel oder Seelen der Ahnen) empfangen und behutsam zu Reflexion des eigenen Lebens geführt. Auch beim Blick in die eigenen Abgründe von der Fürsorge der Elders gestützt. Diese hülfen ihnen zu erkennen, wo und wie sie aus Unkenntnis oder Unwillen falsche Entscheidungen trafen; wo sie aus Wut, Zorn, Angst oder Egoismus Mitmenschen verletzten und somit hinter die eigenen Möglichkeiten wahren Menschseins zurückblieben.</p>
<p>Von dort führten die Elders sie auf den heilsamen Weg, auf den Weg der Einsicht, dass selbst die größte Verfehlung nicht von der Liebe Gottes trennt.</p>
<p>Sich auf diese Liebe vertrauensvoll einzulassen, bringt die Höllenfeuer in uns zum Erlöschen.</p>
<p>Sollte mein jüngster Tag in eine derartige Choreografie münden, sehe ich ihm schon heute gelassen und mit freudiger Neugier entgegen.</p>
<p>Trotzdem hat es damit längst noch keine Eile.</p>
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		<title>Zu neuer Kraft finden</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2021 20:02:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Tiefenpsychologie der Märchenwelt ist der dunkle Wald ein Ort der Ängste und Schreckensbilder. Sich ihnen zu stellen und auszusetzen befähigt die Märchenhelden und -heldinnen zur Heimkehr oder zu weiteren siegreichen Abenteuern. Auch wir Initianten hatten einen Tag im Wald zu verbringen, auf einem selbst gewählten Platz von etwa 3 m Durchmesser. In der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der Tiefenpsychologie der Märchenwelt ist der dunkle Wald ein Ort der Ängste und Schreckensbilder. Sich ihnen zu stellen und auszusetzen befähigt die Märchenhelden und -heldinnen zur Heimkehr oder zu weiteren siegreichen Abenteuern.</p>
<p>Auch wir Initianten hatten einen Tag im Wald zu verbringen, auf einem selbst gewählten Platz von etwa 3 m Durchmesser. In der Natur, „Gottes erster Bibel“, waren wir den harten Tatsachen des Lebens ausgesetzt. Denn das Leben ist hart und von mir nicht kontrollierbar. Es dreht sich nicht um mich, ich bin nicht so wichtig und werde sterben. Der Wald bot den Raum, diese Tatsachen tief in die Seele einwirken zu lassen. Zugleich ist solch kleiner Platz im Wald groß genug, die Fülle des Lebens neu zu betrachten und zu erfahren.</p>
<p>Der Macht der Natur ausgesetzt entdeckten wir neue Kräfte und fanden zu altem Mut zurück. In einem Gemeinschaftsritual stellten wir uns früher erlittener und heute noch wirksamer Beleidigungen und Schmähungen. So nahmen wir ihnen ihre Macht und wir erlangten seelische Befreiung und Erlösung, um in den finalen Ritualen auf das Leben als Initiierter vorbereitet zu werden. Nun begann der Wiederaufstieg zum Leben.</p>
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		<title>Abstieg zur Hölle</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2021 16:20:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Josef Hülkenberg]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Denken schadet nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Laienapostolat]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Querdenker]]></category>
		<category><![CDATA[Zu den Stufen zur Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[zum Design der Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[In schwarzer Pädagogik und mit militärischen Drill werden Menschen seit Jahrhunderten und leider noch immer körperlich überfordert und seelisch gebrochen. So sollen sie „stark“ werden für den Lebenskampf, „gehorsam“ für den Kriegsdienst, „fügsam“ für die Arbeitswelt und „angepasst“ den gesellschaftlichen Normen. Die Initiationen der Männerpfade.org weisen einen alternativen Weg. Wir Initianten wurden von initiierten Ältesten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In schwarzer Pädagogik und mit militärischen Drill werden Menschen seit Jahrhunderten und leider noch immer körperlich überfordert und seelisch gebrochen. So sollen sie „stark“ werden für den Lebenskampf, „gehorsam“ für den Kriegsdienst, „fügsam“ für die Arbeitswelt und „angepasst“ den gesellschaftlichen Normen.</p>
<p>Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Initiation">Initiationen</a> der <a href="https://maennerpfade.org/">Männerpfade.org</a> weisen einen alternativen Weg. Wir Initianten wurden von initiierten Ältesten (Elders) in gemeinschaftlichen Ritualen behutsam an unsere eigenen Schmerzen, Brüche, Wunden und Zerrissenheit geführt. In respektvollem Geleit und liebevoller Begleitung lernten wir, unsere Schmerzen, unsere lebensprägende Wut, Enttäuschungen und Verletzungen anzusehen, statt sie zu verdrängen. Wir erlebten Befreiung darin, einander zu unseren Ängsten, Schulden und Zerrissenheit zu stehen. Diesen konnten wir so ihre beherrschende, destruktive Macht über uns nehmen.</p>
<p>Der initiierende Weg führte uns in unsere je eigene Hölle. Dort konnten wir die Lasten der Seele loslassen und sie dem Feuer übergeben. Hier erkannten wir: Religiös ist, wer die Hölle fürchtet. Wer durch seine Hölle gegangen ist, wird spirituell.</p>
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